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epa05585569 A handout image released on 18 September 2015 shows an artist's impression depicting the separation of the ExoMars 2016 entry, descent and landing demonstrator module, named Schiaparelli, from the Trace Gas Orbiter, and heading for Mars. The separation is scheduled to occur on 16 October 2016, about seven months after launch. Schiaparelli is set to enter the martian atmosphere on 19 October 2016, while TGO will enter orbit around Mars.  EPA/ESA/ATG MEDIALAB / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

So soll die Abkopplung am Sonntag ausgesehen haben. Nun muss «Schiaparelli» nur noch die Landung überstehen.  Bild: EPA/ESA

Landung der ersten europäischen Sonde: Kurz vor 17 Uhr kommt es auf dem Mars zum Showdown

19.10.16, 13:48 19.10.16, 15:47


Sieben Monate dauerte die Reise, am Ende aber entscheiden sechs Minuten: Vor allem in Europa und Russland fiebern Raumfahrtexperten der ersten Landung einer europäischen Sonde auf dem Mars entgegen. Die Testsonde «Schiaparelli» soll am Mittwochnachmittag in die Mars-Atmosphäre eintauchen – um nach einem ruppigen Abstieg sechs Minuten später, gegen 16.48 Uhr Schweizer Zeit, auf der Oberfläche aufzusetzen.

Live-Übertragung

Hier kannst du die Live-Übertragung der Landung schauen.

«Schiaparelli» wurde seit ihrer erfolgreichen Trennung von der Atmosphärensonde TGO, mit der sie bis Sonntag huckepack zum Roten Planeten gereist war, in einen «Tiefschlaf» versetzt. Aus ihm soll sie ihrer Programmierung zufolge erst um 15.37 Uhr und damit 75 Minuten vor Beginn des Landemanövers aufwachen.

Danach beginnt für die kleine Sonde der Höllenritt. Da die Signale erst mit 9.5 Minuten Verzögerung auf der Erde eintreffen und zurück nochmal diese Zeit benötigen, ist «Schiaparelli» bei Abstieg und Landung ganz allein auf sich gestellt, denn ein Eingreifen der Bodenstation wäre nicht möglich. Während dieser Phase können zahlreiche Problemen auftreten.

A full-size model of the European ExoMars entry, descent and landing module, Schiaparelli, with its parachute deployed revealed on ESAÕs open day on October 4, 2016 in the Netherlands. ESAÐS. Muirhead/Handout via Reuters ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE HAS BEEN PROVIDED BY A THIRD PARTY. FOR EDITORIAL USE ONLY. NO RESALES. NO ARCHIVES

Die Landung soll mit einem Fallschirm gedämpft werden. Bild: HANDOUT/REUTERS

Eines der schwierigsten Manöver

Das Aufsetzen auf der Oberfläche nach dem Flug durch die dünne, kohlendioxidhaltige Atmosphäre des Roten Planeten zählt zu den schwierigsten Raumfahrtmanövern überhaupt. Bislang gelang es nur den USA, funktionierende Forschungsrover auf dem Mars zu platzieren.

«Schiaparelli» ist kein hochgerüsteter Rover, sondern nur ein Testlandegerät – es soll Technologien ausprobieren, die für die spätere Landung eines ersten europäischen Rovers benötigt werden. Diesen will die europäische Weltraumagentur ESA in vier Jahren auf dem Mars absetzen. Ein erster Versuch mit dem Mini-Landegerät «Beagle 2» war vor 13 Jahren missglückt.

Auch für den kleinen Testlander ist das Abbrems- und Landmanöver hochkomplex und dürfte für Höchstspannung im Europäischen Raumflugkontrollzentrum der ESA in Darmstadt sorgen. 121 Kilometer über der Marsoberfläche wird der 600 Kilo schwere Lander in die Atmosphäre eintreten und dann von 21'000 auf zehn Stundenkilometer herunter gebremst – eine ungeheure Belastung für die mit Fallschirm und Schutzschild ausgerüstete Sonde.

Funkkontakt über Atmosphärensonde

Die letzten zwei Meter bis zur Oberfläche legt die Sonde im freien Fall zurück – dann sollte sie in der Nähe des fast 13 Jahre alten NASA-Rovers Opportunity auf dem Boden aufsetzen. Da «Schiaparelli» seine Daten nicht direkt zur Erde funken kann, müssen sie von der Schwestersonde TGO aufgefangen werden, die derweil in eine Umlaufbahn um den Mars eingeschwenkt sein sollte.

epa05587957 A handout image released by the European Space Agency (ESAA) on 07 October 2016 shows the ExoMars mission control team at ESA’s centre in Darmstadt, Germany, 06 October 2016, as they conducted their final simulation training to prepare for this month’s arrival at the Red Planet. Under the watchful eye of Flight Operations Director Michel Denis, the team was taken through a series of realistic simulations that rehearsed what happens when ExoMars/TGO and the Schiaparelli landing demonstration module arrive at Mars on 19 October. Schiaparelli is set to enter the martian atmosphere on 19 October 2016, while TGO will enter orbit around Mars.  EPA/ESA / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Die «Mission Control» der «Schiaparelli»-Mission in Darmstadt. Bild: EPA/ESA

Während der Lander aufsetzt, wird die Atmosphärensonde den Plänen zufolge über «Schiaparellis» äquatornahen Landeplatz hinwegziehen und dessen ausgesandten Datenstrom auffangen.

«Schiaparelli» ist unter anderem mit einer kleinen Wetterstation ausgerüstet, die neben Temperatur, Druck und Windgeschwindigkeit auch elektrische Felder auf der Mars-Oberfläche messen soll. Die Batterie des Testlandegeräts lässt sich nicht aufladen, deshalb wird seine Mission schon nach wenigen Tagen beendet sein.

TGO dagegen wird noch eine Weile aktiv sein. Die Sonde soll die Gase in der Mars-Atmosphäre untersuchen und dabei nach Spuren einfachen Lebens auf dem Roten Planeten suchen. (leo/sda/afp)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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    Alle Leser-Kommentare
  • blobb 19.10.2016 15:41
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