Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
FILE - In this Friday Feb. 5, 2016 file photo, Wikileaks founder Julian Assange speaks from the balcony of the Ecuadorean Embassy in London. Assange will be interviewed by Fox News Channel's Sean Hannity on

Wikileaks-Gründer Julian Assange Bild: Kirsty Wigglesworth/AP/KEYSTONE

Rückzieher: Assange will trotz Freilassung Mannings vorerst nicht in die USA



Wikileaks-Gründer Julian Assange macht offenbar einen Rückzieher: Seiner kürzlichen Ankündigung, bei einer Freilassung von Wikileaks-Informantin Chelsea Manning seiner Auslieferung an die USA zuzustimmen, will er nun nicht Taten folgen lassen.

Assange hatte vergangene Woche via Wikileaks angekündigt, im Fall einer Begnadigung von Manning einer Auslieferung in die USA zuzustimmen, dies trotz der «klaren Verfassungswidrigkeit» der gegen ihn erhobenen Vorwürfe.

«So lange es die Bedrohung aus den USA gegen Assange gibt, wird er sein politisches Asyl ausüben.»

Assanges schwedischer Anwalt Per Samuelson

Nach der von US-Präsident Barack Obama angekündigten Begnadigung der US-Whistleblowerin Manning will Assange zunächst in der ecuadorianischen Botschaft in London bleiben. Es sei noch zu früh zu sagen, ob er sich nun wie angekündigt ausliefern lasse, sagte Assanges schwedischer Anwalt Per Samuelson am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

«Teilerfolg für Wikileaks»

«Er sieht das als grossen Teilerfolg, um nicht nur Manning, sondern auch Wikileaks und sich selbst zu rehabilitieren», sagte Samuelson über Assange. Er fügte hinzu: «So lange es die Bedrohung aus den USA gegen Assange gibt, wird er sein politisches Asyl ausüben.»

Assange war vor mehr als vier Jahren in die Botschaft Ecuadors in London geflüchtet, um einer Verhaftung zu entgehen. Gegen den Australier liegt ein europäischer Haftbefehl wegen eines Vergewaltigungsvorwurfs in Schweden vor. Er befürchtet, über Schweden an die USA ausgeliefert zu werden, wo ihm eine lange Haft wegen Geheimnisverrats drohen könnte.

Freilassung kein Zusammenhang mit Assange

US-Präsident Obama hatte Mannings Haftstrafe am Dienstag von 35 auf sieben Jahre verkürzt. Sie soll nun im Mai freikommen. Sprecher des Weissen Hauses erklärten der «Washington Post» zufolge, Obamas Entscheidung, Manning zu begnadigen, habe nichts mit Assanges Ankündigung zu tun, sich an die USA ausliefern zu lassen.

Manning hatte - als sie noch als Mann lebte und Bradley Manning hiess - im US-Militär gedient und Wikileaks Hunderttausende geheime Dokumente des US-Militärs und des Aussenministeriums zugespielt. Sie gaben Einblick in brisante Botschaftsdepeschen und Fehlverhalten des US-Militärs, wodurch die Regierung schwer unter Druck geriet.

«In fünf Monaten bist du frei. Danke für das, was du für alle getan hast, Chelsea. Bleib noch eine Weile stark!»

Edward Snowden

Dass Manning erst im Mai freikommt, ist nach einem Bericht der «New York Times» eine übliche Übergangszeit bei Begnadigungen. In dieser Zeit solle etwa ein Ort gefunden werden, an dem Manning nach ihrer Freilassung leben könne.

Prominente Republikaner kritisierten die Entscheidung scharf. Kongress-Sprecher Paul Ryan nannte Obamas Beschluss ungeheuerlich und einen gefährlichen Präzedenzfall für andere Personen, die die nationale Sicherheit der USA gefährdeten.

«Überfälliger Schritt»

Nichtregierungsorganisationen wie Amnesty International oder Reporter ohne Grenzen hingegen würdigten die Begnadigung Mannings am Mittwoch als «lange überfälligen Schritt». Gleichzeitig forderten sie auch ein Ende der Verfolgung für Whistleblower wie Edward Snowden.

Dieser begrüsste Mannings Begnadigung und schrieb auf Twitter: «Danke, Obama.» An die Whistleblowerin gerichtet fügte Snowden hinzu: «In fünf Monaten bist du frei. Danke für das, was du für alle getan hast, Chelsea. Bleib noch eine Weile stark!»

Weitere zwei Jahre in Russland

Snowden hatte selbst als Whistleblower die NSA-Abhöraktionen öffentlich gemacht und muss eine hohe Strafe in den USA befürchten, falls er aus seinem Asyl in Russland heimkehrt. Russland verlängerte nun Snowdens Aufenthaltserlaubnis um weitere zwei Jahre bis Sommer 2019, wie das Aussenministerium am Mittwoch bekanntgab.

Die US-Regierung war immer darauf bedacht gewesen, zwischen dem Fall Manning und dem Snowdens zu unterscheiden. Im Gegensatz zu der von einem Militärgericht verurteilten und geständigen Manning sei der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Snowden «in die Arme eines Gegners geflohen», sagte Obamas Sprecher Josh Earnest. Snowdens Taten seien «viel schwerwiegender und gefährlicher». (whr/sda/dpa/afp)

Whistleblower

Das könnte dich auch interessieren:

Lehrer M. zur Pisa-Studie: «Schüler erzählen mir fast triumphierend, dass sie nicht lesen»

Link zum Artikel

Toiletgate im Weissen Haus: Wegen Trumps Klo-Tirade lacht das Internet Tränen

Link zum Artikel

Stell dir deine Pizza zusammen und wir sagen dir, ob du Gourmet oder Banause bist

Link zum Artikel

8 Zeichnungen des ersten Terrorhäftlings, die zeigen, wie die Amerikaner folterten

Link zum Artikel

Glück vor Geld – Island treibt Wirtschaft der Zukunft voran

Link zum Artikel

Shaqiri erhält nach Traum-Comeback ein Sonderlob von Klopp – und eine Entschuldigung

Link zum Artikel

Ho ho ho! Der Bundesrat schnürt das Budgetpäckli: Dafür gibt er am meisten Geld aus

Link zum Artikel

Das beste Kamera-Handy gibt's jetzt in der Schweiz – wir haben es getestet

Link zum Artikel

Diese Schweizer Organisationen erhalten am meisten Spendengelder

Link zum Artikel

TikTok zensiert Videos von Menschen mit Behinderung – um sie vor Mobbing zu schützen 🤔

Link zum Artikel

Wegen «Wildwest-Modell» von Uber & Co. – warum bald Millionen in den AHV-Kassen fehlen

Link zum Artikel

Alphabet Inc. – das macht der Mega-Konzern hinter Google wirklich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Lehrer M. zur Pisa-Studie: «Schüler erzählen mir fast triumphierend, dass sie nicht lesen»

157
Link zum Artikel

Toiletgate im Weissen Haus: Wegen Trumps Klo-Tirade lacht das Internet Tränen

48
Link zum Artikel

Stell dir deine Pizza zusammen und wir sagen dir, ob du Gourmet oder Banause bist

157
Link zum Artikel

8 Zeichnungen des ersten Terrorhäftlings, die zeigen, wie die Amerikaner folterten

229
Link zum Artikel

Glück vor Geld – Island treibt Wirtschaft der Zukunft voran

103
Link zum Artikel

Shaqiri erhält nach Traum-Comeback ein Sonderlob von Klopp – und eine Entschuldigung

22
Link zum Artikel

Ho ho ho! Der Bundesrat schnürt das Budgetpäckli: Dafür gibt er am meisten Geld aus

57
Link zum Artikel

Das beste Kamera-Handy gibt's jetzt in der Schweiz – wir haben es getestet

33
Link zum Artikel

Diese Schweizer Organisationen erhalten am meisten Spendengelder

15
Link zum Artikel

TikTok zensiert Videos von Menschen mit Behinderung – um sie vor Mobbing zu schützen 🤔

6
Link zum Artikel

Wegen «Wildwest-Modell» von Uber & Co. – warum bald Millionen in den AHV-Kassen fehlen

31
Link zum Artikel

Alphabet Inc. – das macht der Mega-Konzern hinter Google wirklich

0
Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

Lehrer M. zur Pisa-Studie: «Schüler erzählen mir fast triumphierend, dass sie nicht lesen»

157
Link zum Artikel

Toiletgate im Weissen Haus: Wegen Trumps Klo-Tirade lacht das Internet Tränen

48
Link zum Artikel

Stell dir deine Pizza zusammen und wir sagen dir, ob du Gourmet oder Banause bist

157
Link zum Artikel

8 Zeichnungen des ersten Terrorhäftlings, die zeigen, wie die Amerikaner folterten

229
Link zum Artikel

Glück vor Geld – Island treibt Wirtschaft der Zukunft voran

103
Link zum Artikel

Shaqiri erhält nach Traum-Comeback ein Sonderlob von Klopp – und eine Entschuldigung

22
Link zum Artikel

Ho ho ho! Der Bundesrat schnürt das Budgetpäckli: Dafür gibt er am meisten Geld aus

57
Link zum Artikel

Das beste Kamera-Handy gibt's jetzt in der Schweiz – wir haben es getestet

33
Link zum Artikel

Diese Schweizer Organisationen erhalten am meisten Spendengelder

15
Link zum Artikel

TikTok zensiert Videos von Menschen mit Behinderung – um sie vor Mobbing zu schützen 🤔

6
Link zum Artikel

Wegen «Wildwest-Modell» von Uber & Co. – warum bald Millionen in den AHV-Kassen fehlen

31
Link zum Artikel

Alphabet Inc. – das macht der Mega-Konzern hinter Google wirklich

0
Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

6
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • chrisdea 18.01.2017 17:49
    Highlight Highlight Sorry, kann ich ihm nicht verüblen. Politisch vielleicht nicht die beste Wahl, aber menschlich absolut nachvollziehbar.
  • Bijouxly 18.01.2017 16:56
    Highlight Highlight Unedel
  • HabbyHab 18.01.2017 16:22
    Highlight Highlight Und sobald Donald im Amt ist, reist er wieder in die USA oder was?
  • Grundi72 18.01.2017 16:13
    Highlight Highlight Pfeiffe..
    • opwulf 18.01.2017 16:31
      Highlight Highlight Hättest du den Mut wenn du in seiner Position stecken würdest? Und was die Vergewaltigungsvorwürfe betrifft - abgesehen davon ob es unserem Verständnis von einer Vergewaltigung entspricht oder nicht (die mögliche Tat wurde in Schweden gemacht daher zählt richtiger- und logischerweise das schwedische Gesetz) - wird er erst beschuldigt, daher trifft auch auf ihn die Unschuldsvermutung! Und wie schaut es aus betreffend den Daten-CD's für die NRW-Regierung? Wie stehst du hierzu? Würde mich interessieren!
    • Tiny Rick 18.01.2017 18:23
      Highlight Highlight Absolut