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Frankreich: Mehr als hundert Tote bei Anschlagserie in Paris



Bei fast zeitgleichen Anschlägen an sieben Orten in Paris sind am Freitagabend mehr als hundert Menschen getötet worden. Rund hundert Tote gab es allein bei einer Geiselnahme in einer Konzerthalle im Nordosten der französischen Hauptstadt.

Die Polizei stürmte das Gebäude. Dabei seien drei der Angreifer getötet worden. Nach den Angriffen sprach Frankreichs Präsident François Hollande von «bisher nie dagewesenen Terrorangriffen» und verhängte den Ausnahmezustand für ganz Frankreich. Er kündigte auch die Schliessung der Grenzen an.

«Wir müssen sicherstellen, dass niemand ins Land kommen kann, um irgendwelche Taten zu verüben. Und gleichzeitig sicherstellen, dass diejenigen, die leider diese Verbrechen begehen konnten, auch dingfest gemacht werden können, wenn sie das Staatsgebiet verlassen wollen», sagte er.

Zudem mobilisierte Frankreich 1500 zusätzliche Soldaten. Dies teilte der Élysée-Palast am frühen Samstagmorgen mit. Der Fernsehsender BFMTV zeigte Bilder von Militärs in Kampfmontur auf der Strasse. Die Spitäler in Paris setzten einen Notfall- und Krisenplan in Kraft.

Über hundert Tote

Die genaue Zahl der Opfer ist weiter unklar. Der stellvertretende Pariser Bürgermeister Patrick Klugman schrieb auf Twitter von 118 Todesopfern. Die Nachrichtenagentur AFP meldete mindestens 120 Tote und berief sich auf Ermittlerkreise. Nach Angaben von Hollande gibt es zahlreiche Verletzte. «Es gibt viele Verletzte. Schwerverletzte, Geschockte, geschockt von dem, was sie gesehen haben», sagte er am Samstagmorgen beim Konzertsaal «Bataclan».

Zu den Detonationen kam es beim Stade de France. Dabei wurden nach Angaben des französischen Fussballverbands-Präsidenten drei Menschen in unmittelbarer Nähe des Stadions getötet worden. «Es gab eine Explosion am Eingang J, die drei Tote und mehrere Verletzte gefordert hat», sagte Noël Le Graët. Ein Selbstmordattentäter habe eine der Explosionen ausgelöst.

Wahllos in die Menge geschossen

Kurz nach Mitternacht stürmten Einsatzkräfte der Polizei die Konzerthalle Bataclan, wo die Geiselnahme zu diesem Zeitpunkt noch andauerte. 1500 Menschen waren für ein Konzert der US-Band «Eagles of Death Metal» in der Halle. Nach dem Ende des Einsatzes verlautete aus Ermittlerkreisen, es habe in der Halle rund hundert Tote gegeben. Drei mutmassliche Terroristen seien getötet worden.

Ein Augenzeuge berichtete im Radiosender France Info, die Angreifer hätten «Allah Akbar» (Gott ist gross) gerufen und «voll in die Menge geschossen». Nach Polizeiangaben gab es «mindestens drei, vielleicht vier» Schiessereien vor der Konzerthalle im elften Pariser Arrondissement und in der Strasse Charonne im zehnten Arrondissement. Die Konzerthalle liegt nur etwa 200 Meter von der früheren Redaktion der Satirezeitschrift «Charlie Hebdo» entfernt, die Islamisten im Januar angegriffen und dabei und bei ihrer Flucht zwölf Menschen getötet hatten.

Wer hinter der Geiselnahme steckte und wie viele Menschen in der Halle waren, war zunächst unbekannt. US-Sicherheitskreisen zufolge handelte es sich um koordinierte Taten.

Schweiz ist in Gedanken bei Frankreich

Die Polizei und die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo forderten alle Pariser auf, zu Hause zu bleiben. Die für Terrorismus zuständige Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen. Die Spitäler in Paris setzten einen Notfall- und Krisenplan in Kraft. Fünf Metro-Linien wurden unterbrochen. Das französische Aussenministerium teilt mit, dass die Flughäfen offen bleiben und Flüge und Züge weiter verkehren.

Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga meldete sich auf Twitter zu Wort. Die Gedanken der Schweiz seien bei Frankreich nach den Anschlägen in Paris. Auch Spitzenpolitiker der Europäischen Union und mehrerer Länder wie Russland, Italien, Grossbritannien und die USA drückten Frankreich nach der Anschlagsserie ihre Solidarität aus.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verurteilte die «barbarischen und feigen Terrorangriffe» von Paris scharf. «Die Mitglieder des Sicherheitsrates drücken ihre tiefe Anteilnahme für die Familien der Opfer und der Regierung Frankreichs aus», heisst es in einer am späten Freitagabend (Ortszeit) verbreiteten Erklärung. Die Schuldigen für diese terroristischen Akte müssten zur Rechenschaft gezogen werden.

Auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel zeigte sich «tief erschüttert» über die Gewalt. US-Präsident Barack Obama verurteilte die Anschlagsserie als «einen Angriff auf die ganze Menschheit und unsere universellen Werte». Auch der britische Premierminister David Cameron zeigte sich schockiert. (sda/dpa/afp/reu)

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