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El Salvador: El Salvadors Regierung lehnt Waffenruhe mit Jugendbanden ab



Die grössten Jugendbanden von El Salvador haben einen Gewaltverzicht angekündigt. Damit reagieren sie auf die geplante Verhängung des Ausnahmezustands im Land. Die Regierung von El Salvador will den Kampf gegen das organisierte Verbrechen aber unvermindert fortsetzen.

«Wir werden mit grösster Energie die kriminellen Gruppen bekämpfen, die die Bürger bedrohen und Gewalt im Land säen», sagte Polizeichef Howard Cotto am Sonntag.

Zuvor hatten die grössten Jugendbanden des Landes einen Gewaltverzicht angekündigt. «Wir haben alle unsere Mitglieder landesweit angewiesen, keine Morde mehr zu verüben», sagten Sprecher der Gangs Mara Salvatrucha und Barrio 18 in einem Video. Ob die Aufnahmen authentisch sind und ob die Protagonisten tatsächlich für die Banden sprechen, war zunächst unklar.

Ein im Jahr 2012 geschlossener Waffenstillstand der salvadorianischen Gangs war bereits gescheitert. Seit Jahresbeginn wurden in El Salvador fast doppelt so viele Menschen getötet wie im gleichen Zeitraum ein Jahr zuvor.

Ausnahmezustand diskutiert

Jetzt riefen die Banden die Regierung des mittelamerikanischen Landes dazu auf, von aussergewöhnlichen Massnahmen im Kampf gegen die Kriminalität abzusehen.

Angesicht der jüngsten Gewaltwelle wird in El Salvador derzeit über die Verhängung des Ausnahmezustandes debattiert. Damit könnten Bürgerrechte ausser Kraft gesetzt und Reservisten einberufen werden. Die Regierung schickte schon zusätzliche Soldaten zur Verbrechensbekämpfung auf die Strasse.

«Diese Regierung wird die Strafverfolgung nicht einstellen. Sie wird die notwendigen Massnahmen ergreifen, um die Kriminalität zu bekämpfen und die Bevölkerung zu schützen», schrieb Regierungssprecher Eugenio Chicas auf Twitter.

Die Gangsprecher versicherten ihrerseits: «Wir haben die Mittel, um die Politik in unserem Land zu zerstören.»

Gefährlichstes Land weltweit

Mit 104 Morden je 100'000 Einwohner ist El Salvador das gefährlichste Land weltweit - abgesehen von Kriegsgebieten. Die Regierung macht Jugendbanden, die sogenannten Maras, für den Grossteil der Gewalt verantwortlich.

Zuletzt gab es aber auch immer wieder Hinweise auf Todesschwadronen, die willkürlich Jugendliche töten, die sie für Gangmitglieder halten. (sda/dpa)

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