Tempo 30: Gemeinden wehren sich gegen Einschränkung im Strassenverkehr

Offener Brief an Rösti: Gemeinden wehren sich gegen Einschränkung im Strassenverkehr

06.11.2025, 11:0406.11.2025, 11:04

Städte und Gemeinden wollen keine weiteren Einschränkungen gegen die Einführung von Tempo-30-Zonen im Strassenverkehr durch Bund und Kantone. Die bestehende Aufgabenteilung zwischen den Staatsebenen soll respektiert werden.

Den offenen Brief an Verkehrsminister Albert Rösti und die kantonalen Baudirektorinnen und -direktoren unterzeichneten 600 Städte und Gemeinden über alle Parteigrenzen hinweg. Das teilten der Schweizerische Gemeindeverband und der Schweizerische Städteverband gemeinsam am Donnerstag mit.

In ihrem Brief beziehen sie sich auf eine Motion, die darauf abzielt, die Umsetzung von Tempo 30 auf sogenannten verkehrsorientierten Strassen zu erschweren. In diversen Kantonen wurden ähnliche Vorstösse eingereicht.

Zusätzliche bundesrechtliche oder kantonale Vorgaben führen zu unnötigen Einschränkungen, Verzögerungen und Rechtsunsicherheiten, hiess es weiter. Sie würden damit wirkungsvolle und notwendige Massnahmen für Verkehrssicherheit und Lärmschutz verhindern.

Gemeinde und Städte seien am besten in der Lage, die lokalen Bedürfnisse zu beurteilen und zweckmässige Lösungen umzusetzen. Die beiden Kommunalverbände lehnen vor allem die starre Verpflichtung zum Einbau lärmarmer Beläge ab, wie sie der aktuelle Umsetzungsvorschlag des Bundes vorsieht.

Nicht derselben Meinung ist der Touring Club Schweiz (TCS). Im Strassenverkehrsgesetz sei festgelegt, dass der Bundesrat für die Geschwindigkeitsvorschriften auf allen Strassen zuständig sei. Rösti handle also nach Gesetz und bisheriger Praxis. Die Städte haben laut dem TCS weiterhin Handlungsspielraum, es muss einfach die Hierarchie des Strassennetzes berücksichtigt werden. (sda)

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65 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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urs.meier13
06.11.2025 12:05registriert Juni 2016
Diese Aktion ist sehr gut und im Interesse der Städte&Gemeinden, welche am Puls des Geschehens sind und sehr wohl entscheiden können, ob Tempo30 die beste Lösung ist oder ob es andere braucht. Das ist gelebter Föderalismus! Der Zwang zu Flüsterbelägen seitens Bund ist ausserdem falsch: diese wirken nur wenige Jahre und kosten wesentlich mehr. Der vermehrte Pneuabrieb produziert zudem PFAS, ein grosses Zukunftsproblem - ohne wirkliche Lösung zurzeit.
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ABWESEND
06.11.2025 11:58registriert September 2024
ach der Touring Club Schweiz, der soll lieber seine Kindergartenbändel nicht verbocken statt sich hier so aufzuspielen.

der TCS verliert doch immer mehr Relevanz im Alltag, nun muss er sich an jedem noch so kleinen Strohhalm festhalten um im Gespräch zu bleiben?
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Fred_64
06.11.2025 12:22registriert Dezember 2021
Perfekte Aktion der Gemeinden und ich bin ganz sicher, da sind Hunderte von Gemeinden drin, welche klar Rechts regiert werden. Somit können die Autoraser nicht wieder das Übliche wegen den verhindernden Linken sagen.
Wenn das nichts nützt, dann sollen die Gemeinden eben ein Unterschriftensammlung starten, die haben sie schnell zusammen.
Zudem soll der TCS seine Statuten anpassen:
Der TCS bezweckt die Wahrung der Rechte und Interessen der Autofahrer im Strassenverkehr.
Den Satz "und im Bereiche der Mobilität im Allgemeinen" soll er löschen.
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