Thailänder wählen erstmals seit Putsch 2014 ein neues Parlament
Erstmals seit dem Putsch im Jahr 2014 wählen die Thailänder am heutigen Sonntag ein neues Parlament. Landesweit öffneten am Morgen 93'320 Wahllokale, wie der Generalsekretär der Wahlkommission, Jarungvich Phumma, am Sonntag mitteilte.
Im Mai 2014 hatte das Militär gegen die damalige Regierungschefin Yingluck Shinawatra geputscht. Junta-Chef Prayut Chan-O-Cha versprach zwar, die Macht binnen 18 Monaten an eine Zivilregierung zu übergeben. Die Parlamentswahl wurde danach aber mehrfach verschoben.
In dem südostasiatischen Königreich sind nun aber mehr als 51 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Insgesamt bewerben sich mehr als 100 Parteien um die 500 Sitze im Repräsentantenhaus. Die Wahllokale schliessen um 17.00 Uhr Ortszeit (11.00 Uhr MEZ). Erste Ergebnisse werden noch am Sonntag erwartet.
Militär zieht die Fäden
Die Wahl bedeutet nicht, dass die Demokratie in dem südostasiatischen Land vollständig wiederhergestellt wird. Im August 2016 hatte die Junta in einem umstrittenen Volksentscheid eine neue Verfassung durchgesetzt. Diese gibt der Armee unter anderem das Recht, sämtliche Mitglieder des Oberhauses zu bestimmen.
Beobachter erwarten ein gutes Abschneiden der mit dem Militär verbündeten Partei Phalang Pracharat und ihres Spitzenkandidaten, Junta-Chef Prayut. Dieser will nun ziviler Regierungschef werden. (sda/afp/dpa)
