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Highways in Florida verstopft wegen Massenflucht vor «Irma»

09.09.2017, 18:24

Die Furcht vor Wirbelsturm «Irma» hat in Florida eine Massenflucht ausgelöst. Die Behörden in dem als Touristen- und Rentnerparadies bekannten US-Bundesstaat forderten gut ein Viertel der rund 20 Millionen Einwohner auf, die Gefahrenzonen zu verlassen.

Weil sich auf den Autobahnen Staus bildeten und einigen Tankstellen der Sprit ausging, wurde diese beispiellose Evakuierung zu einem Wettlauf gegen die Zeit. Es wurde damit gerechnet, dass der Jahrhundertsturm am Sonntagmorgen (Ortszeit) zuerst auf die Inselkette der Florida Keys trifft.

Auf dem Weg dorthin hinterliess «Irma» in der Karibik eine Spur der Verwüstung; mehr als 20 Menschen kamen ums Leben. Mit rund 250 Kilometern pro Stunde fegte «Irma» zuletzt über Kuba hinweg.

«Uns läuft die Zeit davon», warnte der Gouverneur von Florida, Rick Scott. Wer in der Evakuierungszone lebe, müsse jetzt dringen gehen. «Einen so katastrophalen Sturm hat unser Bundesstaat noch nie erlebt.» Experten gingen davon aus, dass Winde und Überschwemmungen massive Schäden in dem nach Bevölkerungszahl viertgrössten US-Bundesstaat anrichten werden.

Für die gesamte Südküste Floridas, vom Atlantik bis in den Golf von Mexiko, galt eine Warnung vor bis zu drei Meter hohen Wellen. Unter Hochdruck brachten die Behörden dort ältere Bürger in Sicherheit. Rund neun Millionen Menschen müssten wegen des Sturms mit zum Teil wochenlangen Stromausfällen rechnen, teilte der Versorger Florida Power & Light mit.

«Irma» in Kuba auf Land getroffen

«Irma» traf am frühen Samstagmorgen in Kuba auf Land. Der Hurrikan der Kategorie fünf - der höchsten Stufe - schwächte sich etwas ab, als er an der Nordküste der Insel entlang zog und sich in Richtung Florida bewegte. Das Nationale Hurrikanzentrum (NHC) in Miami stufte den Sturm am Samstag in die Kategorie 3 der fünfstufigen Skala hinab. Die Meteorologen rechneten aber damit, dass der Wirbelsturm über dem Meer wieder an Stärke zunimmt.

Umgeknickte Strommasten waren auf Bildern aus Kuba zu sehen, die die Bewohner von Florida ahnen liessen, was auf ihre Heimat zukommt. TV-Sender zeigten umgestürzte Palmen, Starkregen aus tiefgrauem Himmel sowie riesige Wellen, die auf Dämme krachten.

Das Ausmass der Zerstörung auf Kuba war zunächst unklar. «Ich habe ja schon viele Tropenstürme erlebt», sagte eine Hotel-Angestellte in der nordkubanischen Stadt Remedios. «Aber keiner ist wie dieser hier.»

Notstand ausgerufen

Nachdem erst kürzlich der Hurrikan «Harvey» 60 Menschen das Leben gekostet hatte und Schäden von bis zu 180 Milliarden Dollar angerichtet hatte, riefen die US-Behörden wegen «Irma» erneut den Notstand aus.

Modelle des NHC sehen «Irmas» Zug bis hinauf nach Atlanta reichen. In seiner Folge werden Überflutungen auch an den Küsten Georgias sowie South und North Carolinas erwartet.

Seit 1851 wurden die USA erst drei Mal von einem Hurrikan der höchsten Stufe getroffen. Zudem ist «Irma» laut Katastrophenschutz deutlich grösser als «Andrew», der 1992 als bislang letzter Sturm der Kategorie fünf die USA traf.

US-Präsident Donald Trump sprach von einem «absolut historischen Zerstörungspotenzial». Auch sein eigenes Anwesen in Florida, Mar-a-Lago, musste evakuiert werden.

Hoher Schaden

Auf südwestlich von Florida gelegenen Karibikinseln wie Barbuda, St. Martin und den Virgin Islands brachte «Irma» bereits zahllose Häuser zum Einsturz. Allein in den französischen Überseegebieten Saint Martin und Saint Barthélemy hat der Sturm nach Einschätzung von Experten Schäden in Milliardenhöhe angerichtet.

Es werde mit mindestens 1.2 Milliarden Euro gerechnet, teilte der staatliche Rückversicherungsverband Caisse Centrale de Réassurance am Samstag mit. Damit wäre «Irma» einer der verheerendsten Stürme auf französischem Territorium seit Jahrzehnten.

Den Bewohnern der Karibikinseln blieb nach «Irma» nur eine kurze Verschnaufpause. Mit dem nächsten Wirbelsturm «José» kam auf die Region schon am Samstag ein Hurrikan mit Spitzen-Windgeschwindigkeiten von 230 Kilometer pro Stunde zu. Voraussichtlich wird er aber die Inseln Antigua und Barbuda nicht direkt treffen. Nach Angaben des NHC könnte «José» in der Nähe der Inselgruppe der Kleinen Antillen vorbeiziehen. (sda/dpa/afp/reu)

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