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Terrorismus - Deutschland: Zahl der Toten steigt auf acht nach Attacke in München



Terror und Ausnahmezustand in München: Bei einem bundesweit beispiellosen Anschlag sind am Freitag mindestens acht Menschen ums Leben gekommen, zahlreiche wurden verletzt. Die Polizei warnte nach Schüssen in einem Einkaufszentrum vor einer «akuten Terrorlage».

Es gebe aber noch keine Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund. Bis zu drei Männer mit «Langwaffen» seien auf der Flucht, teilte ein Polizeisprecher am späten Abend mit. Man suche im gesamten Stadtgebiet und im Umland nach den Tätern. Die Landeshauptstadt rief den «Sonderfall» wegen einer «Amoklage» aus.

Nach dem Fund einer männlichen Leiche im näheren Umfeld des Münchner Olympia-Einkaufszentrums prüft die Polizei, ob es sich um einen Täter handeln könnte. Das Einkaufszentrum wurde intensiv durchsucht.

Panik

In Teilen der Stadt herrschte Panik. Der öffentliche Nahverkehr - U-Bahnen, Busse und Strassenbahnen - wurde komplett eingestellt, ebenso der Zugverkehr. Der Münchner Hauptbahnhof wurde evakuiert, viele Reisende strandeten in der Stadt.

Ärzte und Schwestern wurden in die Spitäler gerufen. Das Klinikum rechts der Isar löste den Katastrophenfall aus. Restaurants in der Innenstadt schlossen aus Sicherheitsgründen.

Unklar war zunächst, ob es in der Innenstadt eine weitere Schiesserei gab. Auch dort kam es zu einem Grosseinsatz schwer bewaffneter Polizisten, nachdem Menschen schreiend und in Panik in Richtung Stachus geflohen waren.

Ein Polizeisprecher sagte später, Hinweise von Bürgern per Notruf über Schusswechsel an anderen Stellen der Stadt hätten sich nicht bestätigt. Der Marienplatz im Herzen der Stadt war am Abend wie leer gefegt. Die Landeshauptstadt forderte die Bürger über das Smartphone-Warnsystem Katwarn auf, ihre Wohnungen nicht zu verlassen.

Fahndung läuft

«Wir wissen derzeit nicht wo sich die Täter befinden. Passt auf Euch auf und meidet nach wie vor die Öffentlichkeit», schrieb die Polizei rund zwei Stunden nach Beginn der Schiesserei auf Twitter.

«Starke Polizeikräfte in der gesamten City. Wir fahnden mit Hochdruck nach den Tätern», twitterte die Polizei später. Die Polizei forderte Spezialeinheiten aus mehreren anderen Bundesländern an. Darunter ist auch das GSG9 der Bundespolizei, ein Spezialkommando, das auch im Anti-Terrorkampf eingesetzt wird.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und Innenminister Joachim Herrmann setzten ein Krisentreffen in der Staatskanzlei an; am Samstag um 11.00 Uhr sollte das Kabinett zu einer Sondersitzung zusammenkommen.

Auch die Bundesregierung stellte sich auf eine Krisenlage ein. Bundesinnenminister Thomas de Maizière brach wegen der Schiesserei einen Aufenthalt in den USA umgehend ab. Die Bundesregierung erklärte in einer ersten Reaktion, ihre Gedanken sei bei den Opfern des schrecklichen Angriffs. «Bitte haben sie Verständnis dafür, dass wir keine voreiligen Stellungnahmen und Spekulationen abgeben wollen und können.»

Helikopter über Stadtzentrum

Nach den Schüssen eilten von überall in der Stadt Polizei- und Rettungskräfte zum Einkaufszentrum. Die Gegend war abgeriegelt. Über der ganzen Stadt kreisten Helikopter. Die Polizei rief Autofahrer auf, die Autobahnen in Richtung München für Einsatzfahrzeuge freizumachen.

Der Anschlag begann nach Angaben der Polizei bei einem Schnellrestaurant am Olympia-Einkaufszentrum. Es sei um 17.52 Uhr losgegangen, sagte Thomas Baumann, stellvertretender Sprecher des Polizeipräsidiums.

Das Olympia-Einkaufszentrum liegt mitten in einem Wohngebiet, zwei U-Bahn-Stationen vom Olympiastadion entfernt. Mit 135 Geschäften ist es eine der grössten Shopping-Meilen in München.

Keine Videos veröffentlichen

Die Polizei rief dazu auf, keine Bilder vom Tatort zu veröffentlichen. «Bitte keine Fotos/Filme von polizeilichen Massnahmen online stellen. Unterstützt nicht die Täter!», twitterte sie.

Facebook aktivierte am Freitagabend den «Safety Check» («Sicherheitscheck») für München, womit Bewohner mitteilen können, dass sie in Sicherheit sind. Zudem twitterten etliche Bewohner der Stadt den Hashtag #OffeneTür im Kurznachrichtendienst Twitter, um Menschen in München Unterschlupf zu gewähren oder zu suchen.

US-Präsident Barack Obama sagte unmittelbar nach der Schiesserei die Hilfe seines Landes zu. Der französische Präsident François Hollande richtete eine «persönliche Unterstützungsbotschaft» an Bundeskanzlerin Angela Merkel, wie in Paris mitgeteilt wurde. (sda/dpa)

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