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Frankreich: Anschlag in Nizza fordert mindestens 77 Tote



Horror am französischen Nationalfeiertag: Ein Lastwagen rast in Nizza in eine feiernde Menge. Mindestens 77 Menschen werden getötet. Weitere 50 Personen sollen bei dem Anschlag verletzt worden sein.

Es handele sich um das schlimmste Drama in der Geschichte Nizzas, schrieb Christian Estrosi, Bürgermeister der südfranzösischen Stadt, am frühen Freitagmorgen auf seinem offiziellen Twitter-Account. Derzeit liefen Ermittlungen, um zu klären, ob der Lastwagenfahrer allein gehandelt oder Komplizen gehabt habe.

Kurz nach dem Feuerwerk

Der Lastwagen-Angriff ereignete sich nach Angaben einer Augenzeugin kurz nach dem Ende des Feuerwerks zum französischen Nationalfeiertag. Das sagte die Geschäftsführerin eines örtlichen Restaurants dem Sender BFMTV.

Der Präsident des Départementrats von Alpes-Maritimes, Éric Ciotti, sprach vor Ort von einer «Szene des Horrors.» Staatsanwalt Jean-Michel Prêtre berichtete, auf der Strasse lägen Leichen. Ciotti sagte dem TV-Sender BMF später, es gebe mindestens 50 Verletzte.

Polizei hat Täter erschossen

Der Täter soll Waffen und Granaten im Lastwagen gehabt haben. Behördenvertreter gingen von einem Attentat aus. Wer dahinter stecken könnte, war zunächst unklar.

Ein in Nizza ansässiger Augenzeuge, Wassim Bouhlel, schilderte der Nachrichtenagentur AP, der Lastwagenfahrer sei mit einer Waffe ausgestiegen, nachdem er in die Menge gerast sei. Dann habe er angefangen zu schiessen. Die Polizei erwiderte das Feuer und erschoss den Täter.

Der Journalist Damien Allemand beschrieb die Lastwagen-Attacke in einem Online-Beitrag. Eine Feuerwerkshow anlässlich der Feiern sei gerade zu Ende gegangen und die Zuschauer vor dem Aufbruch gewesen, als es plötzlich Getümmel und Schreie gegeben habe.

«Einen Bruchteil einer Sekunde später kam ein riesiger weisser Lastwagen mit einer verrückten Geschwindigkeit, drehte die Reifen, um so viele Menschen wie möglich niederzumähen», schrieb er. «Ich sah entlang seiner Route Körper wie Kegel umherfliegen. Hörte Lärm, Schreie, die ich nie vergessen werde.»

Ermittlungen eingeleitet

Die Staatsanwaltschaft von Paris leitete Ermittlungen zu einem Terroranschlag ein. Staatspräsident François Hollande berief für Freitag um 09.00 Uhr ein Sitzung der für Sicherheit und Verteidigung zuständigen Minister ein, wie der Elysée-Palast in Paris mitteilte.

Wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf den Élysée-Palast meldete, besprach Hollande sich in der Nacht mit Premierminister Manuel Valls und Innenminister Bernard Cazeneuve. Cazeneuve reiste im Anschluss daran an den Tatort.

Partner stehen an Frankreichs Seite

US-Präsident Barack Obama verurteilte in einer ersten Reaktion die Attacke als fürchterlich und bot Frankreich amerikanische Hilfe an. «Wir stehen vereint mit den Menschen und der Regierung Frankreichs in ihrem Kampf gegen Gewalt und Terrorismus», schrieb EU-Ratspräsident Donald Tusk auf Twitter.

«Das Entsetzen über den Anschlag von Nizza ist kaum in Worte zu fassen. Alle Gedanken sind bei unseren französischen Freunden», liess der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert auf Twitter verlauten. Das Eidg. Departement für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) klärt derzeit ab, ob sich Schweizer Bürger unter den Toten befinden. (sda/afp/reu/dpa/ap)

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