International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
HANDOUT, FILMSTILL -  Heidi (Anuk Steffen) und der Alpoehi (Bruno Ganz) bei einer Schlittenfahrt, Szene aus dem Film

Hier ist die Heidiwelt echt in Ordnung. Anuk Steffen und Bruno Ganz in Alain Gsponers «Heidi». Bild: ZODIAC PICTURES

Ein Toter und hohe Schulden: Mega-Zoff beim neuen «Heidi»-Film

An der Berlinale wurde «Heidi: Queen of the Mountain» mit Hollywoodstar Bill Nighy präsentiert. Die britisch-indische Produktion droht von der eigenen Crew verklagt zu werden.

16.02.17, 18:25

lory roebuck / Aargauer Zeitung



Der Stoff wurde schon zig Mal verfilmt, in der Schweiz, in Amerika, sogar im fernen Japan: Johanna Spyris «Heidi» ist ein Klassiker für die Ewigkeit. Zuletzt avancierte Alain Gsponers Verfilmung mit Bruno Ganz in der Hauptrolle mit weltweit 3,5 Millionen Kinoeintritten zum erfolgreichsten Schweizer Film aller Zeiten.

Inzwischen ist der Schweizer Klassiker bereits ein weiteres Mal verfilmt worden: Für «Heidi: Queen of the Mountain» zeichnen die britische Produktionsfirma Big Tree Productions und das indische Unternehmen Vistaar Entertainment verantwortlich. In der Rolle des Alpöhi: Hollywoodstar Bill Nighy, bekannt aus Filmhits wie «Pirates of the Caribbean» und «Love Actually». Regie führt die indische Regisseurin Bhavna Talwar.

https://www.google.com/url?sa=i&rct=j&q=&esrc=s&source=images&cd=&cad=rja&uact=8&ved=0CAcQjRw&url=http%3A%2F%2Fwww.theguardian.com%2Ffilm%2F2013%2Fdec%2F16%2Fhow-we-made-love-actually&ei=liSQVKbqJ4PnUv-8hJgF&bvm=bv.81828268,bs.1,d.d2s&psig=AFQjCNHJSymbAOmcIkBiLbb5Bn423QnAbA&ust=1418819091598564 Love Actually Bill Nighy

Gut, auch hier ist irgendwie Winter. Trotzdem: Eignet sich dieser Bill Nighy als Erziehungsberechtigter eines Waisenmädchens? bild: universal

An der Berlinale wurde nun erstmals ein kurzer Ausschnitt aus dem Film gezeigt: Nighy steht vor dem Eingang seiner Alphütte und ruft nach Heidi, die Sonne strahlt, Idylle pur. Die Sequenz soll potenzielle Investoren und internationale Verleiher vom Marktpotenzial des Films überzeugen. Im besten Fall würden sogar zwei Fortsetzungen gedreht werden.

Bei «Heidi: Queen of the Mountain» herrscht aber nur nach aussen hin heile Welt. Die Branchenzeitschrift «The Hollywood Reporter», die zum Filmmarkt an der Berlinale eine tägliche Sonderausgabe produziert, berichtet, dass sie in Berlin von mehreren Mitgliedern des Filmteams kontaktiert worden sei. Diese hätten sich unisono darüber beklagt, dass ihnen für ihre Arbeit am neuen Heidi-Film, der letzten Sommer in Spanien und England gedreht worden war, sehr viel Geld geschuldet wird.

Das Plakat existiert schon

Der Groll richtet sich offenbar vor allem gegen Sheetal Vinod Talwar, den Vorstandsvorsitzenden von Vistaar Entertainment und Gatten der Regisseurin. «Ich kenne seine Attitüde gegenüber ausstehenden Rechnungen: Talwar findet, dass andere Leute ihn ruhig verklagen sollen, er könne sich das problemlos leisten», sagte ein Crewmitglied dem «Hollywood Reporter».

Ein Kulissenbauer erzählte der Zeitschrift, Talwar würde ihm für Honorar und Anwaltskosten über 30'000 britische Pfund schulden, «wenn Sie das auf 50 Personen hochrechnen, wissen Sie, um welche Beträge es hier insgesamt geht.» Dieselbe Quelle beschrieb den Dreh in Spanien als «absolutes Chaos».

Dies ist Samantha Allison, das britisch-indische Heidi. Auf der ganzen Welt hat einzig die kalabrische Regionalzeitung «El Diario Montanes» herausgefunden, wie sie aussieht. Wir empfehlen den investigativen «Diario» deshalb mit Nachdruck.  bild via el diario montanes

Mehrere Crewmitglieder hätten ihren Posten nach einigen Tagen quittiert, ein Kameraführer aus Indien sei während des Drehs tragischerweise sogar an Herzversagen verstorben. Darauf angesprochen, sagte Talwar dem «Hollywood Reporter», der Tod des Mitarbeiters sei «unglücklich» gewesen, er sei aber eines «natürlichen Todes gestorben». Weiter sagte der indische Produzent, dass sich bisher niemand wegen der ausstehenden Zahlungen bei ihm gemeldet habe und dass alle Rechnungen vom Dreh in Spanien beglichen wurden.

Ob die Crewmitglieder über ihre Gewerkschaft Sheetal Vinod Talwar und Vistaar Entertainment vor Gericht ziehen, bleibt abzuwarten. Sicher ist nur, dass das idyllische Filmplakat von «Heidi: Queen of the Mountain» nicht länger verbergen kann, dass es unter der Oberfläche gewaltig brodelt.

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

Abonniere unseren Daily Newsletter

1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • pazüsen 16.02.2017 19:25
    Highlight "El Diario Montanes" ist eine Zeitung aus Kantabrien (Spanien) und nicht aus Kalabrien (Italien), wie ihr schreibt ;)
    44 0 Melden

«Nur no ä halbs Minipic»: Lara Stoll steckt für 127 Stunden mit dem Finger im Abfluss fest

Cyrill Oberholzer und Lara Stoll erzählen von ihrem neuen Film, der eigentlich «Die göttliche Ordnung 2» hätte heissen sollen, aber dann aus Gründen zum «Höllentor von Zürich» wurde.

«S'isch scho chli Porno, am Afang isch mir das gar nöd so bewusst gsi, dass jetzt alli mini Frässi 90 Minute lang müend aluegä», sagt Lara Stoll. Doch entgegen ihren Befürchtungen tut man das als Zuschauer ziemlich gern. Man leidet mit dieser Fresse mit.

Und auch mit allem, was um diese Fresse herum gewachsen ist. Denn im «Höllentor von Zürich» ist die gesamte Lara Stoll gefangen in einer höchst unangenehmen Situation. Allerdings birgt ihre missliche Lage ein enormes …

Artikel lesen