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Kameratipps vom Experten: Damit Ihnen künftig auch so tolle Schnappschüsse gelingen. bild: twitter/business insider

Kamera-Ratgeber

Tipps vom Profi: 7 Dinge, die Sie beim Kauf einer neuen Digitalkamera beachten sollten

Solls zu Weihnachten eine neue Kamera sein? Wie findet man unter all den Angeboten die richtige, was bedeutet das Technik-Kauderwelsch? Diese Tipps machen das Einkaufen leichter. 

13.12.14, 09:55 13.12.14, 10:13

Horst Gottfried

Ein Artikel von

Zu Weihnachten sind Kameras als Geschenke besonders gefragt. Doch technischer Overkill, ein kaum überschaubares Angebot und reisserische Werbung machen viele Interessenten die Wahl des richtigen Modells unnötig schwer. Durchblick hat nur, wer weiss, worauf es technisch ankommt. Wer sich dann noch klarmacht, was ihm wichtig und weniger wichtig ist, kommt seiner Traumkamera schon ein Stück näher. 

Die Bandbreite ist enorm: Es gibt die teils sehr günstigen Kompaktkameras, die es dem Nutzer leicht machen - allerdings muss man sich dann aber auch mit der einmal gekauften Ausstattung begnügen. 

Ganz anders sind die Spiegelreflexkameras, auch SLRs genannt, bei denen man das Objektiv wechseln kann und die meist grössere Bildsensoren und damit mehr Qualität liefern. Und dann gibt es noch die Systemkameras. Sie bieten eine den SLRs ähnliche Bildqualität, haben Wechselobjektive, sind aber aufgrund ihrer Technik kleiner und leichter. 

Auf diese drei Kameragruppen werden wir demnächst in weiteren Artikeln genauer eingehen. Jetzt kümmern wir uns erst mal und die technischen Grundlagen. Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Punkte, auf die Sie beim Kamerakauf achten sollten. Machen Sie sich dazu Ihre Prioritäten bei Ausstattung, Grösse, Gewicht und dem Preis klar. Hilfreich kann eine Liste der von Ihnen bevorzugten Kameraeigenschaften sein, etwa unterteilt in die Kategorien «muss», «sollte» und «kann/schön zu haben». 

Auf folgende Eigenschaften sollte man beim Kauf einer neuen Kamera besonders achten: 

1. Pixelzahl und Sensorgrösse 

Ein grosser Sensor (rote Fläche) liefert rauschärmere Fotos als ein kleiner Sensor (gelbe Fläche). grafik: chip

Achten Sie vor allem bei Kompaktkameras auf die Sensorgrösse. Sie steht oft nur im Kleingedruckten, ist aber genauso wichtig wie Megapixelzahl. Zwölf Megapixel auf einem 1/1,7-Zoll-Sensor (rund 9,5 Millimeter Diagonale) können ein besseres Bild liefern als 16 Megapixel auf einem kleinen 1/2,3-Zoll-Sensor (rund 7,7 Millimeter Diagonale). Je grösser das einzelne Pixel ist, desto besser ist die Bildqualität. Einige SLR- und Systemkameras sowie einige teurere Kompakt-Modelle haben noch grössere Sensoren. Bei sogenannten Four-Thirds-Kameras etwa beträgt die Sensordiagonale 22 Millimeter, bei APS-C-Kameras 28 Millimeter. Beim Kleinbild-Format sind es 43 Millimeter. 

2. Objektivbrennweite und Lichtstärke 

Grössere Weitwinkel bringen mehr als superlange Teleobjektive. Bild: Patrik Lundin/freshfocus

Lassen Sie sich bei Kompaktkameras nicht von superlangen Tele-Brennweiten blenden. Mit zunehmender Tele-Brennweite verringern sich Lichtstärke und Qualität. Trotz Bildstabilisierung drohen verwackelte Bilder. Grössere Weitwinkel (zum Beispiel 24 statt 28 Millimeter) und eine höhere Lichtstärke (Werte wie f/2,8, f/2,0 oder f/1,8) bringen in der Praxis mehr als superlange Teleobjektive. 

Mit Spiegelreflex- und Systemkameras sind Sie freier in der Objektivauswahl und können sie bei Bedarf später ausbauen. 

3. Monitor und Sucher 

Achten Sie auf die Auflösung bzw. auf die Schärfe des Bildes. Ein Blick auf den Monitor sagt mehr als die reine Pixelzahl, bei der Hersteller gern tricksen. Sie geben manchmal die Gesamtzahl aller roten, grünen und blauen Pixel an. Die effektive Auflösung beträgt dann aber nur ein Drittel, da für einen farbigen Bildpunkt drei Pixel in drei Grundfarben zusammengefasst werden. Aus 2,36 Millionen Pixeln werden so effektiv 786'666 Bildpunkte. 

Praktisch ist ein klappbarer Monitor, der Aufnahmen aus verschiedenen Betrachtungswinkeln ermöglicht. Ein elektronischer Sucher hilft bei hellem Sonnenlicht, weil dann das Monitorbild schlecht zu erkennen ist. 

4. Geschwindigkeit und Empfindlichkeit 

Wichtig ist eine kurze Einschaltzeit und ein schneller Autofokus. Hohe ISO-Werte (Indikator der Lichtempfindlichkeit) sollte man vor allem bei den Kompakten nicht überbewerten. Sie eignen sich wegen schlechterer Bildqualität meist nicht für normale Fotos, sondern nur als Reserve etwa für Dokumentationszwecke. 

5. Grösse und Gewicht 

bild: pcwelt

Das ist Geschmacksache. Man sollte aber immer daran denken: Was nützt die dickste Profi-Kamera, wenn sie zu Hause liegen bleibt, weil sie unterwegs zu gross und zu schwer ist? 

6. Sekundärtugenden 

Kameras mit Android und einer SIM-Karte oder WLAN können Fotos direkt in einen Onlinespeicher wie Dropbox hochladen. bild: allaboutsamsung

Das Angebot an nützlichen Funktionen und Helferlein ist gross: Ein Bildstabilisator, eine einfache Bedienbarkeit und übersichtliche Menüs sind wichtig. Eine elektronische Wasserwaage, eine Videofunktion und ein Blitz sind praktisch. Digital-Effekte, WLAN, NFC und GPS sind schön zu haben, machen aber keine besseren Bilder. 

7. Was Sie noch beachten sollten 

Vergleichen Sie vor dem Kauf die Preise. Anzeigen in Zeitungsbeilagen und Preissuchmaschinen können als Orientierung dienen. Die billigste Lösung muss nicht immer die beste sein: wenn eine gute Beratung in einem Fachgeschäft vor Ort vor einem Fehlkauf schützt, sind die paar Franken Aufpreis gut angelegt, die die Kamera dort vielleicht mehr kostet als beim Online-Händler. 

Schauen Sie den Verkäufern in Elektronikmärkten wie Mediamarkt und Co. auf das Namensschild. Daran sollte zu erkennen sein, ob sie wirklich Mitarbeiter des Hauses sind. In manchen Filialen sind teilweise auch von Herstellern gesponserte Promotor unterwegs, die nur ihre eigene Marke verkaufen wollen. 

Achten Sie beim Preisvergleich von System- und SLR-Kameras, die im Set mit Objektiv angeboten werden, auf Brennweite und Lichtstärke des mitgelieferten Objektivs. Bei Kameras ohne Bildstabilisator im Gehäuse sollte das Objektiv damit ausgestattet sein. Das ist vor allem bei Dunkelheit sowie für Tele- und Nahaufnahmen wichtig. 



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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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22
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22Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Rafael Heuri 15.12.2014 07:31
    Highlight Megapixel sind für den "Normalknisper" eigentlich ziemlich egal da man bereits mit 12MP ein A4 ohne Rauschen bedrucken kann, ja sogar ein 20x30m grosses Fassadenplakat würde drin liegen (da wäre das Auflösevermögen des Auges dann am Anschlag mehr Druckpunkte zu erkennen). Aber ist halt ein tolles Verkaufsargument auf das die Unwissenden immer wieder reinfallen (20 Mio. statt 16...das muss besser sein)...Was man auch Bedenken sollte, das bei gleicher Sensorgrösse und mehr Pixel, jedes Pixel kleiner gebaut werden musste, was die Fehlerquote stark steigen lässt. Besser mehr Geld in ein Objektiv.
    10 1 Melden
  • The Destiny // Team Telegram 13.12.2014 22:59
    Highlight Was bitte ist ein Mittelformat ??

    0 0 Melden
    • tike 14.12.2014 00:30
      Highlight Das sind Profikameras mit noch grösserem Sensor als die üblichen DSLR. Google mal Hasselbald oder PhaseOne. Ab ca 30'000 Franken zu haben.
      3 0 Melden
  • Drybag 13.12.2014 20:45
    Highlight Die beste Kamera ist immer die, die man dann auch dabei hat :-)
    10 0 Melden
    • gfc 14.12.2014 16:03
      Highlight Grufti: Keine Kompakte hat dieselbe Qualität wie eine SLR. Die Physik (grösserer Sensor, lichtstärkere Objektive) kann keine Software ersetzen. Das redet Dir die Werbung ein.
      5 1 Melden
    • zettie94 14.12.2014 17:30
      Highlight Doch, Systemkameras sind sehr kompakt und bieten die selbe Bildqualität wie eine Spiegelreflex. Der Sensor ist meistens auch APS-C oder sogar Kleinbild.
      4 2 Melden
    • gfc 14.12.2014 17:51
      Highlight Systemkameras sind aber keine Kompaktkameras.

      Und four thirds sind dich einiges kleinere Chips als APS-C. Und selbst bei selber Chipgrösse sind die Objektive oft erheblich einfacher gebaut.

      Selbst bei SLR gilt: Ein gutes Objektiv kostet das mehrfache der billigen Kitobjektive und der Unterschied ist deutlich. Auch wenn natürlich am Ende der Fotograf das Bild macht, die Ausrüstung hilft enorm. Roger Federer spielt auch nicht mit einer Bratpfanne und Schumi hat nicht mit einem Fiat Punto ein Formel1 Rennen gewonnen.
      2 1 Melden
  • Migu Schweiz 13.12.2014 14:58
    Highlight Die beste Kamera ist immer noch das iPhone. Alles andere ist Beilage Punkt.
    3 38 Melden

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