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Die ersten «Aquarius»-Flüchtlinge sind in Spanien eingetroffen



Nach tagelanger Irrfahrt über das Mittelmeer sind die ersten Flüchtlinge des Hilfsschiffs «Aquarius» in Spanien angekommen. Das erste Boot legte am Sonntagmorgen im Hafen der Stadt Valencia an

Die «Aquarius» und ihre zwei Begleitschiffe haben insgesamt 630 Flüchtlinge an Bord. Italien und Malta hatten sich geweigert, die «Aquarius» anlegen zu lassen, und damit eine neue Krise in der EU-Flüchtlingspolitik ausgelöst. Schliesslich hatte sich Spanien bereit erklärt, die Menschen ins Land zu lassen.

Zuerst traf am Sonntagmorgen das italienische Marineschiff «Dattilo» in Valencias Hafen ein. Es hatte nach Angaben des Roten Kreuzes 247 Flüchtlinge an Bord.

Als das Schiff am Hafen anlegte, war an Bord Applaus zu hören. Zunächst gingen Ärzte mit Schutzanzügen auf das Schiff, um die Flüchtlinge untersuchen. Die «Aquarius» und das italienische Marineschiff «Orione» sollen nach Schätzungen der Behörden gegen Mittag in Valencia eintreffen.

Dank an Spanien

Es gebe Flüchtlinge, die medizinisch betreut werden müssten, da sie unter anderem an Unterkühlung und Dehydrierung litten, teilte die Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften am Sonntag mit.

Der Generalsekretär der Föderation, Elhadj As Sy, dankte in Valencia der Regierung und der Bevölkerung Spaniens, weil sie Menschen willkommen hiessen, die von anderen zurückgewiesen worden seien. Das sei ein starker Ausdruck des wichtigsten humanitären Prinzips, der Menschlichkeit, wurde Sy zitiert.

An der spanischen Küste waren in diesem Jahr laut der Föderation bereits rund 9000 Flüchtlinge eingetroffen. Die «traurige Irrfahrt» der Aquarius habe nochmals daran erinnert, dass Menschen unabhängig von ihrer Nationalität und Einwanderungsstatus Zugang zu Hilfs- und Schutzmassnahmen haben.

Die Flüchtlinge waren vor einer Woche bei verschiedenen Rettungsaktionen vor der libyschen Küste von der französischen Hilfsorganisation SOS Méditerranée aufgenommen worden. Unter den Geretteten waren elf Kleinkinder, 89 unbegleitete Minderjährige und sieben Schwangere. Die Flüchtlinge kamen nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen aus 26 Ländern, darunter neben afrikanischen Ländern auch Afghanistan, Pakistan und Bangladesch.

Über 2300 Helfer

In Valencia standen 2320 Helfer bereit, um die Menschen aufzunehmen, darunter 470 Dolmetscher. Am Hafen wurde ein riesiges Plakat mit der Aufschrift «Willkommen zu Hause» in mehreren Sprachen aufgehängt, darunter Katalanisch und Arabisch.

Auch viele freiwillige Helfer kamen zum Hafen. «Die Leute melden sich für alles: Sie wollen übersetzen oder bieten eine Unterkunft an», sagte der Künstler Johnson Tamayo, der als Freiwilliger beim Roten Kreuz arbeitet.

Wie die spanische Regierung am Samstag bestätigte, soll ein Teil der Flüchtlinge von der «Aquarius» nach Frankreich weiterreisen, sofern sie das wollen und die Voraussetzungen für Asyl erfüllen. Frankreich hatte Italiens Weigerung scharf kritisiert, das Hilfsschiff einlaufen zu lassen. Präsident Emmanuel Macron hatte Rom «Zynismus und Verantwortungslosigkeit» vorgeworfen.

Italiens Innenminister Matteo Salvini hatte am Samstag seine Ankündigung bekräftigt, Flüchtlings-Hilfsschiffe von Nichtregierungsorganisationen künftig abzuweisen. Die NGO sollten wissen, «dass Italien nicht länger Komplize beim Geschäft mit der illegalen Einwanderung sein will», schrieb der Politiker der fremdenfeindlichen Lega-Partei auf Facebook.

«Als Minister und als Vater»

NGO-Schiffe sollten sich andere Häfen ausserhalb Italiens suchen. Er habe diese Entscheidung «als Minister und als Vater zum Wohle aller» getroffen, erklärte Salvini.

Der Innenminister äusserte sich konkret zu zwei Hilfsschiffen: Die beiden Schiffe «Seefuchs» und «Lifeline» warteten vor der libyschen Küste auf ihre «menschliche Fracht, die von den Schleppern zurückgelassen wird». (sda/afp/dpa)

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