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Bolton führt in der Türkei Gespräche über US-Abzug aus Syrien

08.01.2019, 11:04

Der Nationale Sicherheitsberater der USA, John Bolton, hat in der Türkei Gespräche über den angekündigten Abzug aus Syrien geführt. Er traf am Dienstagvormittag den wichtigsten Berater und Sprecher von Präsident Recep Tayyip Erdogan, Ibrahim Kalin.

Das teilte das türkische Präsidialamt mit. Ob Bolton in Ankara weitere Gespräche geplant hatte, blieb zunächst unklar. Treffen Boltons mit Erdogan oder Aussenminister Mevlüt Cavusoglu werde es nicht geben, berichtete CNN Türk. Als Grund führte der Sender «Boltons Bemerkungen in Israel» an.

Bolton hatte dort gesagt, der Abzug der US-Truppen aus Syrien sei an Bedingungen geknüpft. Unter anderem wollten die USA von der Türkei Sicherheitsgarantien für die in Syrien kämpfenden Kurden. Hier geht es vor allem um die YPG-Miliz, die von der Türkei als Terroristen und Bedrohung der eigenen Grenze angesehen wird. Für die USA sind die Kurdenmilizen hingegen wichtige Verbündete im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

US-Präsident Donald Trump hatte vor Weihnachten angekündigt, alle Truppen aus Syrien abzuziehen, die dort die Kurden unterstützt haben. Inzwischen relativierte er seine Aussagen aber bereits mehrfach.

Die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) fürchten bei einem US-Abzug aus Syrien eine türkische Offensive. Erdogan droht seit Wochen mit einem neuen Angriff gegen die YPG und hat bereits die Truppen an der Grenze verstärkt.

«Präsident Trump hat die richtige Entscheidung getroffen», schrieb Erdogan zum angekündigten US-Abzug in einem Beitrag für die «New York Times», der wenige Stunden vor den Gesprächen Boltons in Ankara veröffentlicht wurde. Der türkische Präsident kündigte an, nach dem Abzug der USA in Syrien die «Wurzeln» der Radikalisierung beseitigen zu wollen.

Zum von Trump angekündigten Abzug aus Syrien hatte Bolton vor wenigen Tagen bei einem Besuch in Israel bereits Bedingungen genannt. Es müsse zunächst sichergestellt sein, dass die IS-Terrormiliz besiegt und nicht in der Lage sei, wiederzuerstarken. Zudem müsse die Sicherheit der US-Verbündeten in der Region garantiert sein.

Auch US-Aussenminister Mike Pompeo bekräftigte, dass der IS nicht wiedererstarken dürfe. Einen «Aufstieg», wie ihn die Dschihadisten unter Trumps Vorgänger Barack Obama erlebt hätten, dürfe es nicht noch einmal geben, sagte Pompeo am Montag vor dem Antritt einer Reise in acht arabische Hauptstädte. Die USA stünden weiter zu allen Einsätzen, zu denen sie sich in den vergangenen zwei Jahren verpflichtet hätten. (sda/afp/dpa)

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