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Nahost: Zwei Tote und mehrere Verletzte nach Anschlag auf Bar in Tel Aviv



In der israelischen Metropole Tel Aviv hat am Freitag ein Unbekannter das Feuer in einer Bar eröffnet und zwei Menschen getötet. Mindestens sieben weitere Menschen seien durch die Schüsse verletzt worden, gab die Polizei bekannt.

Der Täter habe mit einem Maschinengewehr in alle Richtungen gefeuert, berichtete der Eigentümer einer benachbarten Bar, Nati Shakked. Danach ergriff er die Flucht, die Polizei leitete eine Grossfahndung ein.

Der Hintergrund der Bluttat war zunächst unklar. Erst vor wenigen Tagen hatte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) Drohungen gegen Israel ausgesprochen. Die Polizei betonte jedoch, es werde in alle Richtungen ermittelt.

Sprecher Micky Rosenfeld sagte, die Polizei suche im Zentrum von Tel Aviv nach dem Verdächtigen. «Die Ermittlungen laufen, um herauszufinden, ob der Vorfall einen kriminellen oder terroristischen Hintergrund hat», fügte er hinzu. Tel Avivs Bürgermeister Ron Chuldai sagte, man gehe von einem Terroranschlag aus.

Junger Mann mit Rucksack

Auf Aufnahmen von Überwachungskameras eines nahegelegenen Lebensmittelgeschäfts war ein junger Mann mit einem Rucksack zu sehen, der zunächst so tat, als ob er einkaufen wolle. Dann ging er zum Ausgang des Ladens, stellte seinen Rucksack auf einen Rollkoffer, holte eine Waffe heraus, die wie eine Maschinenpistole aussieht, und eröffnete draussen das Feuer.

Meldungen, wonach in dem Rucksack des Täters ein Koran gewesen sein soll, wollte eine Polizeisprecherin weder bestätigen noch dementieren.

Die Inhaberin eines benachbarten Coiffeursalons, Osnat David, sagte, sie habe Schüsse, Schreie und weinende Menschen gehört. «Meine Kunden und ich haben uns im Lager versteckt und waren still», sagte sie. «Wir hatten nicht mal Zeit, den Laden zu schliessen. Wir haben uns auf den Boden gelegt, damit der Terrorist uns nicht sieht. Das alles dauerte 20 Minuten. Wir haben gezittert, wir haben uns aneinandergeklammert.»

Zwei Minuten vor der Tat habe sie noch vor dem Salon eine Zigarette geraucht, fügte David hinzu. «Es ist ein Wunder. Wenn ich draussen geblieben wäre, wäre ich jetzt tot.» (sda/afp/dpa/reu)

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