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Niederländische Polizei geht gegen türkische Demonstranten vor

12.03.2017, 00:24

Die niederländische Polizei ist am späten Samstagabend gegen türkische Demonstranten in Rotterdam vorgegangen, um eine Strasse in der Umgebung des dortigen Konsulats der Türkei zu räumen. Laut dem türkischen Fernsehen kamen auch Hunde und Schlagstöcke zum Einsatz.

Die türkische Familien- und Sozialministerin Fatma Betül Sayan Kaya sei aufgefordert worden, auf kürzestem Wege nach Deutschland zurückzukehren, berichtete der niederländische Sender NOS. Die Politikerin war am Nachmittag nach Rotterdam gereist, um dort eine Rede vor Anhängern ihres Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zu halten.

Aufruf eines Parlamentariers

Nach Angaben der niederländischen Nachrichtenagentur ANP rief ein türkischer Abgeordneter die Demonstranten in Rotterdam auf, solange zu bleiben, bis die Ministerin zu ihnen spricht. Auf Bildern des türkischen Fernsehens war zu sehen, wie Polizisten einige Demonstranten teils unter Einsatz von Hunden und Schlagstöcken abdrängten.

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte erklärte, der Auftritt der Ministerin könne nicht zugelassen werden. Die Ministerin, die am Betreten des Konsulats gehindert wurde, harrte unterdessen in ihrem Auto aus.

Auf Twitter schrieb sie: «Die Niederlande verletzen alle internationalen Gesetze, Konventionen und Menschenrechte, indem sie mich nicht ins türkische Konsulat in Rotterdam lassen.» Zu den Protesten vor dem Konsulat hatten türkische Medien aufgerufen.

Botschaft in Ankara abgeriegelt

Als Reaktion auf die diplomatische Krise mit der Regierung in Den Haag haben die türkischen Behörden derweil die niederländische Botschaft in Ankara und das Konsulat in Istanbul abgeriegelt. Die Zugänge seien «aus Sicherheitsgründen» gesperrt worden, hiess es am Samstag aus dem türkischen Aussenministerium. Gleiches gelte für die Residenzen des Geschäftsträgers der Botschaft und des Konsuls.

Erdogan reagierte vor Anhängern in Istanbul erzürnt auf die Ereignisse in den Niederlanden und packte erneut die Nazikeule aus. «Das sind Nachfahren der Nazis, das sind Faschisten», sagte er gemäss der Staatsagentur Anadolu. Zudem drohte er mit Vergeltung. Erdogan sagte, niederländische Regierungsvertreter künftig nicht mehr ins Land zu lassen.

Ein für Sonntag in der Schweiz geplanter Auftritt des türkischen Aussenministers Mevlüt Cavusoglu ist derweil abgesagt worden, wie ein Vertreter der Erdogan-nahen Organisation Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD) am Samstagabend bestätigte. Cavusoglu wird stattdessen vor Landsleuten bei einer genehmigten Veranstaltung im französischen Metz sprechen. (sda/dpa/afp)

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