Bayer-Tochter Monsanto unterliegt in wichtigem US-Glyphosat-Prozess
Das zum Bayer-Konzern gehörende US-Unternehmen Monsanto muss fast 81 Millionen Dollar an den an Krebs erkrankten Edwin Hardeman zahlen. Dies entschied ein US-Gericht am Mittwoch. Der Rentner hatte den glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup über Jahre eingesetzt.
Der Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer verlor damit in den USA einen weiteren wichtigen Prozess um angeblich krebserregende Produkte der Tochter Monsanto. Eine Jury des zuständigen Bundesbezirksgerichts in San Francisco urteilte am Mittwoch, dass Monsanto für Krebsrisiken des Unkrautvernichtungsmittels Roundup mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat haftbar ist.
Monsanto muss dem Kläger Edwin Hardeman Schadenersatz in Gesamthöhe von rund 81 Millionen Dollar zahlen. Eine Stellungnahme des Mutterkonzerns Bayer lag zunächst nicht vor.
Wegweisender Fall
Für Bayer ist der Fall Hardeman hochbrisant, da es sich um einen richtungsweisenden «Bellwether Case» handelt. Damit ist im US-Recht eine Art Musterfall in einem Massenverfahren gemeint. Mehrere dieser repräsentativen Fälle sind angesetzt. Sie sollen den Streitparteien helfen, das Ausmass von Schäden und die Höhe denkbarer Vergleichszahlungen besser abschätzen zu können.
Insgesamt sind bei dem zuständigen US-Richter Vince Chhabria mehrere Hundert Klagen von Landwirten, Gärtnern und Verbrauchern gebündelt. (sda/dpa/afp)
