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Musical: «West Side Story» als Tanz der Hormone



Wenn man Hormone sichtbar machen kann, dann ist das Regisseurin und Choreographin Melissa King im Musical «West Side Story» gelungen. Das Publikum war hingerissen von der temporeichen Tanzshow am Theater St. Gallen.

Mit Leonard Bernsteins «West Side Story» bringt das Theater St. Gallen einen Klassiker der Musicalsparte auf die Bühne. Die Geschichte um zwei Banden in Amerika basiert auf William Shakespeares Drama um «Romeo und Julia». Im New York der 1950er Jahre streiten zwei Jugendgangs, die einheimischen «Jets» und die aus Puerto Rico immigrierten «Sharks» um die Strasse, an der sie wohnen.

Im Zentrum stehen Tony (Andreas Bongard) und Maria (Lisa Antoni), die sich auf einem Tanzfest ineinander verlieben, ohne zu wissen, dass sie zwischen den verfeindeten Jugendgangs stehen. Während sich die Gangmitglieder gegenseitig prügeln, verbringt das junge Paar eine Liebesnacht und träumt von einer andern Welt.

Doch die Aggressivität der testosteron-gesteuerten Jugendlichen aus verschiedenen Kulturen kennt keine Grenzen und der Hass auf die Fremden eskaliert. Es kommt zu einem Zweikampf zwischen den Anführern Riff (Jörn-Felix Alt) und Bernardo (Jurriaan Bles), dem Bruder von Maria.

Kampf als ästhetische Show

Regisseurin und Choreographin Melissa King bringt das Stück mit viel Temperament auf die Bühne. Die Aggressivität der Jugendlichen war an der Premiere vom Samstag bis in die hintersten, restlos besetzten Theaterreihen, spürbar.

Die Wut entlädt sich aber nicht in plumper Gewalt, bei der man lieber wegschaut, sondern wird zu einer faszinierenden Show. Die jungen, hervorragenden Tänzer, die teilweise zur Tanzkompanie des Theaters St. Gallen gehören, dominieren das zweistündige Musical.

Während der romantischen Liebesszenen spielt das Sinfonieorchester des Theater St. Gallen unter Chefdirigent Otto Tausk die sanften Töne des Musicals. Die Lieder entführen in eine andere Welt, die nicht von sozialen Missständen und Armut, Angst und Neid geprägt ist, sondern von Liebe.

Mit dem oft gehörten Song «Somewhere» endet die Geschichte zwar ohne Happy-End. Aber die Hoffnung bleibt, die Liebe könne die Welt eben doch ein kleines Stück besser machen. Eine Botschaft, die genau so zeitlos ist wie das Stück selbst.

www.theatersg.ch (sda)

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