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«Pädu» Anliker erhält posthum Preis für sein Engagement



Der letzte Woche überraschend verstorbene Thuner Kulturveranstalter Beat «Pädu» Anliker ist von der Stadt mit dem Thunpreis für seine besonderen Verdienste ausgezeichnet worden. Die seit langem geplante Preisverleihung fand in Absprache mit Anlikers Angehörigen statt.

Anliker prägte mit seinem Kulturlokal «Café Bar Mokka» 30 Jahre lang das Thuner Kulturleben und noch viel mehr. In der ganzen Schweiz und weit darüber hinaus war das «Mokka» bekannt.

Anliker machte aus seinem Klub ein eigenwilliges, liebenswertes Universum. Dort war er Zeremonienmeister, Kulturmanager, Musikkenner, Talentförderer, Jugendarbeiter, Koch, Gastgeber, Lichttechniker, Mischer, Hauswart und Dekorateur in Personalunion.

Für viele Thunerinnen und Thuner war das «Mokka» so etwas wie ein kultureller Heimathafen. Der «Möggu», wie die Thuner das Lokal liebevoll nennen, bot Grossstadtkultur in der Provinz.

Im beschaulichen Thun fiel der kettenbehangene Hüne mit seiner Löwenmähne, den geschminkten Augen und den ausgefallenen Kleidern auf. Nicht selten eckte er an, gerade bei den Behörden. Er war ein streitbarer Geist; aber einer, der seine Heimatstadt liebte und ihr stets die Treue hielt.

Mit der Zeit mag zwischen «Pädu» und den Behörden so etwas wie «Reibungswärme» entstanden sein. Auf jeden Fall entspannte sich das Verhältnis allmählich. Anliker hatte die Stadt Thun auf die Landkarte der wichtigen Konzertorte der Schweiz gehievt.

Engagement mit Herzblut

Vor einigen Monaten entschieden sich die Thuner Behörden, den 59-Jährigen für sein langjähriges mit viel Herzblut erbrachtes Engagement mit dem Thunpreis auszuzeichnen. Der Preis wird in unregelmässigen Abständen für ausserordentliche Leistungen zugunsten der Stadt verliehen.

Vergangenen Dienstagabend erlag «Pädu» Anliker, wenige Tage vor der Preisverleihung, unerwartet einem Herzstillstand. Die Bestürzung über seinen Tod war gross, nicht nur in seiner Heimatstadt.

«Deine unglaubliche Präsenz ist nicht einfach verschwunden», sagte der Autor Pedro Lenz in seiner Laudatio am Dienstagabend im Thuner Rathaus. Einer wie Anliker bliebe für immer. (sda)

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