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Europol: Steckbriefe von «Europas Most Wanted» im Internet



Steckbriefe von 45 meistgesuchten Verbrechern Europas sind im Internet auf einer Website veröffentlicht worden. Bürger in der EU sind mit der Website «Europe's Most Wanted» aufgerufen, die Polizei bei der Fahndung zu unterstützen, wie Europol in Den Haag mitteilte.

Die Initiative geht von allen 28 EU-Staaten aus. Bislang beteiligen sich Polizeibehörden aus 23 EU-Mitgliedsstaaten. Sie haben die mutmasslichen Verbrecher aus ihren jeweiligen Ländern für diese Liste ausgewählt.

In 17 Sprachen sind die Informationen der Polizei zu lesen, dazu wurden die Fotos von mutmasslichen Mördern, Sexualverbrechern, Betrügern und Terroristen gestellt. Eine Rangliste soll diese Website nicht sein. Die Reihenfolge der Steckbriefe ändert sich willkürlich bei jedem erneuten Aufruf.

Wer sind diese 44 Männer und eine Frau? Der zur Zeit Bekannteste ist sicherlich Salah Abdeslam. Der Franzose nordafrikanischer Herkunft, 26 Jahre alt, sei «verantwortlich für die Anschläge in Paris am 13. November», liest man nach einem Doppelklick mit der Maus. «Sehr gefährliches und bewaffnetes Individuum», wird noch gewarnt.

Dem Belgier war es gelungen, sich in der Nacht der Attacken von Freunden aus Brüssel in Paris abholen zu lassen und auf dem Rückweg nach Brüssel mehrere Polizeisperren zu passieren. Auch zweieinhalb Monate nach der Anschlagsserie fehlt von ihm jede Spur.

Auch viele völlig unbekannte Verbrecher

Während Abdeslams Foto der Öffentlichkeit bereits weitgehend bekannt ist - das Bild wurde nach den Anschlägen bereits über alle möglichen Medien verbreitet - stehen auf der «Most Wanted»-Liste von Europol auch viele völlig unbekannte Verbrecher. So wird etwa ein 63-jähriger rumänische Yoga-Lehrer gesucht, dem Kindesmissbrauch und Kinderpornografie vorgeworfen werden.

Eine prominentere Figur ist der italienische Mafiaboss Matteo Messina Denaro. Der Anführer der sizilianischen Cosa Nostra, dem unter anderem Mord und schwere Körperverletzung zur Last gelegt werden, ist seit vielen Jahren flüchtig - nach ihm wird mit einem Schwarzweissfoto gefahndet.

Wer die österreichische Polizei auf die Fährte von Hime Lufaj aus dem Kosovo setzt, der einen Polizisten ermordet haben soll, kann mit einer Belohnung von 10'000 Euro rechnen.

«Können Sie helfen?», werden Besucher der Website gefragt. Sie können eine Nachricht hinterlassen, auch anonym, die dann direkt an die zuständige Polizeidienststelle weiter geleitet wird. Manche Fotos haben einen roten Balken mit der Aufschrift «Belohnung».

Es sind typische Verbrecherfotos, wie man sie aus Krimis oder Steckbriefen in Polizeidienststellen kennt. Aber auch verschwommene Kamera-aufnahmen oder uralte Passfotos.

Die Initiative geht von ENFAST aus, ein Netzwerk europäischer Polizeibehörden, die sich die Ergreifung Schwerkrimineller zum Ziel gesetzt hat. Europol unterstützt die Initiative. (sda/dpa/afp)

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