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Der franzoesische Praesidentschaftskandidat der Konservativen, Francois Fillon, unterhaelt sich mit dem Vorsitzenden der Konrad-Adenauer-Stiftung am 23.01.2017 in einem Besprechungsraum in der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin. Fillon hielt spaeter im Europaforum der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin eine Rede zum Thema

François Fillons Wohnung wurde heute durchsucht.  Bild: dpa

Hausdurchsuchung bei Fillon – weitere Konservative wenden sich von ihm ab

02.03.17, 20:12

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Wegen der Scheinbeschäftigungsaffäre wenden sich immer mehr Parteifreunde vom französischen Präsidentschaftskandidaten François Fillon ab. Derweil laufen die Ermittlungen weiter, am Donnerstag mit einer Durchsuchung von Fillons Pariser Wohnung.

Die Durchsuchung der Wohnung von François und Penelope Fillon im siebten Arrondissement sei «früher am Tag» erfolgt, verlautete aus informierten Kreisen. «Die Durchsuchung wurde vor einigen Stunden beendet», hiess es am Abend aus dem Umfeld des früheren Premierministers. Weitere Angaben wurden nicht gemacht.

Fillon hatte am Mittwoch bekanntgegeben, dass er für den 15. März von den Ermittlungsrichtern vorgeladen ist. Dabei droht ihm die Eröffnung eines Verfahrens.

Die Justiz ermittelt unter anderem wegen des Verdachts der Hinterziehung öffentlicher Gelder. Penelope Fillon war jahrelang als parlamentarische Mitarbeiterin für ihren Mann angestellt. Fillon weist den Vorwurf einer Scheinbeschäftigung seiner Frau und auch zwei seiner Kinder zurück.

Weitere Abgänge

Trotz des drohenden Verfahrens hält Fillon an seiner Präsidenschaftskandidatur fest. Er verliert aber zusehends Rückhalt in seinen Reihen. Sein Wahlkampfsprecher Benoist Apparu und zwei weitere konservative Parlamentarier erklärten am Donnerstag, Fillon nicht mehr zu unterstützen.

«Wir ziehen uns aus dem Wahlkampf zurück», erklärten die drei Politiker, die Fillons in der Republikaner-Vorwahl unterlegenem Rivalen Alain Juppé nahestehen.

Am Donnerstag warf auch ein Berater von Fillons Wahlkampfleiter Patrick Stefanini das Handtuch. Schon am Mittwoch hatte sich der frühere Landwirtschaftsminister Bruno Le Maire aus Fillons Wahlkampfteam zurückgezogen. Die Zentrumspartei UDI erklärte, ihre Unterstützung für den konservativen Präsidentschaftskandidaten vorerst auszusetzen.

Fillon selbst gab sich am Donnerstag betont selbstbewusst. «Die Basis hält», sagte er vor einem Wahlkampfauftritt in der südfranzösischen Stadt Nîmes. «Ich stütze mich auf die Franzosen.»

Allerdings sind Fillons Umfragewerte seit Beginn der Affäre Ende Januar deutlich zurückgegangen. Nach jetzigem Stand würde er den Einzug in die Stichwahl am 7. Mai verfehlen. Er liegt in Umfragen hinter der rechten Front-National-Chefin Marine Le Pen und dem parteilosen Mitte-Kandidaten Emmanuel Macron. (sda/afp/dpa)

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5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Donald J Trump 03.03.2017 00:29
    Highlight Mr Fillon should reveal his taxreturns! We cant trust him.
    Im great, i know!
    8 7 Melden
  • Felix Walter S. 02.03.2017 23:07
    Highlight Eines ist klar: In einer Stichwahl Fillon vs. Le Pen hat der Front National so gut wie gewonnen.

    Hier der unbeliebte Kandidat der Elite, der im Verdacht steht, nur seinen eigenen Vorteil zu suchen - seine Opponentin sieht da sofort viel besser aus.

    Parallelen zum US - Wahlkampf: eindeutig.

    Die letzte Hoffnung für Frankreich ist Macron. Ich hoffe, dass er keinen Dreck am Stecken hat, sonst heisst es dann wirklich: Mme la présidente! Und dann: Adieu EU!

    Es kommen spannende Zeiten auf uns zu... leider!
    8 7 Melden
    • Froggr 03.03.2017 05:04
      Highlight LenPen wird gewinnen. Das Französische Volk kapiert langsam aber sicher, dass es so nicht weiter gehen darf.
      5 13 Melden
    • 90er 03.03.2017 08:49
      Highlight Froggr was darf nicht mehr so weitergehen?
      4 5 Melden
    • René Obi 03.03.2017 09:22
      Highlight Jetzt müssen die Russen nur noch Macron demontieren und Froggr hat mit dem ersten Satz recht. Allerdings wäre das der Tod für das Friedensprojekt EU. Und ja, ich bin bei weitem nicht mit allem glücklich, was die EU veranstaltet. Aber die Auflösung der EU wäre nur schlecht. Immerhin hat es auch dank der EU seit 70 Jahren keinen Krieg in Westeuropa mehr gegeben.
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