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Gesundheit: Krankenkassenverband erwartet deutliche höhere Prämien



Drei bis vier Prozent höhere Krankenkassenprämien in der Grundversicherung: Dies droht laut dem Krankenkassendachverband Santésuisse für das nächste Jahr. Schuld an der Kostensteigerung sei jedoch nicht in erster Linie der vermehrte Arztbesuch, wie bisher geglaubt.

Der Hauptgrund für das «ungebremste Kostenwachstum» sei vielmehr, dass pro Behandlung höhere Kosten anfallen, teilte Santésuisse am Freitag mit. Unter anderem, weil gewisse Tarifpositionen häufiger abgerechnet würden. Der Verband beruft sich dabei auf eine eigene Analyse.

Auffallend sei, dass die Tarifposition «Konsultation in Abwesenheit des Patienten» viel häufiger abgerechnet werde, heisst es in der Medienmitteilung. In diese Kategorie fällt unter anderem das Aktenstudium.

Besonders Spezialärzte wie Radiologen, Gastroenterologen, Orthopäden und Urologen schöpften diese Tarifposition massiv aus, schreibt der Verband. Dass sie dabei schummeln und mehr Zeit aufschreiben als sie eigentlich brauchen, wollte die Santésuisse-Direktorin allerdings nicht unterstellen. «Das können wir so nicht sagen», sagte Verena Nold der Nachrichtenagentur sda. Man könne nur feststellen, dass es hier ein starkes Kostenwachstum gäbe.

Mehr Ärzte

Neben den höheren Kosten pro Behandlung nennt Santésuisse einen zweiten Hauptgrund für das Steigen der Gesundheitskosten: Dass es mehr Ärzte gäbe. Die Zunahme gehe noch auf die Zeit vor dem Zulassungsstopp zurück.

In den Jahren 2012 und im ersten Halbjahr 2013 seien die Zulassungen für Spezialärzte stark angestiegen. Vor allem Ärzte aus den teuren Bereichen Radiologie, Kardiologie, Urologie, Herzchirurgie und Orthopädie hätten neu zu praktizieren begonnen. Die Folgen davon zeigten sich jetzt bei den Kosten.

Insgesamt führten diese Entwicklungen dazu, dass die Kosten für ambulante Arzt- oder Spitalbesuche überdurchschnittlich stark stiegen, schreibt Santésuisse. Der Verband rechnet mit einem Kostenanstieg von fünf Prozent für diesen Bereich im laufenden Jahr.

Die gesamten Gesundheitsausgaben der Grundversicherung dürften gemäss Santésuisse-Schätzung um 3.5 Prozent steigen. Und da die Prämien ein Spiegelbild der Kosten seien, drohe folglich eine Erhöhung um drei bis vier Prozent. Je nach Wohnkanton, Prämienregion, Krankenkasse, Versicherungsmodell und Franchise seien aber Abweichungen nach unten und oben möglich. (sda)

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