ABB und Stadler schüren Zweifel an Siemens-Zügen für die Schweiz – die Sonntagsnews
Schweiz will kriminelle Afghanen ausschaffen – und prüft auch Abschiebungen nach Syrien
Die Schweiz will laut «SonntagsBlick» rund 20 rechtskräftig verurteilte Afghanen ausschaffen. Ein krimineller Afghane wurde laut dem Staatssekretariat für Migration (SEM) bereits Mitte Dezember nach Kabul rückgeführt, es auf Anfrage der Zeitung schrieb. Diskutiert wird demnach auch die Rückführung von Syrern, dazu stehe das SEM in Kontakt mit den syrischen Behörden. Bisher hat die Schweiz noch keine zwangsweisen Rückführungen nach Syrien durchführen können – im Gegensatz zu Österreich und neuerdings auch Deutschland. Einzelne Bundesparlamentarier drücken nun aber aufs Tempo. «Wenn Deutschland nach Syrien rückführen kann, kann die Schweiz das auch. Ich erwarte, dass die Behörden endlich vom Reden ins Handeln kommen», wird der Luzerner FDP-Ständerat Damian Müller vom «SonntagsBlick» zitiert.
Parmelin will am WEF nicht mit Trump verhandeln
Wirtschaftsminister Guy Parmelin wird laut eigenen Aussagen in der «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche» voraussichtlich am World Economic Forum (WEF) mit US-Präsident Donald Trump sprechen. «Aber es wird in Davos keine Verhandlungen zwischen den USA und der Schweiz geben», sagte der Bundesrat im Interview mit den Zeitungen. «Wir können ihm jedoch vermitteln, dass wir für den nächsten Schritt bereit sind, nämlich ein verbindliches Abkommen über die Zölle zu schliessen», sagte Parmelin weiter. Vor seinem Jahr als Bundespräsident treibe ihn vor allem die geopolitische und wirtschaftliche Lage um. «Die Wirtschaft unserer Nachbarn läuft schleppend, und das nicht nur wegen der zusätzlichen US-Zölle. Das hat Auswirkungen auf uns, ob wir wollen oder nicht», sagte er. Mit Blick auf den Pharmastandort sagte Parmelin er habe gemeinsam mit Bundesrätin Elizabeth Baume-Schneider eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die ihre Arbeit in Kürze aufnehmen werde.
Baerbock will UN-Sitz in Genf behalten
Uno-Vollversammlungspräsidentin Annalena Baerbock sieht keine Bedrohung durch Sparmassnahmen für das internationale Genf. «Genf ist eine Schaltstelle der multilateralen Diplomatie und als Standort nicht in Gefahr», sagte sie dem «SonntagsBlick». Von den Sparmassnahmen könnten Orte wie Genf, Bonn oder Nairobi ihrer Ansicht nach sogar profitieren. «New York ist ein sehr teures Pflaster – deswegen überlegen wir, welche Standorte wir verlagern könnten. Die Schweiz ist nicht gerade günstig, aber trotzdem sehr attraktiv», wird Baerbock weiter zitiert. Dass Länder wie Österreich oder Italien um Uno-Stellen werben, sei verständlich, es müsse aber «Fairplay» gelten. Als fatal bezeichnete Baerbock die Kürzungen bei der Entwicklungszusammenarbeit. «Jede Kürzung der Entwicklungszusammenarbeit ist ein Schuss ins eigene Knie. Mehr Krisen und Konflikte erhöhen den Migrationsdruck», sagte sie.
Skyguide will grosse Einsparungen vornehmen
Die Flugsicherung Skyguide will laut «SonntagsBlick» im nächsten Jahr 24 Millionen Franken sparen. Dies gehe aus einer E-Mail von CEO Peter Merz an die Belegschaft hervor. Geplant sind demnach verschiedene Massnahmen. «Darin enthalten sind unter anderem die Kürzung der Reisespesen um die Hälfte sowie die Streichung externer Tagungsorte. Wir erwarten mit diesem ersten Massnahmenpaket Einsparungen in der Höhe von rund 2,5 bis 3 Millionen Franken», wird Skyguide-Sprecher Vladimir Barrosa zitiert. CEO Merz will auch einen Betriebsausflug nach Lissabon streichen, wo nächstes Jahr die Messe Airspace stattfindet. In den vergangenen Jahren hätten zwischen 80 und 100 Skyguide-Mitarbeitende teilgenommen. Nach den jüngst beschlossenen Massnahmen würden es 2026 nur noch einzelne Schlüsselpersonen sein, so der Skyguide-Sprecher. Entlassungen wollte er nicht ausschliessen, um das Sparziel zu erreichen.
Schweizer organisieren Neonazi-Konzert in Mailand
Die Führungsriege der gewaltbereiten Neonazi-Bruderschaft Hammerskins hat sich laut «SonntagsBlick» am 15. November in der Nähe von Mailand (I) getroffen. Verdeckte Aufnahmen der Recherchegruppe Exif, die der Zeitung vorlägen, würden einen seltenen Einblick in das abgeschottete Netzwerk geben und die Schlüsselrolle des Schweizer Ablegers belegen. Zum sogenannten European Officers Meeting seien Neonazi-Kader aus ganz Europa angereist, darunter mindestens ein Dutzend aus der Schweiz. Am gleichen Wochenende hätten Hunderte Neonazis ein Hasskonzert der Gruppierung besucht. Die Schweizer Szene habe laut Bericht sowohl beim Strategietreffen als auch beim Konzert eine zentrale Rolle gespielt. Sie seien massgeblich an der Organisation beteiligt gewesen. Auf der Bühne habe das Banner des Schweizer Ablegers gehangen. Drei Schweizer hätten Sicherheitsaufgaben übernommen, zwei Frauen aus der Schweiz einen Verkaufsstand betreut.
ABB und Stadler schüren Zweifel an Siemens-Zügen für die Schweiz
Nach der Vergabe des 2,1-Milliarden-Auftrags für neue Zürcher S-Bahn-Züge an Siemens warnen laut «SonntagsZeitung» ABB und Stadler Rail vor Risiken einer neuen Siliziumkarbid-Antriebstechnologie. Diese gälte als energieeffizienter und leiser, sei aber im dichten europäischen S-Bahn-Betrieb kaum erprobt. «Neue Antriebstechnologien haben immer zu Problemen geführt», sagte der frühere ABB-Traction-Chef Edgar Keller zur Zeitung. Er halte den Einsatz im dichten Zürcher S-Bahn-Netz für riskant. ABB setze weiterhin auf weiterentwickelte IGBT-Technologie, die inzwischen mit dem Siliziumkarbid-Antrieb konkurrieren könne. Ein Stadler-Sprecher habe betont, das Stadler-Angebot basiere auf seit 2012 bewährten Doppelstockzügen. Die SBB hätten die Vorwürfe zurückgewiesen, könnten sich wegen des laufenden Beschwerdeverfahrens jedoch nicht inhaltlich äussern.
Parmelin hat über 600 Blumenstrauss-Fotos auf dem Handy
Bundespräsident Guy Parmelin hat laut «Le Matin Dimanche» und «SonntagsZeitung» fast 600 Fotos von Blumensträussen aus dem Bundesratssaal auf seinem Handy. Parmelin erzähle, er fotografiere die Bouquets seit neun Jahren. Er habe damit begonnen, weil er sie «so wunderschön» finde und um «die Arbeit» der Floristinnen und Floristen zu ehren. Der Wirtschaftsminister wisse noch nicht, was er mit den Bildern machen werde. Denkbar sei «vielleicht ein Fotobuch». (sda/con)
