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Proteste in St.Petersburg, Russland. Bild: Dmitri Lovetsky/AP/KEYSTONE

Fast tausend Festnahmen bei Protesten in Russland – darunter auch Kreml-Kritiker Nawalny

27.03.17, 01:47 27.03.17, 06:04

Bei landesweiten Protesten gegen Korruption in Russland sind am Sonntag nach jüngsten Angaben von Aktivisten fast tausend Demonstranten festgenommen worden, unter ihnen der prominente Kreml-Kritiker Alexej Nawalny.

Nawalny, der zu den Protesten aufgerufen hatte, wurde bereits auf dem Weg zu der Demonstration in Moskau abgeführt und in Gewahrsam genommen. 

Der prominente Kreml-Kritiker Alexej Nawalny wurde festgenommen. Bild: EPA/NAVALNY'S CAMPAIGN HEADQUARTERS

Insgesamt gab es nach Angaben der Menschenrechtsgruppe OWD Info mindestens 933 Festnahmen in Moskau und dutzende weitere Festnahmen in anderen russischen Städten.

«Versucht nicht, für mich zu kämpfen. Unser Thema ist heute der Kampf gegen Korruption.»

Kreml-Kritiker Alexej Nawalny

In Moskau nahmen nach Polizeiangaben 7000 bis 8000 Menschen an der Kundgebung teil. Es war eine der grössten Teilnehmerzahlen bei einer nichtgenehmigten Demonstration in Russland seit Jahren.

In St.Petersburg gingen rund 4000 Menschen auf die Strasse. Nach örtlichen Medienberichten gab es zudem 2000 Teilnehmer in Nowosibirsk sowie jeweils 1500 in Krasnojarsk und Omsk. Weitere Kundgebungen gab es in Wladiwostok und Jekaterinburg.

Nawalny wurde direkt an einem U-Bahn-Ausgang in Moskau von Polizisten abgeführt und in ein Polizeifahrzeug gesetzt. Von dort aus schrieb er auf Twitter: «Alles in Ordnung. Versucht nicht, für mich zu kämpfen. Unser Thema ist heute der Kampf gegen Korruption.»

Nach Angaben seiner Mitstreiter wurde er in Gewahrsam genommen, am Montag sollte er einem Richter vorgeführt werden.

Medwedew schweigt

Der Jurist und Blogger Nawalny prangert seit Jahren Korruption in Russland an. Anfang Februar wurde er in einem neu aufgerollten Prozess abermals zu fünf Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.

Ein Gericht sprach ihn wegen Veruntreuung schuldig. Nawalny kündigte daraufhin an, trotzdem bei der für März 2018 geplanten Präsidentschaftswahl anzutreten.

Die jüngsten Proteste entzündeten sich unter anderem an einem Bericht Nawalnys, in dem Ministerpräsident Dmitri Medwedew vorgeworfen wird, über ein undurchsichtiges Netzwerk von Nichtregierungsorganisationen ein Immobilienimperium zu kontrollieren.

Ein YouTube-Video mit den Anschuldigungen wurde inzwischen elf Millionen Mal angeklickt, eine Stellungnahme Medwedews gibt es dazu bisher nicht. 

USA verurteilt Festnahmen

Die USA haben die Festnahme hunderter friedlicher Regierungsgegner bei Demonstrationen in Russland scharf kritisiert. Das sei ein «Angriff auf zutiefst demokratische Werte», monierte ein Sprecher des US-Aussenministeriums am Sonntagabend (Ortszeit) auf Facebook.

Man sei auch besorgt über die Festnahme des Oppositionellen Alexej Nawalny und fordere die russische Regierung auf, alle friedlichen Demonstranten sofort freizulassen. Bei landesweiten Massenprotesten hatte die Polizei am Sonntag mehrere Hundert Demonstranten und Anhänger von Nawalny festgenommen. (sda/afp)

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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
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13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Blutgrätscher 27.03.2017 10:04
    Highlight Unglaublich, dass wir in allen Online-Kommentarspalten Schweizer finden, die auf biegen und brechen ein Regime verteidigen, dass jegliche Form von öffentlicher Opposition einsperrt.
    9 0 Melden
  • Kii 27.03.2017 09:21
    Highlight An die, die Putin so vergöttern: sowas wollt ihr wirklich auch bei uns?
    8 0 Melden
  • pamayer 27.03.2017 07:03
    Highlight Tja, die Meinungsfreiheit. Nicht selbstverständlich. Froh, dass wir sie haben. Und hoffe, dass es noch lange so bleibt.
    15 1 Melden
  • Mischa Müller 27.03.2017 06:45
    Highlight USA wendet altkommunistische Methoden an, um den Kapitalismus zu fördern. Russland wendet faschistische Methoden an, um die russische Volksseele zu konservieren... irgendwie haben West und Ost ihre Machtinstrumente ausgewechselt. Der Kern bleibt der selbe. Was eigentlich die Alten in Rom dazu murmeln? ;-)
    23 0 Melden
  • mortiferus 27.03.2017 06:39
    Highlight Nicht bewilligte Demo? Warum braucht man überhaupt eine Bewilligung wen man demonstrieren darf, was ja wohl selbsverständlich ist? Doch in der Schweiz haben auch Politiker gefordert das die Polizei die unbewilligte Demo in Bern stoppen hätte müssen. Es werden teilweise auch bei uns Demos abgesagt. Das Argument, unten von Luegi,finde ich hat schon was. Die USA unterstützen alles und jeden um nicht genehme Regierungen zu destabiliesieren. Selber jammern sie ständig das sich Russland ihn ihren Wahlkampf einmischt oder das die Chinesen hacken, lol...
    16 7 Melden
  • Juliet Bravo 27.03.2017 03:27
    Highlight mutig mutig liebe Brüder
    19 9 Melden
  • Luegi 27.03.2017 02:12
    Highlight Wer ist diese OWD genau? Alles was ich über diese Gruppe fand ist dass es sich um ein vom Ausland Finanzierte NGO handeln soll. In Moskau gingen 8000 Menschen Demonstrieren, Moskau hat 11 Millionen Einwohner. Das sind nicht mal 1% von Moskaus Bevölkerung , Agglomeration nicht mitgerechnet!
    16 44 Melden
    • Juliet Bravo 27.03.2017 03:09
      Highlight NGOs liberaler couleur müssen sich in RU als sog. "ausländische Agenten" eintragen lassen. Sie werden dann dementsprechend behandelt.
      32 6 Melden
    • The Destiny 27.03.2017 05:55
      Highlight Und genau das sind sie auch oft..
      14 30 Melden
    • Anded 27.03.2017 06:38
      Highlight Gratulliere, du beherrschst die Prozentrechnung. Ab wieviel Prozent ist denn eine (unbewilligte) Demo eine ernstzunehmende Demo?
      22 7 Melden
    • Fabio74 27.03.2017 07:25
      Highlight Und jetzt? Demonstrieren ist ein Grundrecht in freien libetalen Staaten.
      Russland gehört da zwar nicht dazu
      13 3 Melden
  • Gelöschter Benutzer 27.03.2017 02:04
    Highlight Demonstrieren bringt nichts. Denn Demonstrationen, die bewilligt werden, sind unspektakulär und bei unbewilligten Demonstrationen wird Repression angewendet. Ja, auch hier in der Schweiz. Der Grossteil schweigt, schaut zu und kommentiert eventuell Zeitungsberichte. Nichts ändert sich und alles geht gewohnt seinen Weg. Das Volk bleibt unzufrieden und die Politik fühlt sich bestärkt, das Richtige zu tun. Ungefähr so. Wer setzt noch Kinder in so eine Welt? Die Spinner. Stimmt.
    8 24 Melden
    • Mischa Müller 27.03.2017 06:49
      Highlight Ja die Spinner. Aber es gibt Spinner, die töten. Jedoch macht es keinen Unterschied, ob sie spinnen, religiös motiviert sind, politisch befangen, oder von Eifersuchtsgefühlen gestochen. Sie Alle kämpfen gegen Etwas... gegen was bloss?
      0 0 Melden

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