Scheidungen sind für Palästinenser im Fastenmonat Ramadan tabu

Scheidungen sind für Palästinenser im Fastenmonat Ramadan tabu

28.05.2017, 16:2828.05.2017, 16:28

Für die Dauer des Fastenmonats Ramadan gilt in den palästinensischen Autonomiegebieten in diesem Jahr ein Scheidungs-Verbot. Der Oberste Richter der islamischen Gerichtsbarkeit, Mahmud al-Habasch, begründete dies mit Erfahrungen der «vergangenen Jahre».

In der Vergangenheit seien allzu «rasche und unangemessene» Anträge auf Scheidungen gestellt worden. Scheidungen könnten in diesem Jahr erst wieder nach dem Ende des Ramadan in Erwägung gezogen werden.

Die Überreaktionen scheidungswilliger Antragsteller aus den Vorjahren führte al-Habasch am Sonntag darauf zurück, dass sie während der Fastenzeit von morgens bis abends nicht essen und rauchen dürften. «Deshalb verursachen einige Probleme», fügte er hinzu.

Laut den Statistiken der palästinensischen Autonomiebehörde wurden 2015 im Westjordanland und im Gazastreifen 50'000 Ehen geschlossen, während 8000 Ehen wieder geschieden wurden. In den palästinensischen Gebieten gibt es keine standesamtlichen Trauungen. Die Zuständigkeit für die Eheschliessung liegt bei den islamischen Gerichten, an deren Spitze al-Habasch steht. (sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!