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Venezuela kündigt Rückzug aus Staatenbund OAS an



Auf Anweisung von Präsident Nicolás Maduro zieht sich Venezuela aus der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) zurück. Das kündigte Aussenministerin Delcy Rodriguez am Mittwochabend (Ortszeit) in Caracas an.

OAS-Generalsekretär Luis Almagro hatte die venezolanische Regierung zuletzt immer wieder heftig kritisiert und Neuwahlen in dem südamerikanischen Land gefordert. «Niemals werden wir zulassen, dass kriecherische Lohnsklaven Venezuela beleidigen», schrieb Rodriguez.

Der blutige Machtkampf in Venezuela forderte am Mittwoch nach Zusammenstössen bei Demonstrationen zwei weitere Todesopfer. Damit kamen seit Anfang April bereits 32 Menschen ums Leben.

Der Bürgermeister des Stadtteils Chacao in der Hauptstadt Caracas, Ramón Muchacho, teilte mit, dass ein 20-Jähriger am Mittwoch durch eine in sein Gesicht abgefeuerte Tränengasgranate getötet worden sei. Zudem starb nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft ein durch Schüsse verletzter 22-Jähriger im Spital der Stadt Valencia.

Laut Generalstaatsanwältin Luisa Ortega wurden bis fast 500 Menschen verletzt und über 1200 festgenommen. Die Opposition warnt vor einer Diktatur durch Präsident Maduro und will Neuwahlen. Unterdessen wurde bekannt, dass drei Soldaten aus Protest gegen Maduro desertiert seien und im Nachbarland Kolumbien um Asyl baten.

Die Opposition hatte die Parlamentswahlen 2015 klar gewonnen, Maduro regiert mit Notstandsdekreten aber weitgehend am Parlament vorbei. Maduro will 500'000 Miliz-Angehörige mit Gewehren ausrüsten und warnt vor einem rechten Putsch gegen das Sozialismusprojekt, das von dem 2013 verstorbenen Präsidenten Hugo Chávez vor 18 Jahren begonnen wurde.

Angriffe von Banden

Videos zeigen immer wieder, wie mit den Sozialisten sympathisierende Banden Demonstrationen der Opposition angreifen - die Polizei geht zudem mit massivem Tränengaseinsätzen gegen Demonstranten vor. Maduro hingegen sagt, es gebe eine «gewalttätige Offensive» der Opposition, um eine ausländische Intervention" zu erzwingen.

Das Land mit den grössten Ölreserven leidet unter Hyperinflation und Devisenmangel - es steht am Rande der Pleite. (sda/dpa)

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