Tessiner FDP-Nationalrat Ignazio Cassis zum Bundesrat gewählt
Der neue Bundesrat heisst Ignazio Cassis. Die Vereinigte Bundesversammlung hat den 56-jährigen FDP-Nationalrat am Mittwoch mit 125 von 244 gültigen Stimmen gewählt. Der Tessiner Arzt erreichte bereits im zweiten Wahlgang das absolute Mehr.
An zweiter Stelle lag der Genfer Staatsrat Pierre Maudet mit 90 Stimmen, die Waadtländer Nationalrätin Isabelle Moret kam auf 28 Stimmen.
Cassis lag von Beginn weg an der Spitze. Im ersten Wahlgang erhielt er 109 Stimmen. An Maudet waren 62 Stimmen gegangen, an Moret 55 Stimmen. Verschiedene hatten 16 Stimmen erhalten, Sprengkandidaten gab es nicht.
Burkhalter verabschiedet sich
Zuvor hatte sich der scheidende Bundesrat Didier Burkhalter verabschiedet. Mit ganzem Herzen habe er das Amt des Bundesrates ausgeübt, sagte Burkhalter vor der Vereinigten Bundesversammlung. Dabei habe er sich dafür eingesetzt, dass die Schweizer Werte rund um die Welt respektiert würden: Die Werte von Dialog und Frieden, der Menschenrechte, des Engagements für die Umwelt und gegen die Armut.
Respekt war das Leitthema von Burkhalters Rede. Ein Schweizer Geheimnis sei, dass jede Mehrheit ein Bewusstsein für den Respekt für Minderheiten erhalte. Burkhalter bekannte sich auch zum Kollegialitätsprinzip der Regierung.
Er dankte der Schweizer Bevölkerung, den Institutionen und dem Parlament, seiner Gattin Friedrun Sabine sowie seiner Familie.
Burkhalter gewürdigt
Nationalratspräsident Jürg Stahl (SVP/ZH) würdigte die Leistungen Burkhalters. Er hob Burkhalters Engagement für Frieden und seine Hochachtung vor den Institutionen der Schweiz hervor.
Im Aussendepartement (EDA) sei Burkhalters Persönlichkeit so richtig zur Geltung gekommen, sagte Stahl: Seine Fähigkeit, persönliche Beziehungen aufzubauen, und sein Redetalent seien ihm bei den schwierigen aussenpolitischen Herausforderungen seiner Amtszeit sehr zugute gekommen.
In der Europapolitik habe sich Burkhalter für enge Beziehungen mit der EU eingesetzt. Nach der Abstimmung über die Masseneinwanderungsinitiative habe er den Bundesrat dazu gedrängt, die Einwanderung besser zu kontrollieren, ohne auf den Ausbau der Beziehungen mit der EU zu verzichten. (sda)
