Trump und Erdogan sprechen wieder über Syrien
US-Präsident Donald Trump hat zum zweiten Mal in einer Woche mit seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan telefoniert. Trump habe im Gespräch unterstrichen, wie wichtig es sei, verbliebene «terroristische Elemente» in Syrien zu besiegen, so das Weisse Haus.
Erdogan habe Trump sein Beileid wegen der vier getöteten Amerikaner ausgedrückt, die unter insgesamt 18 Todesopfern eines Selbstmordanschlags in der nordsyrischen Stadt Manbidsch am Mittwoch vergangener Woche waren, teilte das Weisse Haus am Sonntagabend (Ortszeit) mit. Die Terrormiliz Islamischer Staat hatte die Tat für sich reklamiert.
Wenige Tage vor Weihnachten hatte Trump den IS für besiegt erklärt und damit den von ihm angekündigten Abzug der US-Truppen aus Syrien begründet. Nach dem Tod der vier US-Bürger - bei denen es sich um zwei Soldaten und zwei zivile Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums handelte - verteidigte er die Abzugspläne. Am Samstag sagte Trump, seit seinem Amtsantritt vor zwei Jahren seien 99 Prozent des vom IS gehaltenen Territoriums zurückerobert worden.
Zwischen den USA und der Türkei war es nach der Abzugsankündigung zu erheblichen Spannungen gekommen, weil die US-Regierung die Türkei vor einem Vorgehen gegen die Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien gewarnt hatte. Die Türkei betrachtet die YPG wegen ihrer Verbindungen zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK als Terrororganisation. Das Weisse Haus teilte am Sonntag mit, Trump und Erdogan hätten darin übereingestimmt, eine Verhandlungslösung für die Region anzustreben, die Sicherheitsbedenken beider Seiten berücksichtige.
Schon am Montag vor einer Woche hatten Trump und Erdogan telefoniert. Dabei war es den Angaben zufolge unter anderem um die Einrichtung einer «Sicherheitszone» entlang der syrisch-türkischen Grenze gegangen. Es ist fraglich, ob die Kurdenmiliz YPG einer solchen - wahrscheinlich weitgehend entmilitarisierten - Zone zustimmen und sich aus ihr zurückziehen würde. (sda/dpa)
