Schweiz
Armee

F-35: Bürgerliche wollen jetzt auch Alternativen

This image from video provided by U.S. Central Command shows an F-35 being launched from an aircraft carrier in support of Operation Epic Fury on Saturday, Feb. 28, 2026. (U.S. Central Command via AP) ...
F-35-Jets standen am Samstag, 28. Februar 2026, beim US-Angriff auf den Iran im Einsatz.Bild: keystone

Bürgerliche wollen plötzlich Alternativen zum F-35-Jet

Die F-35-Kampfflugzeuge aus den USA sind schon lange bestellt. Doch nach Kritik von den linken Parteien hadern jetzt vermehrt auch die Bürgerlichen mit den Jets und loten Alternativen aus.
01.03.2026, 09:3801.03.2026, 10:06

In der Debatte um die F-35-Kampfflugzeuge zeichnet sich ein Kurswechsel ab. Bürgerliche Sicherheitspolitiker stellen den in diesen Kreisen bisher mehrheitlich als alternativlos geltenden Jet zunehmend infrage, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet. Grund sind steigende Kosten, Finanzierungsprobleme bei der Armee und die angespannte Sicherheitslage.

SVP-Nationalrat Markus Schnyder räumt ein, dass es bei der Beschaffung der F-35 Fragezeichen gebe. «Wir brauchen temporär Alternativen», sagt er. Auch FDP-Nationalrätin Maja Riniker fordert angesichts der geopolitischen Lage neue Lösungen – «sonst ist unser Luftraum bald ungeschützt». Die bestehenden Kampfjets werden bis Anfang der 2030er-Jahre ausser Dienst gestellt.

Der neu gewaehlte Nationalrat Markus Schnyder (SVP) posiert fuer ein Portrait bei den Eidgenoessischen Wahlen, am Sonntag, 22. Oktober 2023 in Glarus. Die Schweizer Buergerinnen und Buerger waehlen da ...
SVP-Nationalrat Markus Schnyder fordert Alternativen zum F-35-Jet.Bild: keystone

Tiger und F/A-18 sollen länger im Einsatz bleiben

Schnyder setzte in der Sicherheitspolitischen Kommission durch, den Weiterbetrieb der F-5 Tiger erneut zu prüfen. Auch eine Verlängerung der F/A-18 soll neu beurteilt werden, als Zugeständnis an die SP.

Eigentlich hatte das Parlament erst letztes Jahr das Aus der Tiger beschlossen. Aktuell stehen noch 14 Maschinen im Dienst, unter anderem bei der Patrouille Suisse. Schnyder warnt davor, vor dem Eintreffen der F-35 auf die Tiger zu verzichten. «Alte Flugzeuge sind immer noch besser als gar keine», sagt er. Sie könnten weiterhin im Luftpolizeidienst oder zur Zieldarstellung eingesetzt werden und so andere Jets entlasten. FDP-Nationalrätin Maja Riniker teilt diese Einschätzung laut des «Tages-Anzeigers».

Tiger F5 airplanes from the Patrouille Suisse perform during the annual airshow of the Swiss Army in the Axalp area near Meiringen, Canton of Berne, Switzerland, on Thursday, October 20, 2022. (KEYSTO ...
F-5 Tiger sind noch bei der Patrouille Suisse im Einsatz.Bild: keystone

Zweifel an der Einflottenstrategie

Schnyder stellt auch die bei den Bürgerlichen bisher unbestrittene Einflottenstrategie mit den F-35 infrage. Er plädiert für den Einsatz mehrerer Jet-Typen, um Kosten zu senken und die Einsatzfähigkeit zu erhöhen. Eine Mehrflottenstrategie biete im Ernstfall mehr Flexibilität, so der frühere Luftwaffenoffizier.

Unterstützung kommt auch aus der Mitte und der FDP. Mitte-Nationalrat Reto Nause hält eine Kombination mit europäischen Jets für möglich, möchte aber an den F-35 festhalten. FDP-Nationalrätin Maja Riniker schliesst eine Mehrflottenstrategie ebenfalls nicht aus und verweist auf die Priorität einer europäischen Sicherheitskooperation.

VBS lehnt Tiger-Verlängerung ab

Das Verteidigungsdepartement schliesst einen Weiterbetrieb der F-5 Tiger aus. Dieser sei weder finanziell noch sicherheitspolitisch sinnvoll. Die Jets sollen weiterhin spätestens Ende 2027 ausser Dienst gehen. Der Bundesrat verweist auf Investitionen von rund 500 Millionen Franken und hohe Betriebskosten. Zwar hält Bundesrat Martin Pfister zusätzliche Flugzeugtypen grundsätzlich für möglich, warnt aber vor Mehrkosten.

KEYPIX - Bundesrat Martin Pfister, kommt zur einer Medienkonferenz ueber die Aenderung des Bundesgesetzes ueber den Nachrichtendienst: Ergebnisbericht zum Vernehmlassungsverfahren von 2022 und Botscha ...
Martin Pfister schliesst einen Weiterbetrieb der F-5 Tiger aus.Bild: keystone

SP sieht sich durch bürgerliche Signale bestätigt

Die SP zeigt sich überrascht über die neuen Töne aus dem bürgerlichen Lager, das nun eine Mehrflottenstrategie erwägt – ein Anliegen, das die Partei seit Jahren vertritt. Nationalrätin Andrea Zryd spricht von einer «Hoffnung, dass daraus etwas Grösseres entstehen kann».

Die SP setzt sich schon seit einiger Zeit für einen längeren Einsatz der F/A-18 ein. Einen Weiterbetrieb der F-5 Tiger betrachtet Zryd als «Kompromiss», der Zeit verschaffe, um eine moderne Luftraumverteidigung zu planen. Sie betont die Bedeutung enger europäischer Partnerschaften und einer verlässlichen Drohnenabwehr und deutet an, dass die Schweiz möglicherweise künftig weniger Kampfjets benötigen wird. (hkl)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
58 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Thomas Barth
01.03.2026 09:49registriert März 2020
Mein Gott, wie lange noch brauchen diese Deppen noch zu erkennen, dass wir Alternativen in Europa haben!
813
Melden
Zum Kommentar
avatar
Rethinking
01.03.2026 10:06registriert Oktober 2018
„den Einsatz mehrerer Jet-Typen, um Kosten zu senken“

Bei mehreren Typen werden die Kosten steigen!

Wenn ihr die Kosten ernsthaft senken wollt, verzichtet auf den F-35 und bestellt ein vernünftiges Modell aus Europa
692
Melden
Zum Kommentar
58
Nach US-Besuch: Zahlreiche Fragen zu F-35-Beschaffung bleiben offen
Nach dem Besuch des Staatssekretär für Sicherheitspolitik, Markus Mäder, in Washington am Mittwoch bleiben zahlreiche Fragen zur Beschaffung der F-35-Kampfjets offen. Eine mögliche Kooperation zwischen den USA und anderen europäischen F-35-Käufern werde geprüft.
Zur Story