International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

147 Tage Hungerstreik für türkische Akademiker: Menschenrechtsgericht weist Eilantrag ab

02.08.17, 21:51 03.08.17, 07:31


Zwei vor 147 Tagen in den Hungerstreik getretene türkische Akademiker bleiben weiter in Untersuchungshaft. Der Europäische Menschenrechtsgerichtshof in Strassburg lehnte es am Mittwoch ab, auf ihr Ersuchen hin die Regierung in Ankara in einer Eilentscheidung zur Freilassung aufzufordern.

Begründet wurde das damit, dass die beiden nach Auskunft der Regierung am 28. Juli aus dem Gefängnis in ein Spital in Ankara verlegt wurden. Der Aufenthalt dort stelle kein unmittelbares Risiko dar, Schaden an Leib und Leben zu nehmen.

Die Universitätsdozentin Nuriye Gülmen und der Grundschullehrer Semih Özakca waren am 9. März aus Protest gegen ihre Entlassungen aus dem Staatsdienst in den Hungerstreik getreten. Zuerst demonstrierten sie vor dem Menschenrechtsdenkmal in Ankara. Ende Mai wurden sie verhaftet, weil sie Mitglieder in einer Terrororganisation seien.

Beschwerden mit hoher Priorität behandeln

Gülmen und Özakca nehmen nur Wasser, Zucker, Salz und Vitamin B zu sich und hatten angekündigt, die Aktion fortzusetzen, bis sie ihre Arbeit zurückerhalten. Ihr Gesundheitszustand ist kritisch.

Aus dem Strassburger Beschluss geht hervor, dass der Gerichtshof seit Eingang der Eilanträge Ende Juni mehrere medizinische Untersuchungen der beiden in Kliniken in Ankara durchgesetzt hat. Demnach sei der Zustand von Gülmen und Özakca inzwischen lebensbedrohlich.

Die Richter fordern die türkische Regierung auf, Gülmen und Özakca alle notwendige Unterstützung zur Verfügung zu stellen und ihnen Zugang zu Ärzten ihrer Wahl zu ermöglichen. Die Akademiker bittet das Gericht, ihren Hungerstreik zu beenden. Ihre Beschwerden würden mit hoher Priorität bearbeitet. (sda/dpa)

Abonniere unseren Daily Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Showdown für Erdogan: Warum dies die wichtigsten Wahlen in der türkischen Geschichte sind

Am Sonntag bestimmen 60 Millionen türkische Staatsbürger, wer ihr Land künftig regiert. Für die Türkei aber auch für Europa sind die Parlaments- und Präsidentenwahlen so wegweisend wie noch nie. Die 8 wichtigsten Fragen.

Zum ersten Mal in der Geschichte der türkischen Republik wird gleichzeitig über den Präsidenten und das Parlament abgestimmt. Rund 56 Millionen türkische Staatsbürger sind angehalten, am Sonntag an die Wahlurnen zu strömen und ihre Stimmen abzugeben.

Auf dem ersten Zetteln können die Stimmberechtigten ihren Favoriten für das Präsidentenamt und auf dem anderen die gewünschte Partei oder Allianz für das Parlament ankreuzen. Beide Zettel werden zusammen in ein Couvert gesteckt und zwischen 7 …

Artikel lesen