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Kanada: Premierminister Harper in Kanada wohl abgewählt



Nach fast zehn Jahren an der Macht ist die Ära des konservativen Premierministers Stephen Harper in Kanada wohl zu Ende. Ersten Prognosen zufolge schien der Vorsprung seines liberalen Herausforderers Justin Trudeau in der Nacht zum Dienstag nicht mehr einholbar.

Nach der für 21.30 Uhr (Ostküstenzeit, 03.30 Uhr MESZ) angesetzten Schliessung der Wahllokale in den grossen Provinzen Quebec und Ontario deuteten die Hochrechnungen des Senders CTV News auf einen Sieg der Liberalen von Justin Trudeau hin. Der 43-Jährige, ein Sohn des früheren Premierministers Pierre Trudeau, könnte Harper damit nach neun Jahren an der Macht ablösen.

In den östlichen Provinzen Nova Scotia, Neufundland und Labrador, New Brunswick und Prince Edward Island ging demnach fast jeder Wahlkreis an die Liberalen. Schon die Ergebnisse von der Atlantikküste hatten auf ein starkes Abschneiden Trudeaus schliessen lassen. Die Ergebnisse von der Westküste standen zunächst noch aus. Ein Machtwechsel dürfte zu einem Umbruch in der kanadischen Wirtschafts- und Verteidigungspolitik führen.

Harper hatte den Urnengang Anfang August ausgerufen. Mit elf Wochen war der Wahlkampf damit so lang wie seit dem 19. Jahrhundert nicht mehr. In Umfragen lagen die drei wichtigsten der insgesamt 23 Parteien - die Konservativen, die Liberalen und die Neuen Demokraten - bis vor wenigen Wochen noch Kopf-an-Kopf, bevor sich Trudeau in Führung setzte.

Seine Liberalen haben wie die Neuen Demokraten eine Abkehr von Harpers Sparpolitik angekündigt. Beide Parteien wollen zudem die Angriffe der kanadischen Luftwaffe auf die Terrormiliz Islamischer Staat in Syrien einstellen.

Sozialdemokraten weit abgeschlagen

Unklar blieb allerdings, ob die zwei linksgerichteten Parteien eine Koalition eingehen würden. CTV News machte keine Angaben dazu, ob die Liberalen auch die meisten der 338 Sitze halten werden. Nach dem kanadischen Wahlsystem kann sich eine Partei auch mit weniger als 40 Prozent der Stimmen der 26.4 Millionen Wahlberechtigten eine Mehrheit im Parlament sichern. Eine Minderheitsregierung könnte politische Instabilität mit sich bringen: Derartige Regierungen halten in Kanada selten länger als 18 Monate.

Die sozialdemokratische Neue Demokratische Partei (NDP) mit Spitzenkandidat Thomas Mulcair war zunächst weit abgeschlagen. Damit dürfte Trudeau neuer Premierminister werden - wie es bereits sein Vater mit einer Unterbrechung zwischen 1968 und 1984 war. Ob es für die Liberalen jedoch zu einer Mehrheit im Parlament reicht, für die mindestens 170 Sitze notwendig sind, war zunächst noch nicht klar. (sda/dpa/reu)

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