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Mehr als nur getragen ...

Sie sind jung und brauchen das Geld? Dann verkaufen Sie doch Ihre dreckigen Unterhosen im Internet – es lohnt sich. Irgendwie

Es gibt sie. Diese kleine, schmutzige Nische, in der sich Unterhosen-Riecher tummeln und Geld zahlen, um an getragene Schlüpfer zu kommen. Cracked hat eine dieser Online-Verkäuferinnen zu ihrem Nebenjob befragt.

21.10.14, 07:49 21.10.14, 09:02

Die Unterhosen-Verkäuferin, wir wollen Sie jetzt mal Marlies nennen, ist Studentin. Als die Heizungskosten über Winter stiegen, musste sie sich etwas einfallen lassen, und das war dann eben das Verkaufen ihrer dreckigen Unterwäsche. 

Es gibt Ebay für schmutzige Slips

Alles begann mit einem anonymen Reddit-Account, den Marlies «r/pantyselling» nannte. Sie fand das nicht weiter bedenklich, da sie ihren Namen nicht preisgeben musste. Und so stellte sie zwei, drei Fotos drauf und verkaufte ihre ersten Schlüpfer in nur einer Stunde für 70 Franken. 

Der «Sell your Smell»-Markt gibt es selbstverständlich auch im deutschsprachigen Raum.  Bild: crazy-slip

Marlies wird im Voraus via Visa von ihren Kunden bezahlt. Dann erhält sie ihre Adressen und schickt ihre Vakuum-verpackten Schlüpfer ab und die Unterhosen-Schnüffler kriegen ihrerseits eine Paket-Verfolgungsnummer. Danach können sich Käufer und Verkäufer gegenseitig bewerten. Marlies findet den ganzen Prozess ganz wunderbar einfach und diskret. Naja, so wie er eben sein kann in diesem Metier. 

Wie ist die Arbeit einer Dreck-Unterwäsche-Verkäuferin zu definieren? 

Das sei nicht so ganz einfach, sagt Marlies. Ja, sie lasse sich ihre Studenten-Gebühren von anonymen Fetischisten bezahlen, worauf sie nicht gerade stolz sei, aber auch kein Grund sehe, sich zu schämen. Es sei eine Art Sex-Arbeit, wenn man den Begriff flexibel verstehe. Dennoch sei es nie so persönlich, wie wenn man einen Porno drehen würde. 

Und natürlich berge es die üblichen Gefahren: Gruselige Klienten, die dich dann wie Wahnsinnige verfolgen. Aber Marlies reduziert die Risiken auf ein Minimum, indem sie alle ihre Unterhosen-Verkäufe mit speziell dafür eingerichteten Accounts abwickelt und auch niemals eine Rücksende-Adresse auf ihre Schlüpfer-Päcklein pappt. 

gif: giphy

Die Unterhosen nur zu tragen, ist noch lange nicht alles ...

Die menschliche Sexualität sei eine Galaxie der verschiedensten Fetische, meint Marlies; da gäbe es kein Alter und keine Figur, die nicht von irgendeiner Community angebetet würde. Und es handelt sich dabei nicht immer um Männer, die an Frauen-Unterwäsche interessiert sind, es geht auch umgekehrt. Hauptsache, die angebotene Ware ist so richtig schön dreckig. 

Natürlich reicht es nicht, die Unterhosen einfach mal getragen zu haben: Es gibt Kunden, die exakte Vorstellungen von ihrem Wunsch-Schlüpfer haben, betreffend: 

Es tummeln sich auf dem Markt der gebrauchten Unterhosen durchaus auch Frauen, die gerne an männlicher Intim-Wäsche schnuppern. gif: giphy

Die Wünsche wahrheitsgemäss zu erfüllen, ist Ehrensache 

Sicherlich könnte man die Kunden hintergehen und ihnen nicht das liefern, was man ihnen verspricht, erzählt Marlies weiter. Aber dies sei das Risiko nicht wert: Man kriegt dafür nämlich eine schlechte Bewertung auf Reddit und wenn man es zu weit treibt, wird einem sogar der Account gesperrt. «Wenn jemand von mir verlangt, meine Schlüpfer 48 Stunden lang unentwegt zu tragen, dann trage ich diese verfluchten Dinger halt 48 Stunden lang.» 

gif: giphy

Genauso müssen sich aber auch Marlies' Kunden an den professionellen Ton halten: Wenn sie anfangen, schmutzige Sachen zu schreiben oder sonstwie unredliche Angebote zu machen, werden sie ebenso der Plattform verwiesen. 

«Sell your Smell»

Will man gut verdienen, so muss man seine Ware auch gut vermarkten, verrät Marlies. Man muss eine Nische finden in diesem Lustgarten der Gerüche. Einen ganz eigenen Fetischisten-Kreis ansprechen. Mittlerweile scheint Marlies überhaupt keine Hemmungen mehr zu haben: 

Kunde: «Machst du auch welche mit Bremsspuren?» 
Marlies: «Sicher.»
Kunde: «Kräftige Bremsspuren?» 
Marlies: «Sicher.» 

Schliesslich sei sie eine «gottverdammte Professionelle».

Marlies' Konversation mit ihrem Kunden. Bild: cracked

(rof via Cracked)



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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • MyAnusIsBleeding 22.10.2014 00:21
    Highlight Das da habt ihr vergessen...
    4 0 Melden
  • Zeit_Genosse 21.10.2014 20:28
    Highlight Liebe soll durch den Magen gehen und Sex demnach durch die Nase. Man kann zwar wegsehen, aber wegriechen wird schon schwieriger. Ob man jemand gut riechen kann, ist ein genetischer Code für die Fortpflanzung. Jetzt scheint auch das ein Business geworden sein. Bizarr, aber scheinbar ein Markt mit Angeboten und Nachfrage. Wen störts, wenn sich jemand damit zusnieft? Da ist gerigate gleich gähn. Und jetzt warten wir, bis der Geruchsdrucker diese Düfte nach vorherigem Scan und Digitalisierung via Mail oder Social Media verbreitet kann. Dann wissen wir womöglich vie die VIPs riechen und der Like bekommt eine erweiterte Bedeutung. In der Zwischenzeit einfach ungeduscht die Wäsche austragen und per DHL und Velokurier spedieren und kassieren. Dufte Geschäftsidee.
    5 0 Melden
    • Cox 21.10.2014 22:38
      Highlight Bester Kommentar 2014
      2 0 Melden

Nach welchen 5 Kategorien Cafés auch noch bewertet werden sollten

Spoiler: In Zukunft arbeite ich dann doch lieber wieder von daheim. In Jogginghose.

Jaja Gabi! Ich weiss eh, dass Freelancer wie ich in euren Cafés nicht unbedingt willkommen sind, wenn wir in fünf Stunden einen lausigen Tee trinken und den kompletten Vierer-Tisch zum Lunch mit Laptoptasche, Notizen und DSLR-Kamera blockieren. Um euch fleissige Gastronominnen und Gastronomen geht's in diesem kleinen Rant heute allerdings ausnahmsweise nicht.

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