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57-Prozent Ja bei Türkei-Referendum nach Auszählung der Hälfte



Beim Referendum über die Einführung des vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan angestrebten Präsidialsystems liegen die Ja-Stimmen nach Auszählung der Hälfte bei 57.5 Prozent weit vorne.

Das meldet die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu nach Auszählung von 51.14 Prozent der Stimmen. Gegen das Präsidialsystem hätten bislang 42.5 Prozent gestimmt. Mit der fortschreitenden Auszählung nahm der Anteil der Ja-Stimmen ab.

In den grossen Städten Istanbul und Ankara lag das Ja-Lager mit rund 53 bzw. 57 Prozent vorne, in der westtürkischen Metropole Izmir erzielte das Nein-Lager 65 Prozent. Auch in den südöstlichen Kurden-Gebieten lag das Nein-Lager deutlich vorne. Die Wahlbeteiligung lag nach Angaben des Fernsehsender Habertürk bei 86 Prozent.

Die Abstimmung war am Sonntag um 16 Uhr (MESZ) mit der Schliessung der Wahllokale im Westen des Landes beendet worden. Unmittelbar danach begann die Auszählung der Stimmen. Umfragen hatten ein Kopf-an-Kopf-Rennen vorhergesagt.

Das Präsidialsystem würde Erdogan mit deutlich mehr Macht ausstatten. Die Opposition warnte vor einer Ein-Mann-Herrschaft. Erdogan versprach Stabilität und Sicherheit, sollte das Präsidialsystem eingeführt werden. Er hat im Falle seines Sieges beim Referendum ausserdem die Einführung der Todesstrafe in Aussicht gestellt.

Insgesamt waren rund 58.2 Millionen Wahlberechtigte zur Abstimmung aufgerufen: 55.3 Millionen in der Türkei und 2.9 Millionen im Ausland. Letztere hatten bereits bis zum Sonntag vergangener Woche die Möglichkeit, in ihren jeweiligen Ländern abzustimmen.

Die grösste Oppositionspartei, die kemalistische CHP, stellte am Sonntag die Legitimität des Verfassungsreferendums in der Türkei infrage. Die in letzter Minute getroffene Entscheidung der Wahlbehörde YSK, von ihr nicht abgestempelte Stimmzettel als gültig zu akzeptieren, werde ein «schweres Legitimitätsproblem» zur Folge haben, sagt CHP-Vize Bülent Tezcan. (sda/dpa/apa/reu/afp)

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