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Afghanistan: Mindestens vier Tote bei Taliban-Angriff auf Hotel in Kabul



Bei einem nächtlichen Taliban-Anschlag auf ein von Ausländern bewohntes Hotel in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind alle drei Angreifer getötet worden. Das erfuhr die Nachrichtenagentur dpa am Montag von einem Polizeibeamten vor Ort.

Demnach sei auch ein Polizist getötet worden, einer sei verwundet worden. Der afghanische Sender Tolo TV berichtete unter Berufung auf eine Quelle im Hotel, dass es unter den Gästen keine Toten oder Verletzten gegeben habe. Ein Polizeisprecher kündigte eine Pressekonferenz an.

Mehrere Stunden nach Beginn des Angriffs um 2.00 Uhr (Ortszeit) waren Sicherheitskräfte im Morgengrauen in die Offensive gegangen. Ein Reporter in der Gegend berichtete gegen 6.00 Uhr von Schusswechseln. Mindestens fünf Panzer und zwei gepanzerte Fahrzeuge hätten die Strassensperre passiert, an der Journalisten aufgehalten wurden.

Gegen 8.00 verliess ein Militärkonvoi die Gegend wieder. Nach Medienberichten waren afghanische und internationale Spezialkräfte vor Ort.

Lastwagenbombe gezündet

Ziel des Angriffs war offenbar das Northgate-Hotel, ein auch von Vertragskräften des US-Militärs bewohntes Gästehaus nahe dem Flughafen. Die Taliban liessen verlauten, sie hätten am Tor des Hotels eine «Lastwagenbombe» gezündet. Daraufhin seien Kämpfer auf das Gelände vorgedrungen.

Ein Sprecher der NATO-Mission Resolute Support hatte bestätigte, dass es einen Angriff gegeben habe, aber keine weiteren Details preisgegeben. Auch afghanische Sprecher von Polizei und Armee waren für Stellungnahmen nicht verfügbar, während die Taliban über zahlreiche Kanäle Informationen in die sozialen Medien pumpten.

Gegen 2.00 Uhr (Ortszeit) am frühen Montagmorgen war in der Stadt zunächst eine sehr laute Explosion zu hören gewesen, berichteten viele Anwohner in sozialen Medien.

Bereits 2013 angegriffen

Northgate ist laut eigener Webseite eine Firma, die «Dienstleistungen der Lebens-Unterstützung für Militär und zivile Organisationen in Krisenländern» anbietet. Dazu gehöre das eigene Hotel in Kabul, das einen «sicheren Hafen» biete. Das Areal habe «diplomatischen Status».

Das Gelände ist schwer bewacht: Die Wände sind gegen Explosionen gestärkt, Sicherheitspersonal schützt das Gelände von Wachtürmen aus, Spürhunde sind regelmässig im Einsatz.

Das Hotel war bereits 2013 einmal angegriffen worden. Damals sollen laut einem Bericht der «New York Times» vier oder fünf Wächter des Hotels getötet worden sein sowie die fünf Angreifer. Im Januar hatten die Taliban in einem ähnlichen Angriff das ebenfalls von ausländischen Vertragskräften bewohnte Camp Baron angegriffen und mindestens 30 Menschen verletzt.

US-Truppen hatten in den vergangenen Wochen ihre Angriffe auf Taliban-Stellungen ausgeweitet. Mitte Juni hatte Präsident Barack Obama weiterreichende Einsatzbefugnisse für US-Soldaten in Afghanistan erteilt. Seitdem gibt es mehrmals wöchentlich Luftangriffe auf Taliban-Stellungen. US-Truppen begleiten afghanische Soldaten öfter ins Feld. (sda/dpa/afp)

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