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Mali: Mutmassliche Dschihadisten nehmen in Hotel in Mali 170 Geiseln



Mehrere Angreifer haben ein Luxushotel in Malis Hauptstadt Bamako überfallen und halten dort bis zu 170 Menschen als Geiseln. Die Erstürmung des Gebäudes durch Sicherheitskräfte hat begonnen.

140 davon seien Gäste. Zudem hielten die Angreifer auch 30 Angestellte des Radissons in ihrer Gewalt, teilte die Hotelgruppe Rezidor am Freitag mit. Einige seien wieder freigelassen worden, sagte ein Polizeibeamter.

Die malischen Sicherheitskräfte begannen, in das Hotel vorzudringen, wie ein Augenzeuge berichtete. Zunächst blieb unklar, ob es bei dem Überfall auch Tote gab.

Die Angreifer seien vermutlich Dschihadisten, sagte der Polizeibeamte. Sie liessen jene frei, die das muslimische Glaubensbekenntnis aufsagen könnten, und seien vor allem an westlichen Geiseln interessiert, sagte der Beamte.

Von vielen Ausländern frequentiert

Das Radisson Blu hat 180 Zimmer. Es ist bei Diplomaten und Geschäftsleuten beliebt und zum Beispiel auch das Hotel für Mitarbeiter der Air France, die nach Bamako kommen.

Sechs Mitarbeiter der Fluggesellschaft Turkish Airlines halten sich im Radisson-Blu Hotel auf, wie ein Vertreter der türkischen Regierung sagt. Unter den Geiseln befinden sich auch Franzosen, verlautete aus Kreisen des französischen Präsidialamts.

Nach Angaben eines Mitglieds des Hotel-Sicherheitsteams nutzten die Angreifer einen Wagen mit diplomatischen Kennzeichen, um Zugang zum normalerweise sehr gut gesicherten Radisson zu erhalten. Medienberichten zufolge skandierten die Angreifer «Allahu Akbar» (Gott ist am grössten), was den Verdacht eines islamistischen Terroranschlags weiter erhärtet.

Hotelgelände abgeriegelt

Es waren Schüsse zu hören. Sicherheitskräfte riegelten das Hotel weiträumig ab. Die US-Botschaft und andere westliche Vertretungen forderten ihre Staatsbürger in Bamako auf, in ihren Häusern zu blieben.

In Mali hatten Dschihadisten und separatistische Tuareg grosse Gebiete vor allem im Norden des Landes erobert, bevor sie mit Hilfe französischer Truppen wieder zurückgedrängt worden waren. Derzeit läuft ein internationaler Einsatz zur Ausbildung der malischen Streitkräfte.

Angriff auf Hotel im August

Im August waren bei einer Geiselnahme und anschliessenden Gefechten in einem bei Ausländern beliebten Hotel in der malischen Stadt Sévaré 13 Menschen getötet worden, unter ihnen fünf UNO-Mitarbeiter. Zum Angriff bekannten sich malische Dschihadisten.

Eine französische Militärintervention hatte Anfang 2013 in Mali den Vormarsch bewaffneter Rebellen in Richtung Süden gestoppt. Mehrere Gruppen verüben aber weiterhin Anschläge.

Frankreich übergab den Militäreinsatz später an die UNO-Blauhelmtruppe MINUSMA. Im Süden des Landes bildet die Europäische Union malische Soldaten aus. (sda/afp/reu/dpa)

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