Ökoparteien sind die Gewinnerinnen bei Luzerner Kantonsratswahlen
Bei den Luzerner Regierungsratswahlen sind von den vier bisherigen nur die beiden CVP-Regierungsräte bestätigt worden. Die FDP aber konnte ihren frei werdenden Sitz verteidigen. Bei den Kantonsratswahlen gewannen die Ökoparteien 11 Sitze hinzu.
Die Grünen und die GLP haben weit mehr als jene drei Sitze wieder zurückerobert, die sie bei den letzten Wahlen verloren hatten. Sie dürfen im neuen Kantonsparlament 14 und 8 Vertreter stellen. Eines der grünen Mandate haben die Jungen Grünen ergattert, die Grünen gewinnen 7, die GLP 3 Sitze dazu.
Auch die SP konnte im nach wie vor bürgerlich dominierten Parlament wieder Boden gut machen. Sie kommt neu auf 19 Sitze, das sind 3 mehr als bisher.
Als grosse Verliererin steht die SVP da. Sie büsste 7 Sitze ein und kommt noch auf 22 Mandate im 120-köpfigen Parlament. Damit ist sie gleichauf mit der FDP, die 3 Mandate einbüsste. Ebenfalls Federn lassen musste die CVP, die von 38 auf 34 Sitze geschröpft wurde.
Der Frauenanteil erhöhte sich von 29.2 auf 34.5 Prozent. Die Stimmbeteiligung erholte sich und lag bei 41.5 Prozent, nachdem sie bei den letzten Wahlen auf 39 Prozent abgerutscht war.
Regierung noch nicht komplett
Die Luzerner Regierung zählt fünf Sitze, drei wurden am Sonntag im ersten Wahlgang besetzt. Die beiden bisherigen CVP-Regierungsräte Guido Graf und Reto Wyss erzielten mit 59'291 und 58'088 Stimmen das beste Resultat. Der neu kandidierende Fabian Peter (FDP) konnte auf Anhieb den frei werdenden Sitz der FDP verteidigen. Er erzielte 56'410 Stimmen.
Unter dem absoluten Mehr von 54'369 Stimmen blieb Regierungsrat Paul Winiker von der SVP mit 53'675 Stimmen. Der bürgerlich-parteilose Regierungsrat Marcel Schwerzmann landete mit 39'500 Stimmen nur auf dem siebten Platz und wurde damit von den Kandidaten der Grünen und der SP geschlagen.
Schwerzmann begründete sein schlechtes Abschneiden bei den Regierungsratswahlen damit, dass jüngst Themen aufgekommen seien, die den Linken geholfen hätten. Dass gleich beide linken Kandidaten vor ihm liegen würden, habe er nicht erwartet. Er werde im zweiten Wahlgang wieder antreten auf einer Liste mit SVP-Regierungsrat Paul Winiker.
Denn auf dem fünften Platz klassierte sich Korintha Bärtsch von den Grünen. Sie erhielt 42'946 Stimmen. Sie war die einzige Frau im Kandidatenfeld. Bärtsch wurde am Sonntag im Wahlzentrum im Regierungsgebäude mit grossem Applaus begrüsst. Das Wahlergebnis sei «genial» und sie verspüre «nur Freude», sagte sie in die Mikrophone der Medienschaffenden.
Bärtsch machte 400 Stimmen mehr als der Kandidat der SP, Jörg Meyer, der auf dem sechsten Platz landete, und der den vor vier Jahren verlorenen SP-Regierungssitz zurückholen will. Zum zweiten Wahlgang sagte Bärtsch, dass es Sache der Partei sei, das Vorgehen festzulegen.
Alt Nationalrat Roland Fischer (GLP) kam auf 35'365 Stimmen. Die Wahlbeteiligung betrug 40.3 Prozent. Der zweite Wahlgang findet am 19. Mai statt. (sda)
