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Venezuela will Gold verkaufen: Opposition warnt die Deutsche Bank



Venezuelas Opposition warnt die Deutsche Bank vor einem Goldgeschäft mit der sozialistischen Regierung des Krisenlandes, das dringend frische Devisen braucht.

Laut Berichten gab es bereits 2016 immer wieder sogenannte Swap-Geschäfte, bei denen die venezolanische Zentralbank einer anderen Bank Goldreserven für eine bestimmte Zeit leiht und dafür Devisen erhält. In einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Brief von Parlamentspräsident Julio Borges an Deutsche-Bank-Chef John Cryan fordert Borges, das Geschäft nicht einzugehen, da Präsident Nicolás Maduro eine Diktatur errichte. Zudem unterstütze die Bank sonst eine Regierung mit «Verbindungen zum Drogenhandel und internationalen Terrorismus».

Venezuela wird derzeit von einer schweren Staatskrise und einem blutigen Machtkampf erschüttert. Da rund 95 Prozent der Staatseinnahmen aus dem Erdölverkauf kommen, leidet das Land stark unter dem Erdölpreisverfall - als Notlösung wird das Goldgeschäft angesehen. Unter dem 2013 verstorbenen Präsidenten Hugo Chávez wurden die Goldreserven ins Land geholt, seit 2015 hat Venezuela aber angeblich bereits weit über die Hälfte seiner einst 361 Tonnen Gold verkauft oder verpfändet. Es wurde zum wohl grössten Goldverkäufer der Welt. Die Zentralbank beziffert den Wert der noch vorhandenen Reserven nach Angaben des Portals «El Nacional» auf 7.727 Milliarden US-Dollar.

Weil die Regierung die Wirtschaft ruiniert habe, setze sie für den Machterhalt auf ein Gold-Swap-Geschäft, um an Dollar zu kommen. Wegen der Bedienung der Auslandsschulden und eine der höchsten Inflationsraten der Welt hat das Land kaum noch Rücklagen, um Medikamente und Lebensmittel einzuführen. Die Versorgungskrise ist dramatisch.

Schweigemarsch ohne Vorkommnisse

Neben diesem Einzelprotest haben zehntausende Menschen erstmals seit Wochen im sozialistischen Venezuela ohne massive Behinderung durch Tränengas gegen Präsident Nicolás Maduro demonstriert. Nachdem Demonstrationszüge zuvor reihenweise gestoppt worden waren, konnten Anhänger der Opposition am Samstag wie geplant zum Sitz der Bischofskonferenz marschieren. Es war ein Trauermarsch für die bisher 21 Toten, die bei Protesten und Plünderungen getötet worden waren. Viele Menschen kleideten sich für den Schweigemarsch ganz in weiss und trugen weisse Rosen.

Überall waren die Strassen dicht gesäumt, ein Polizist mit Gasmaske streichelte den Kopf einer alten Frau, die Gewaltfreiheit anmahnte. Erstmals seit Ausbruch der Proteste Anfang April genehmigte die Polizei die geplante Route und hielt sich zurück. Die Opposition will am Montag wieder mit Hunderttausenden «richtig» demonstrieren.

Seit dem Ausbruch der Proteste am 4. April seien mindestens 1289 Menschen festgenommen worden, teilte die Organisation Foro Penal Venezolano mit. Foro Penal ist ein Zusammenschluss von 200 Anwälten, die sich um Gefangene kümmern.

Die Opposition, die Ende 2015 die Parlamentswahl klar gewonnen hatte, fordert freie Wahlen und ein Ende der Präsidentschaft von Nicolás Maduro, dem sie die Vorbereitung einer Diktatur vorwerfen. Weitere Forderungen sind: die Freilassung von politischen Gefangenen wie des einflussreichen Oppositionspolitikers Leopoldo López; die Achtung der Entscheidungen des Parlaments sowie ein humanitärer Korridor, um die Menschen mit Lebensmitteln und Medikamenten zu versorgen. (sda/dpa)

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