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Proteste gegen umstrittene Wahl von Regierungschef in Hongkong



Bei der umstrittenen Wahl des neuen Regierungschefs in Hongkong ist es am Sonntag zu Protesten gekommen. Hunderte prodemokratischer Demonstranten mit dem Studentenführer Joshua Wong an der Spitze durchbrachen eine Polizeisperre.

Sie wurden aber schliesslich von einer Kette von Sicherheitskräften vor dem Kongresszentrum aufgehalten, wo die Wahl stattfindet. Es gab ein heftiges Gerangel zwischen Demonstranten und Polizisten. Auf Plakaten beklagten die Aktivisten «Wahlschwindel» und riefen: «Wir wollen allgemeines Wahlrecht.»

In dem Protestzug waren auch der prominente Abgeordnete «Langhaar» Leung Kwok-hung und Hongkongs jüngster Parlamentarier Nathan Law. Tausende von Polizisten sicherten das Kongresszentrum, in dem ein Peking-freundliches Wahlkomitee den neuen Regierungschef aussuchte.

Lam als Wunschkandidatin

Da die kommunistische Führung in Peking den Hongkongern ungeachtet früherer Zusagen keine freie Wahl erlaubt, besetzen 1194 Mitglieder der Wirtschaftselite und anderer Interessengruppen das Spitzenamt in der früheren britischen Kronkolonie. Allen Erwartungen nach dürfte die bisherige Verwaltungschefin Carrie Lam ausgewählt werden, die als Wunschkandidatin Pekings gilt.

Kaum jemand rechnet damit, dass sich die Mehrheit des Wahlkomitees dem Willen Pekings widersetzen und den nach Umfragen beliebteren früheren Finanzminister John Tsang wählen könnte. Er geniesst die Unterstützung der demokratischen Opposition, aber nicht das Vertrauen Pekings. Der dritte Kandidat, Richter Woo Kwok Hing, dürfte hingegen keine Chancen haben.

Auch pro-chinesische Demonstranten

Das Ergebnis der ersten Abstimmungsrunde dürfte gegen Mittag Ortszeit (Morgen MESZ) vorliegen. Der Gewinner braucht mindestens 601 Stimmen, sonst folgt eine zweite Runde. Auch pro-chinesische Kräfte hatten Gegendemonstrationen nahe des Kongresszentrums organisiert, um Unterstützung für das von Peking gelenkte Wahlverfahren zu zeigen: «Dies ist eine glückliche Versammlung», sagte der Textilkaufmann Ivan Tsim in der Gruppe. «Nicht wie die Leute da drüben», sagte der 60-Jährige und zeigte hinüber zu den prodemokratischen Demonstranten.

Mit dem Ruf nach mehr Demokratie hatte die «Regenschirm-Bewegung» 2014 Teile der asiatischen Wirtschafts- und Finanzmetropole wochenlang lahmgelegt. Es war die schwerste Krise seit der Rückgabe Hongkongs 1997, das nach dem Grundsatz «ein Land, zwei Systeme» unter chinesischer Souveränität autonom regiert wird. (sda/dpa)

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