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Protesters gather at Marsivo Field in St.Petersburg, Russia, Sunday, March 26, 2017. Thousands of people crowded in St.Petersburg on Sunday for an unsanctioned protest against the Russian government, the biggest gathering in a wave of nationwide protests that were the most extensive show of defiance in years. (AP Photo/Dmitri Lovetsky)

Proteste in St.Petersburg, Russland. Bild: Dmitri Lovetsky/AP/KEYSTONE

Fast tausend Festnahmen bei Protesten in Russland – darunter auch Kreml-Kritiker Nawalny



Bei landesweiten Protesten gegen Korruption in Russland sind am Sonntag nach jüngsten Angaben von Aktivisten fast tausend Demonstranten festgenommen worden, unter ihnen der prominente Kreml-Kritiker Alexej Nawalny.

Nawalny, der zu den Protesten aufgerufen hatte, wurde bereits auf dem Weg zu der Demonstration in Moskau abgeführt und in Gewahrsam genommen. 

epa05871943 A handout photo made available by Navalny's Campaign Headquarters shows Russian opposition leader Alexei Navalny (C) being detained by Russian police officers during an opposition rally in central Moscow, Russia, 26 March 2017. Russian opposition leader Alexei Navalny called on his supporters to join a demonstration in central Moscow despite a ban from Moscow authorities. Throughout Russia the opposition held the so-called anti-corruption rallies. According to reports, dozens of demonstrators have been detained across the country as they called for the resignation of Russian Prime Minister Dmitry Medvedev over corruption allegations.  EPA/EVGENY FELDMAN FOR NAVALNY'S CAMPAIGN HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Der prominente Kreml-Kritiker Alexej Nawalny wurde festgenommen. Bild: EPA/NAVALNY'S CAMPAIGN HEADQUARTERS

Insgesamt gab es nach Angaben der Menschenrechtsgruppe OWD Info mindestens 933 Festnahmen in Moskau und dutzende weitere Festnahmen in anderen russischen Städten.

«Versucht nicht, für mich zu kämpfen. Unser Thema ist heute der Kampf gegen Korruption.»

Kreml-Kritiker Alexej Nawalny

In Moskau nahmen nach Polizeiangaben 7000 bis 8000 Menschen an der Kundgebung teil. Es war eine der grössten Teilnehmerzahlen bei einer nichtgenehmigten Demonstration in Russland seit Jahren.

In St.Petersburg gingen rund 4000 Menschen auf die Strasse. Nach örtlichen Medienberichten gab es zudem 2000 Teilnehmer in Nowosibirsk sowie jeweils 1500 in Krasnojarsk und Omsk. Weitere Kundgebungen gab es in Wladiwostok und Jekaterinburg.

Nawalny wurde direkt an einem U-Bahn-Ausgang in Moskau von Polizisten abgeführt und in ein Polizeifahrzeug gesetzt. Von dort aus schrieb er auf Twitter: «Alles in Ordnung. Versucht nicht, für mich zu kämpfen. Unser Thema ist heute der Kampf gegen Korruption.»

Nach Angaben seiner Mitstreiter wurde er in Gewahrsam genommen, am Montag sollte er einem Richter vorgeführt werden.

Medwedew schweigt

Der Jurist und Blogger Nawalny prangert seit Jahren Korruption in Russland an. Anfang Februar wurde er in einem neu aufgerollten Prozess abermals zu fünf Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.

Ein Gericht sprach ihn wegen Veruntreuung schuldig. Nawalny kündigte daraufhin an, trotzdem bei der für März 2018 geplanten Präsidentschaftswahl anzutreten.

Die jüngsten Proteste entzündeten sich unter anderem an einem Bericht Nawalnys, in dem Ministerpräsident Dmitri Medwedew vorgeworfen wird, über ein undurchsichtiges Netzwerk von Nichtregierungsorganisationen ein Immobilienimperium zu kontrollieren.

Ein YouTube-Video mit den Anschuldigungen wurde inzwischen elf Millionen Mal angeklickt, eine Stellungnahme Medwedews gibt es dazu bisher nicht. 

USA verurteilt Festnahmen

Die USA haben die Festnahme hunderter friedlicher Regierungsgegner bei Demonstrationen in Russland scharf kritisiert. Das sei ein «Angriff auf zutiefst demokratische Werte», monierte ein Sprecher des US-Aussenministeriums am Sonntagabend (Ortszeit) auf Facebook.

Man sei auch besorgt über die Festnahme des Oppositionellen Alexej Nawalny und fordere die russische Regierung auf, alle friedlichen Demonstranten sofort freizulassen. Bei landesweiten Massenprotesten hatte die Polizei am Sonntag mehrere Hundert Demonstranten und Anhänger von Nawalny festgenommen. (sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Blutgrätscher 27.03.2017 10:04
    Highlight Highlight Unglaublich, dass wir in allen Online-Kommentarspalten Schweizer finden, die auf biegen und brechen ein Regime verteidigen, dass jegliche Form von öffentlicher Opposition einsperrt.
  • Kii 27.03.2017 09:21
    Highlight Highlight An die, die Putin so vergöttern: sowas wollt ihr wirklich auch bei uns?
  • pamayer 27.03.2017 07:03
    Highlight Highlight Tja, die Meinungsfreiheit. Nicht selbstverständlich. Froh, dass wir sie haben. Und hoffe, dass es noch lange so bleibt.
  • Mischa Müller 27.03.2017 06:45
    Highlight Highlight USA wendet altkommunistische Methoden an, um den Kapitalismus zu fördern. Russland wendet faschistische Methoden an, um die russische Volksseele zu konservieren... irgendwie haben West und Ost ihre Machtinstrumente ausgewechselt. Der Kern bleibt der selbe. Was eigentlich die Alten in Rom dazu murmeln? ;-)
  • mortiferus 27.03.2017 06:39
    Highlight Highlight Nicht bewilligte Demo? Warum braucht man überhaupt eine Bewilligung wen man demonstrieren darf, was ja wohl selbsverständlich ist? Doch in der Schweiz haben auch Politiker gefordert das die Polizei die unbewilligte Demo in Bern stoppen hätte müssen. Es werden teilweise auch bei uns Demos abgesagt. Das Argument, unten von Luegi,finde ich hat schon was. Die USA unterstützen alles und jeden um nicht genehme Regierungen zu destabiliesieren. Selber jammern sie ständig das sich Russland ihn ihren Wahlkampf einmischt oder das die Chinesen hacken, lol...
  • Juliet Bravo 27.03.2017 03:27
    Highlight Highlight mutig mutig liebe Brüder
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  • Luegi 27.03.2017 02:12
    Highlight Highlight Wer ist diese OWD genau? Alles was ich über diese Gruppe fand ist dass es sich um ein vom Ausland Finanzierte NGO handeln soll. In Moskau gingen 8000 Menschen Demonstrieren, Moskau hat 11 Millionen Einwohner. Das sind nicht mal 1% von Moskaus Bevölkerung , Agglomeration nicht mitgerechnet!
    • Juliet Bravo 27.03.2017 03:09
      Highlight Highlight NGOs liberaler couleur müssen sich in RU als sog. "ausländische Agenten" eintragen lassen. Sie werden dann dementsprechend behandelt.
    • The Destiny // Team Telegram 27.03.2017 05:55
      Highlight Highlight Und genau das sind sie auch oft..
    • Anded 27.03.2017 06:38
      Highlight Highlight Gratulliere, du beherrschst die Prozentrechnung. Ab wieviel Prozent ist denn eine (unbewilligte) Demo eine ernstzunehmende Demo?
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