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Kosovo ordnet nach Auslieferung von Gülen-Anhängern Untersuchung an



Kosovos Regierungschef Ramush Haradinaj hat nach der Auslieferung von sechs Mitgliedern der Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen an die Türkei Entlassungen und eine Untersuchung angeordnet.

Innenminister Flamur Sefaj und Geheimdienstchef Driton Gashi, die nun ihr Amt verlieren, seien «verpflichtet» gewesen, ihn zu informieren, sagte Haradinaj am Samstag nach einer Krisensitzung des nationalen Sicherheitsrats. «Sie haben mein Vertrauen verloren.»

Fünf türkische Lehrer einer Gülen-Schule sowie ein Arzt waren am Donnerstag in einer Geheimaktion zurück in die Türkei gebracht worden. An der Rückführung waren Kosovos Innenministerium und Geheimdienst sowie der türkische Geheimdienst MIT beteiligt.

Haradinaj sagte am Samstag weiter, er habe die beteiligten Institutionen angewiesen, mögliche verfassungsrechtliche und juristische Verstösse bei dem Vorgehen zu untersuchen.

Kritik aus Ankara

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan kritisierte Haradinaj für dessen Reaktion auf die Überstellung. «Unter wessen Anweisungen haben Sie diesen Schritt getan?», fragte Erdogan. «Sie werden sich dafür verantworten müssen», fügte er hinzu.

Die Gülen-Bewegung betreibt im Kosovo und zahlreichen weiteren Ländern Schulen und Wohnheime. Ankara wirft ihren Anhängern die Unterwanderung des türkischen Staates vor und macht sie für den versuchten Militärputsch von Juli 2016 verantwortlich.

Die Türkei dringt weltweit auf die Schliessung der Gülen-Schulen sowie auf die Auslieferung der Anhänger der Bewegung, die in der Türkei als Terrororganisation verboten ist.

Nach Angaben der amtlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu ermittelt die Istanbuler Staatsanwaltschaft gegen die Männer, weil sie die Aktionen der Bewegung auf dem Balkan koordiniert und deren Mitglieder nach Europa und in die USA geschleust haben sollen. (sda/afp)

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