Hunter Biden in allen Anklagepunkten bei Bundeswaffenprozess verurteilt

Hunter Biden in allen 3 Anklagepunkten bei Bundeswaffenprozess verurteilt

11.06.2024, 17:2311.06.2024, 18:46

Im Prozess gegen Hunter Biden wegen mehrerer Verstösse gegen das Waffenrecht haben die Geschworenen den Sohn von US-Präsident Joe Biden in allen drei Anklagepunkten für schuldig befunden. Das meldeten amerikanische Medien am Dienstag übereinstimmend unter Berufung auf Reporter im Gerichtssaal. Das Strafmass wird von der zuständigen Richterin Maryellen Noreika zu einem späteren Zeitpunkt verkündet. Dem 54-Jährigen drohen bis zu 25 Jahre Haft. Es ist allerdings unklar, inwieweit die Richterin das Strafmass ausreizt, da er nicht vorbestraft ist.

Die zwölf Geschworenen hatten sich am Montagnachmittag (Ortszeit) zur Beratung zurückgezogen, nachdem Staatsanwaltschaft und Verteidigung ihre Beweisführung beendet hatten. In dem Prozess in der Stadt Wilmington im Bundesstaat Delaware war Hunter Biden zur Last gelegt worden, bei einem Waffenkauf im Oktober 2018 falsche Angaben gemacht und seine damalige Drogenabhängigkeit verschwiegen zu haben. Am Dienstagmorgen (Ortszeit) waren die Geschworenen erneut zu Beratungen zusammengekommen.

Intime Details im Scheinwerferlicht

Hunter Biden macht seit Jahren Schlagzeilen. Es geht neben Alkoholsucht und Drogenabhängigkeit auch um windige Geschäfte oder rechtliche Streitigkeiten mit einer ehemaligen Stripperin über den Unterhalt für ein uneheliches Kind. Anfang Dezember wurde er auch im Bundesstaat Kalifornien angeklagt, weil er Bundessteuern für mehrere Jahre nicht ordnungsgemäss gezahlt haben soll.

Hunter Biden, President Joe Biden's son, accompanied by his mother, first lady Jill Biden and his wife, Melissa Cohen Biden, walks out of federal court after hearing the verdict, Tuesday, June 11 ...
Hunter Biden läuft mit seiner Mutter Jill Biden und seiner Frau Melissa Cohen Biden aus dem Gerichtssaal.Bild: keystone

Wegen der verschiedenen Vorwürfe hatte es gegen den Präsidentensohn zuvor ausführliche Ermittlungen gegeben. Im Juli 2023 scheiterte eine Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft zur Umgehung von Gerichtsverfahren. Mitte August ernannte US-Justizminister Merrick Garland einen Sonderermittler in dem Fall. Im September und Dezember folgten dann jeweils die Anklagen in Delaware und Kalifornien.

Während des Waffenprozesses in Wilmington wurde einiges an schmutziger Wäsche gewaschen, die politische Gegner von Joe Biden ausführlich für eigene Zwecke nutzten. Neben Hunter Bidens Tochter Naomi sagten auch ehemalige Partnerinnen aus. Die Befragungen warfen ein Schlaglicht auf die Drogensucht des Präsidentensohnes, die er in seiner Autobiografie selbst öffentlich gemacht hatte. Er bestreitet jedoch, während des Waffenkaufs drogenabhängig gewesen zu sein.

Zwar kam US-Präsident Biden selbst nicht in den Gerichtssaal. Dafür zeigten aber diverse andere Familienangehörige Solidarität - etwa Hunters Stiefmutter, First Lady Jill Biden. Dass sie als moralische Stütze über Tage hinweg in einem Gerichtssaal in Erscheinung trat, war ebenso ungewöhnlich wie die Anklage gegen den Präsidentensohn selbst.

US-Wahljahr ohnegleichen

Die juristischen Probleme von Hunter Biden verschärfen die Lage in einem ohnehin extrem aufgeheizten US-Wahljahr. Demokrat Joe Biden will für eine zweite Amtszeit ins Weisse Haus einziehen - ebenso wie der republikanische Ex-Präsident Donald Trump, der selbst von einer Jury im Bundesstaat New York wegen illegaler Wahlkampf-Finanzierung schuldig gesprochen wurde. Die Verkündung des Strafmasses steht noch aus, im schlimmsten Fall drohen Trump bis zu vier Jahre Haft. Wahrscheinlicher ist aber, dass die Strafe zur Bewährung ausgesetzt wird oder er eine Geldstrafe zahlen muss.

Im Wahlkampf dienen die jeweiligen Prozesse als politische Munition für die Gegenseite. Die Demokraten versuchen, Trump als verurteilten Straftäter zu diskreditieren. Dieser wiederum benutzt das Urteil in New York ausgiebig, um Wahlkampfspenden zu sammeln und stellt das juristische Vorgehen gegen ihn als politische Hexenjagd dar. Selbst bei einer rechtskräftigen Verurteilung könnte Trump bei der Präsidentenwahl im November antreten. Der Republikaner hat ausserdem bereits durchblicken lassen, Urteile bei einem Wahlsieg zurückdrehen zu wollen. In New York könnte er das allerdings nicht, da es sich nicht um einen Fall auf Bundesebene handelt.

Biden nach Urteil gegen Sohn: Respektiere juristischen Prozess

Nach dem Schuldspruch gegen seinen Sohn Hunter wegen Verstössen gegen das Waffenrecht hat US-Präsident Joe Biden erneut betont, sich nicht in den Fall einzumischen. Er werde den juristischen Prozess respektieren, während sein Sohn ein Berufungsgesuch erwäge, teilte Biden am Dienstag mit - und versicherte seinem Sohn die Unterstützung der Familie. «Ich bin der Präsident, aber ich bin auch ein Vater», hiess es in dem Statement. Seine Ehefrau Jill und er seien immer für Hunter und den Rest der Familie da. «Daran wird sich niemals etwas ändern.» (hkl/sda/dpa)

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65 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Chüechli
11.06.2024 17:34registriert November 2016
Also dass der Sohn vom Präsidentschaftskandidat Verurteilt werden kann soll ein Problem sein für den Wahlkampf aber dass der andere Präsidentschaftskandidat selbst Verurteilt wurde ist OK oder wie? 😶
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Sisyphus
11.06.2024 17:36registriert Dezember 2021
Ist eigentlich ein Problem von Hunter Binder und nicht von seinem Vater. Die Situation würde sich nur ändern, wenn sein Vater ihn nach der Verurteilung begnadigen würde.
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BrückeÜberDenBürgerlichenAbgrund
11.06.2024 17:42registriert Mai 2024
Schon noch blöd für die GOP, dass sie jetzt nicht darauf rumreiten können, dass der Sohn des Präsidenten ein verurteilter Verbrecher ist. Wenn ihr eigener Kandidat für das Präsidentenamt ein verurteilter Verbrecher ist. Ach egal, sie werden es trotzdem tun und das Zweite dabei völlig ausblenden. GOP die Partei der Verrückten.
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