Wir wollen Teller, verdammt!
Hey, erinnert ihr euch noch an diesen Restauranttrend, bei dem das Essen auf allem Möglichen serviert wurde, nur nicht auf, weisch, Tellern?
Naja, wir hätten gedacht (oder: gehofft), dass diese Frivolität der Hipster-Hochkultur längst in die Annalen der Geschichte verbannt worden wäre. Doch leider nein, offenbar. Denn, wenn man basisdemokratischen Quellen wie dem «We Want Plates»-Reddit Glauben schenken darf, bestehen Restaurantmanager weltweit immer noch darauf, in Bereichen kreativ zu sein, in denen niemand danach verlangt.
Beispiele gefällig? Bitte sehr:
Fangen wir mit einem Klassiker an!
«Ich kann nicht einmal den Ahornsirup darüber geben, sonst landet er überall», so der verzweifelte Kommentar. Korrekt observiert! Ebendarum existieren ja TELLER.
Oh, guckt! Hier hat's tatsächlich einen Teller:
Hä? Es hat ja einen TELLER! Wozu die Kochutensilien? WAS IST DER SINN?
Absolute Transparenz, was die Portionengrösse betrifft:
«Sicherlich einer der schlechtesten Salate, die ich je gegessen habe.»
Das glauben wir dir, Kumpel. Das glauben wir dir.
«Es wurde in einer Schüssel aus Schokolade serviert, ...»
«... die beim Servieren sofort auseinanderbrach. Genial.»
«Seltsame Art, Erdbeeren mit Sahne zu essen, oder?»
«Aber ja, werter Herr, unser hausgemachter Hummus ist exquisit! Wahrlich, ... ein Kunstwerk!»
Empanadas, serviert auf dem Rückengrat eines Thunfischs. Auf einer tonnenschweren Steinplatte. Boah, hier hat jemand ganze Arbeit geleistet.
Derweil, der Kommentar: «Früher war dieses Restaurant in Guadalajara, Mexiko, eine grossartige Adresse, um fantastische mexikanische Gourmetküche zu geniessen, aber das ist einfach nur traurig und teuer.»
«Brownie und Glace auf einer Baumstammscheibe, in der ein riesiger Spalt ist.»
Gut überlegt. Nicht.
Nein, halt! Die Baumstammscheibe mit Spalt wäre doch perfekt für ...
... «Mein Caesar Salad auf einem Holzscheit … mittig geteilt.»
«Deconstructed sushi». Jawohl, verehrte Damen und Herren, wir präsentieren, «deconstructed sushi», ...
... serviert auf Vecnas Nachgeburt aus dem Upside-Down.
«Bitte sehr! Ihre Gemüsebeilage!»
«Öh ... dürfte ich die restlichen drei Viertel des Tellers noch bekommen?»
Und BEIM EINEN MAL, bei dem ein Schneidebrett tatsächlich ANGEBRACHT gewesen wäre, ... kommt dann das:
«26 Dollar für dieses ‹Charcuterie Board›. Charcuterie ... BOARD! Es heisst sogar ‹BRETT›! Und ich musste tatsächlich die Plastikfolie selbst abziehen.»
Linguine al ragu ...
... im Goldfischglas.
Aber halt – es geht noch besser:
Tadaaa!
Wie heisst es doch, in «Finding Nemo»? «Fische sind Freunde, kein Futter», oder nicht?
«Dessert, serviert auf einem Gipsabdruck des Sportschuhs des Küchenchefs.»
Lasst das euch mal auf der Zunge zergehen: Serviert auf einem Gipsabdruck. Des Sportschuhs. Des Küchenchefs.
Ach, Gyōza auf der Barfood-Speisekarte ist langweilig, sagst du?
Okay, dann halt Gyōza-auf-einem-Tierschädel-auf-einem-Holzbrett-mit-einem-Loch-darin! Immer noch langweilig?
Mmh, gluschtig!
Jap – gerösteter Röseliköhl, serviert in einer Toilettenschüssel. Nein, wir müssen die Andeutung hier nicht näher ausführen.
«Und ich wünschte, es wäre ein Scherz.»
Und wenn es nicht zurückgespult wurde, kostet das Dessert fünf Stutz mehr. Vermutlich.
«Mmh – ich liebe es, die Antihaftbeschichtung abzukratzen!»
Und als krönenden Abschluss gibt's:
«Vegane Leckereien, serviert auf einem ...»
«... Knochen.»
Ach, wie herrlich weit haben wir's doch gebracht!
