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Nahost: UNO-Sicherheitsrat befasst sich mit Konflikt im Nahen Osten



Der UNO-Sicherheitsrat hat in einer Sondersitzung über Wege zu einem «Ende des sinnlosen Blutvergiessens im Nahen Osten» diskutiert. US-Aussenminister Kerry sprach derweil am Telefon mit Israels Ministerpräsident Netanjahu und mit Palästinenserpräsident Abbas.

Vor dem Sicherheitsrat sagte UNO-Vertreter Tayé-Brook Zerihoun, «wir rufen alle Seiten dazu auf, die Unverletzlichkeit von heiligen Stätten zu akzeptieren». Zerihoun unterrichtete das Gremium am Freitag in New York über einen Brandanschlag palästinensischer Jugendlicher auf das Josefsgrab in Nablus unterrichtet.

Auch wenn es keine Verletzten gegeben habe, sei der Anschlag als solcher «verwerflich», sagte Zerihoun. Nach biblischer Überlieferung ist das Grab die Ruhestätte von Josef, einem Sohn des Patriarchen Jakob.

Israels Herrschaft über die Palästinenser und geringe Aussichten auf einen eigenen Staat hätten «lange schwelenden palästinensischen Ärger in ausgesprochene Wut» verwandelt, erklärte Zerihoun. Die aktuelle Krise könne nicht nur durch verstärkte Sicherheitsmassnahmen gelöst werden.

Israels UNO-Botschafter Danny Danon hatte vor dem Beginn der Sitzung Palästinenserpräsident Mahmud Abbas beschuldigt, eine «gefährliche Aufwiegelung» durch «hasserfüllte Reden» gegen Israel zu betreiben.

Über Treffen gesprochen

Angesichts der Gewalt im Nahen Osten haben die USA ihre Anstrengungen für eine Deeskalation verstärkt: US-Aussenminister John Kerry telefonierte am Freitag separat mit Benjamin Netanjahu und Mahmud Abbas. Kerry, der am Abend in Mailand in Italien eingetroffen war, sprach mit Netanjahu auch über ein mögliches Treffen «in Europa in naher Zukunft», wie ein US-Diplomat mitteilte.

Voraussichtlich kommt es nächste Woche in Berlin zu einem Treffen. Netanjahu trifft dort bereits die deutsche Kanzlerin Angela Merkel. Der israelische US-Botschafter Ron Dermer sagte dem Nachrichtensender CNN am Freitag, Kerry wolle mit Netanjahu über die eskalierende Gewalt in Israel und den Palästinensergebieten sprechen.

US-Präsident Barack Obama zeigte sich am Freitag sehr beunruhigt über die jüngste Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern. Er rief Netanjahu und Abbas auf, auf Äusserungen zu verzichten, «die Gewalt oder Wut oder Missverständnisse nähren könnten».

Die Spannungen zwischen Palästinensern und Israelis hatten zuletzt wieder deutlich zugenommen. Bei Angriffen von Palästinensern starben seit Monatsbeginn sieben Israelis. Auf palästinensischer Seite gab es fast 40 Tote, darunter mutmassliche Angreifer. (sda/afp/dpa)

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