Schweiz
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This Police handout picture shows the accident site in the Gotthard tunnel, shortly after the fire broked out, Wednesday, October 24, 2001. At least ten people were killed in a head-on truck crash and fire in a major Alpine tunnel, but officials said safety features prevented a much worse disaster. (KEYSTONE/POLICE CANTONAL TESSIN/Str)  ===  ===

Inferno im Gotthardtunnel: Die Brandkatastrophe vom 24. Oktober 2001.
Bild: KEYSTONE, KAPO TESSIN

Gotthard-Abstimmung: Sind zwei Röhren wirklich sicherer?

Die zweite Röhre soll den Verkehr am Gotthard sicherer machen. So lautet das wichtigste Argument der Befürworter. Bei genauer Betrachtung ist die Sachlage nicht so eindeutig.

20.01.16, 12:09 21.01.16, 14:15


Umfrage

Braucht die Schweiz eine zweite Gotthard-Röhre?

  • Abstimmen

1,470 Votes zu: Braucht die Schweiz eine zweite Gotthard-Röhre?

  • 51%Ja, unbedingt!
  • 49%Nein, Schutz der Alpen geht vor.

Um die Jahrtausendwende kam es in europäischen Tunnels zu einigen gravierenden Unfällen. Einer der schlimmsten ereignete sich im berüchtigten Katastrophen-Herbst 2001 im Gotthard-Strassentunnel. Am Vormittag des 24. Oktober kollidierte ein belgischer Lastwagen rund einen Kilometer nach der Einfahrt ins Südportal bei Airolo mit einem italienischen LKW. Die beiden Camions und ihre Ladung gerieten in Brand, elf Personen kamen im Inferno ums Leben.

Der Tunnel musste für zwei Monate gesperrt werden. Während dieser Zeit wurde der Autoverlad zwischen Göschenen und Airolo reaktiviert. Im Mont-Blanc-Tunnel zwischen Italien und Frankreich sowie im österreichischen Tauerntunnel kam es damals zu ähnlichen Unfällen. Sie spielen im Abstimmungskampf um die Sanierung des Gotthardtunnels eine zentrale Rolle. Die Befürworter der zweiten Röhre stellen den Sicherheitsaspekt ins Zentrum ihrer Kampagne.

Hans-Ulrich Bigler, Direktor Schweizerischer Gewerbeverband SGV und Nationalrat, FDP-ZH, Christophe Reymond, Directeur general du Centre Patronal und Fabio Regazzi, Praesident Tessiner Industrieverein und Nationalrat, CVP-TI, von links, aeussern sich an einer Medienkonferenz zu

Die Befürworter der zweiten Röhre werben mit dem Argument Sicherheit.
Bild: KEYSTONE

Auf den ersten Blick lässt er sich kaum widerlegen. «Mit dem Bau einer zweiten Sanierungsröhre kann die Sicherheit dank richtungsgetrenntem Verkehr und neu einem Pannenstreifen entscheidend verbessert werden», argumentiert das Pro-Komitee. Road Cross Schweiz, die Stiftung für Verkehrssicherheit, empfiehlt deshalb ein Ja am 28. Februar. «Mit zwei Röhren lässt sich das Unfallrisiko minimieren, deshalb sind wir dafür», sagt Patrizia Koller von Road Cross.

Knapp ein Todesfall pro Betriebsjahr

Wie viel sicherer aber wäre der Verkehr am Gotthard mit zwei Strassentunnels? Seit der Eröffnung der bestehenden Röhre 1980 kam es nur zu einem wirklich gravierenden Unfall – jenem vom Oktober 2001. Das Verkehrsaufkommen hat sich in diesen 35 Jahren jedoch mehr als verdoppelt, von knapp drei auf über sechs Millionen Fahrzeuge pro Jahr. Im Durchschnitt kam knapp eine Person pro Jahr im Tunnel ums Leben, wobei die besagte Katastrophe die Statistik verzerrt.

Mehrere Massnahmen haben das Unfallrisiko in den letzten 15 Jahren spürbar gesenkt oder dürften in Zukunft zu einer weiteren Reduktion führen:

Tropfenzähler

Die Zahl der Unfälle ist seit 2001 deutlich zurückgegangen.
grafik: astra

Als unmittelbare Folge der Brandkatastrophe führte der Bund ein Dosiersystem am Gotthard ein. Es erlaubt die Durchfahrt von maximal 1000 Personenwagen und 150 Lastwagen pro Stunde und Fahrtrichtung. Dieser «Tropfenzähler» hat bewirkt, dass «die Unfälle deutlich zurückgegangen sind», wie das Bundesamt für Strassen (ASTRA) festhält. Seit 2002 kamen insgesamt zehn Personen im Tunnel ums Leben, eine weniger als beim Unglück im Oktober 2001.

Thermoportal

Die Anlage mit den Waermekameras am neuen Thermoportal in Goeschenen vor dem Gotthard Tunnelportal am Freitag, 8. Januar 2016 in Goeschenen. Weil sich das Thermoportal an der Suedseite des Gotthard-Strassentunnels bewaehrt hat, geht Ende Januar auch am Nordportal eine solche Infrarot-Anlage in Betrieb. Sie schlaegt Alarm, wenn ueberhitzte Lastwagen die Roehre durchqueren wollen, und hilft Braende zu verhueten. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Infrarotkameras messen, ob ein Lastwagen überhitzt ist.
Bild: KEYSTONE

Ein Fahrzeugbrand ist das eigentliche Horrorszenario in einem Strassentunnel. Beim Unfall im Mont-Blanc-Tunnel 1999 geriet ein Lastwagenmotor in Brand. Er konnte erst nach 50 Stunden gelöscht werden, 39 Menschen starben. 2013 installierte das ASTRA auf der Gotthard-Südseite ein so genanntes Thermoportal. Infrarotkameras messen, ob ein Lastwagen überhitzt ist. In diesem Fall wird er aus dem Verkehr gezogen. Aufgrund der «guten Erfahrungen» wurde im Dezember 2015 auch auf der Urner Seite ein Thermoportal installiert, teilte das ASTRA Anfang Januar mit.

Versenkbare Leitplanken

Die Gegner der zweiten Röhre propagieren eine absenkbare Mittelleitplanke als Massnahme gegen Frontalkollisionen. Sie ist allerdings umstritten. Die Befürworter behaupten, dass sie mehr Schaden als Nutzen anrichten und die Rettungsarbeiten bei einem Unfall behindern könnte. Das Verkehrsdepartement UVEK meint, dass die Idee «im Gotthardtunnel nicht taugt».

Smarte Fahrzeuge

Selbstfahrende Autos sind Zukunftsmusik. Die Digitalisierung im Fahrzeugbereich aber macht laufend Fortschritte. Beim Verkehrsclub der Schweiz (VCS) geht man davon aus, dass die meisten Neuwagen bis zur allfälligen Fertigstellung einer zweiten Röhre in 15 Jahren mit modernen Fahrassistenzsystemen ausgerüstet sein werden. Sie können für genügend Abstand zum vorderen Fahrzeug sorgen und vor dem unbeabchsichtigen Verlassen der Fahrspur warnen.

Weniger Unfälle nur bei Einspurbetrieb

Mehr Sicherheit am Gotthard lässt sich folglich auch mit nur einer Tunnelröhre realisieren. Umgekehrt wird es auch in zwei separaten Tunnels zu Unfällen kommen. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) hat in einer Studie berechnet, dass sich die Zahl der Unfallopfer nach dem Bau einer zweiten Röhre um 53 Prozent reduzieren liesse. Allerdings nur, wenn die beiden Röhren wie versprochen mit einer Fahrspur und einem Pannenstreifen betrieben werden.

Falls jedoch die Befürchtung der Gegner eintritt und ein doppelspuriger Betrieb eingeführt wird, genügt laut der BFU-Studie bereits ein Mehrverkehr von drei Prozent (oder 500 Fahrzeugen pro Tag), um den durch die zweite Röhre erzielten Sicherheitsgewinn aufzuheben. Dieser Effekt dürfte in kurzer Zeit eintreten, ist es doch fast ein Naturgesetz, dass mehr Strassen zu mehr Verkehr führen. Beim VCS vermutet man, dass der dreiprozentige Mehrverkehr bereits mit zwei einspurigen Röhren eintreten wird.

Jeder Verkehrstote ist einer zu viel. Und zwei Röhren sind grundsätzlich sicherer als eine. Die Beispiele aber zeigen, dass die Investition von 2.8 Milliarden Franken für eine zweite Gotthardröhre keineswegs zwingend zu mehr Sicherheit und weniger Unfällen führen wird.

Die Geschichte des längsten Tunnels der Welt

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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96
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96Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Knut Knallmann 22.01.2016 14:33
    Highlight Die Sicherheit ist ein scheinheilliges Argument - Jemand der noch ganz bei Trost ist, kann doch nicht gegen Sicherheit sein... Schlussendlich geht es doch einfach nur darum Vierspurig mit polnischen Transitlastwagen durch den Berg zu brettern. Jemand der ernsthaft glaubt, es werde nur eine Spur pro Richtung genutzt ist nicht ganz bei Trost!
    3 1 Melden
  • TheCloud 21.01.2016 09:37
    Highlight Die Röhre wird ja seit Jahrzehnten gewartet. Manchmal ist der Tunnel nachts geschlossen, also wäre das überhaupt kein Problem. Die bürgerlichen wollen einfach eine zweite Röhre und dann wird diese auch geöffnet. Schon haben wir das nächste Dilemma. Wegen des dann doppelten Verkehrs, kann unmöglich eine Röhre, ohne Verkehrkollaps, stillgelegt werden, so brauchen wir unbedingt eine dritte für die Sanierung der beiden ersten usw. Sollten wir nicht erst über eine Röhrenobergrenze abstimmen? Wie wäre es mit 4 nach Sprachgruppen oder 26 nach Kantonen? Andere Vorschläge?
    12 2 Melden
  • Spooky 21.01.2016 05:56
    Highlight Kein Mensch würde sich über die zweite Röhre ärgern, wenn sie damals zusammen mit der ersten Röhre gebaut worden wäre.
    15 6 Melden
    • trio 21.01.2016 10:24
      Highlight Sie wussten damals schon, dass es eine Geldverschwendung ist. Schonmal daran gedacht.
      10 3 Melden
    • Spooky 21.01.2016 14:55
      Highlight
      Damals hätte es kaum Widerstand gegen eine zweite Röhre gegeben. Damals wurde die zweite Röhre aus "Kostengründen" (was immer das heissen mag) nicht gebaut. Von Geldverschwendung war damals nie die Rede.
      4 1 Melden
    • trio 21.01.2016 15:39
      Highlight Haha, das ist auch mein grösstes Argument. Die 2. Röhre aus Kostengründen nicht bauen, damals wie heute.
      1 1 Melden
  • Wasmeinschdenndu? 20.01.2016 22:52
    Highlight Einmal angenommen ihr möchtet ein Haus renovieren. Stellt ihr dann auch zuerst ein zweites Haus auf, damit ihr das erste renovieren könnt? Und anschliessend dürfen in beiden Häusern nur 3 von 6 Räumen genutzt werden, weil ihr das Haus ja nicht ausbauen sondern renovieren wolltet? Nein, sowas würde nicht mal dem dümmsten Menschen in den Sinn kommen. Aber genau so geht man beim Gotthard vor. Wieso soll man eine dermassen abstruse Massnahme zur Sanierung vornehmen???
    19 6 Melden
    • Wasmeinschdenndu? 21.01.2016 09:46
      Highlight Wie du ja selbst siehst, gibt es viele Alternativen. Bahnverlad, Teil des Verkehrs über Pässe, nur in der Nacht sanieren oder eine Mischung davon ist problemlos machbar...
      7 0 Melden
    • trio 21.01.2016 10:27
      Highlight Um diese Frage geht es hier nicht. Nur eine Nachtsperre ist jedoch durchaus realistisch.
      5 0 Melden
    • Spooky 21.01.2016 14:39
      Highlight Das ist aber ein seltsamer Vergleich ;-)
      3 2 Melden
  • koks 20.01.2016 20:41
    Highlight jeder der mit politischen kampagnen vertraut ist, weiss was die letzten 2 monate vor der abstimmung das motto ist: erschrecken. die bevölkerung schockieren! was könnte passieren, wenn du nicht ja sagst!
    zu durchsichtig. aber es funktioniert, alle medien springen locker auf solche themen an.
    6 6 Melden
    • Wasmeinschdenndu? 20.01.2016 22:22
      Highlight Leider fallen jedes mal viel zu viele auf diese Angstmachereien rein. Es geht auch ohne 2. Röhre und dies erst noch viel günstiger und vernünftig!
      12 4 Melden
  • auoji 20.01.2016 16:40
    Highlight Betreffend Abstand:
    Ich bin letzten Frühling durch den Mont-Blanc Tunnel gefahren mit dem Töff. Dort ist ganz klar angegeben zwei Abstandlichter (An der Tunnelwand angebrachte Lichter alle 50 Meter) zwischen sich und den Vordermann zu lassen. Wie erwartet hat mein Hintermann, ein Deutscher Caravan, aber das nicht eingehalten. Kaum waren wir aus dem Tunnel heraus, wurde er herausgewinkt. In der nächsten Tankstelle mit Restaurant habe ich die Insassen später wieder getroffen. Sie haben 40 Euro Busse bekommen.
    Ich denke, dass es auch ohne Elektronik geht. Noch ein Blitz daran und es wird gehen.
    22 3 Melden
  • HabbyHab 20.01.2016 15:58
    Highlight Darf ich - scherzmässig - einen Kommentar zu vielen Kommentaren hier abgeben?
    Es heisst "Sinn ergeben" und nicht "Sinn machen" :P

    19 7 Melden
    • Thanatos 20.01.2016 19:35
      Highlight Schon mal von einem Helvetismus gehört?
      6 6 Melden
  • ræman 20.01.2016 14:52
    Highlight Was würde es kosten, den ganzen Gotthard abzutragen, anstelle dauernd neue Löcher reinzubohren?
    64 4 Melden
  • peeti 20.01.2016 14:29
    Highlight Wenn wir wirklich ehrlich sind, gibt es doch höhere Sicherheit nur mit weniger Strassenverkehr. Die NEAT bspw. sorgt ab Ende 2016 für weniger Transitverkehr auf den Strassen. Die Befürworter der fünften Gotthardröhre untergraben diesen Sicherheitsgewinn.
    28 17 Melden
  • Toerpe Zwerg 20.01.2016 14:13
    Highlight Titel: "Sind zwei Röhren wirklich sicherer?"

    Inhalt: "wenn und wenn, zusammen mit wenn, dann wird der Sicherheitsgewinn des Zweiröhrenbetriebs dann evtl. falls wenn eintritt, wieder aufgehoben."

    Fazit: "Ja klar, zwei Röhren sind sicherer, aber das sagen wir hier jetzt nicht so, weil ... unsere Agenda kännsch?"
    36 39 Melden
    • Perseus 20.01.2016 15:00
      Highlight Du sprichst mir aus der Seele....
      13 19 Melden
    • trio 20.01.2016 15:17
      Highlight Wenn euch die Sicherheit so wichtig ist, dann schafft doch alle Strassen ab und verlagert alles auf die Schiene. Das ist zig mal sicherer als der Strassenverkehr!
      29 7 Melden
    • Perseus 20.01.2016 15:32
      Highlight Dein Argument macht natürlich sehr viel Sinn...
      7 11 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • trio 20.01.2016 14:13
    Highlight Die Befürworter sollen doch ehrlich sein, nämlich ihre Hoffnung das die Kapazität nachher steigt. Das ist das einzige Argument, wofür sich die 2.8 Milliarden auszahlen würde.
    36 14 Melden
    • Perseus 20.01.2016 14:53
      Highlight Die Kapazität muss früher oder später sowieso steigen weil es immer mehr Menschen-Autofahrer gibt. Und in 15 Jahren ist der Alpenschutz Artikel 100% nicht mehr zeitgemäss geschweige denn umsetzbar. Mehr Menschen=Infrastruktur muss ausgebaut werden.
      16 26 Melden
    • trio 20.01.2016 15:21
      Highlight Also wenigstens ehrlich, die Befürworter pfeifen also auf die Alpenschutz-Initiative und den Volkswillen.
      27 12 Melden
    • Perseus 20.01.2016 15:33
      Highlight Nein, ich pfeife nicht drauf aber denke mal ein paar Jahre voraus. Weil es Tatsache ist das der Alpenschutz Artikel früher oder später nicht mehr umgesetzt werden kann! Ich sage nicht das man das einfach umsetzen darf, dass muss immer noch das Volk entscheiden und bis jetzt wurde ja der Volkswille nicht verletzt.
      11 13 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • User01 20.01.2016 13:53
    Highlight Was mich leider negativ überrascht, ist der Zeithorizont. Eigentlich hätte man bereits vor 10 Jahren gewusst, dass der Tunnel irgendwann saniert werden muss, oder? Mich persönlich schreckt es ab, mindestens 15 (oder 20?) Jahre auf eine zweite Röhre warten zu müssen, bis mit der Sanierung der aktuellen Röhre überhaupt begonnen werden kann. Wie die Welt 2030 oder 2035 aussieht, wissen wir nicht. Gut möglich, dass es dann gar kein Bedürfnis mehr sein wird, zwei Röhren durch den Gotthard zu haben. Dann investieren wir die Milliarden lieber sonst wo.
    36 11 Melden
  • weibel 20.01.2016 13:45
    Highlight Sie schreiben:"Die Beispiele aber zeigen, dass die Investition von 2.8 Milliarden Franken für eine zweite Gotthardröhre keineswegs zwingend zu mehr Sicherheit und weniger Unfällen führen wird." Sei wollen scheinbar meine Lösung nicht kennen. Der Umbau des Bahnschiteltunnels in einer 2. Strassenröhre würde die gleiche Vorteile verschaffen, insbesondere in Sicherheitsfragen, aber zum halben Preis (1,4 Milliarden). Er benötigt nur 660'000 m3 Felsenaushub, gegen 2'200'000.
    Sie finden hier mein technisches Dossier: https://sites.google.com/site/gothardscheiteltunnel/memoire
    9 7 Melden
    • Peter 20.01.2016 14:01
      Highlight Diese Lösung sieht auf den ersten Blick bestechend aus. Es gibt nur ein Problem: Der Bundesrat will den Scheiteltunnel weiterhin für den Bahnverkehr nutzen: https://www.news.admin.ch/message/index.html?lang=de&msg-id=53595
      19 0 Melden
    • trio 20.01.2016 14:07
      Highlight Dann habe ich noch eine andere Lösung. Den bestehenden Strassentunnel in einen Eisenbahntunnel umbauen und für den Autoverlad nutzen. Für die Sicherheit die weitaus beste Lösung.
      18 10 Melden
    • Toerpe Zwerg 20.01.2016 14:15
      Highlight Dieser Vorschlag ist kompletter Unsinn, weil rein gar nichts eines 100 Jährigen Bahntunnels den Sicherheitsanforderungen eines modernen Strassentunnels entspricht. Besser neu und sauber bohren als hunderte Millionen in einen Notnagel verlochen.
      16 1 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • TRL 20.01.2016 13:24
    Highlight Das ist das erste mal, dass ich die Skepsis gegenüber einer zweiten Röhre teilen kann. Danke Herr Blunschi! Das Alpenschutz-Argument zieht bei mir nämlich nicht: der alljährliche Stau ist ebenfalls schädlich. Bis anhin überwog für mich die Sicherheit. Nun wurde auf watson aber bereits über eine Alternative ähnlich dem San Bernardino berichtet. Ausserdem haben wir Ende diesen Jahres den Basistunnel. JA oder NEIN ist schon ein bisschen knapp für diese Frage. "Nein, aber reaktiviert den Bahnverlad dauerhauft!" Oder "Ja, in 20 Jahren gibt's eh keine Abgase mehr (Elektro)". Beides hat Risiken.
    24 4 Melden
  • July 20.01.2016 13:23
    Highlight Das Sicherheitsargument zieht nicht wirklich - viel billiger und zeitlich günstiger wäre es die jetzige Röhre während einer Nachtsperre zu sanieren. über 2 milliarden ausgeben für einen Tunnel, wenn bei der Bildung gespart werden muss ist doch widersinnig
    34 12 Melden
  • Luca Andrea 20.01.2016 13:12
    Highlight Der Mensch neigt dazu Extremereignisse zu stark zu Gewichten. Das zeigt die Unfallstatistik meiner Meinung nach gut.
    Ob man mit der 2. Röhre und dafür investierten 2.8 Milliarden wirklich mehr Sicherheit kriegt ist fragwürdig.
    23 2 Melden
  • klugundweise 20.01.2016 13:08
    Highlight Ob mit 2 oder 4 Spuren, die Verkehrsmenge und damit die Zahl der Unfälle wird steigen. Das schläckt kei Geiss weg!
    Sicher ist nur eine Verlagerung.
    19 3 Melden
  • Ruffy 20.01.2016 13:07
    Highlight Man kann was die zweite Röhre angeht verschiedenen Meinungen und Ansichten sein, keine Frage. Das Sicherheitsargument aber, können Sie nicht wegdiskutieren, man kann viele Dinge überwachen usw.. Dennoch kann ein Unfall wie 2001 jederzeit passieren, da reicht ein Sekundenschlaf eines PKW oder LKW Fahrers. Und dagegen können Sie gar nichts machen. Ca. 20% der Unfälle auf Schweizer Strassen entstehen übrigens wegen Sekundenschlafs. Das Risiko ist zu gross.
    19 19 Melden
    • zettie94 20.01.2016 13:10
      Highlight Autofahren ist immer ein Risiko. Unfälle können genau so auch bei zwei richtungsgetrennten Röhren passieren. Und wenn diese noch beide zweispurig geöffnet sind, hat man innert kürzester Zeit ein grösseres Unfallrisiko als heute bei nur einer Röhre.
      11 3 Melden
    • Peter 20.01.2016 13:12
      Highlight Ein solcher Unfall kann auch in getrennten Röhren passieren, mit ähnlich verheerenden Folgen. Der einzige "Vorteil" wäre, dass es in einem solchen Fall nicht wie 2001 zu einer Totalsperre käme.
      31 9 Melden
    • demokrit 20.01.2016 13:13
      Highlight Dann fährt eh' keiner mehr selbst.
      7 2 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • amore 20.01.2016 13:03
    Highlight Solange für die Bildung Millionen von Franken weniger zur Verfügung stehen, kann kein normal denkender Mensch über 2 Milliarden für eine 2. Röhre ausgegeben. Dies um so mehr als das Milliardenprojekt just dieses Jahr neu zur Verfügung steht.
    Ich vermisse die Stimmen der rechten Sparpolitiker!
    33 15 Melden
    • Perseus 20.01.2016 13:22
      Highlight Dreimal darfst du raten wieso bei der Bildung gespart werden muss... wirf mal einen Blick auf die Bundesausgaben von den letzten 10 Jahren bis heute... Dann wirst zu ziemlich schnell erkennen wo die Kosten so dermassen explodiert sind... und nein es ist nicht das Militär...
      15 8 Melden
    • trio 21.01.2016 11:14
      Highlight Und nur weil sie in anderen Departemente das Geld zum Fenster rausschmeissen, müssen wir das hier jetzt auch tun? Das ist ja Kindergarten pur!
      2 0 Melden
    • Perseus 21.01.2016 14:07
      Highlight Es ist eigentlich nur ein Departement das Geld zum Fenster rauswirft und wir alle wissen ja welches.. und genau wegen dem wird die Bildung gekürzt, dringende notwendiger Ausbau der Infrastruktur wird nicht vorgenommen (und nein ich rede nicht NUR vom Gotthard) und allgemein bleibt dann einfach nicht mehr genug Geld für sinnvolle Sachen übrig. Und wegen dem verschwenden: Jährlich 22 Mrd. für soziale Wohlfahrt stehen hier einmaligen 2 Mrd. für den Tunnel gegenüber, dein Vergleich mit Geld rauswerfen ist also lachhaft.
      1 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Wilhelm Dingo 20.01.2016 13:02
    Highlight Es geht nicht um Sicherheit, es geht verdeckt um den Ausbau des Strassennetzes und wer mehr Geld zum Plakate kleben hat.
    29 12 Melden
  • trio 20.01.2016 12:43
    Highlight Es will mir echt nicht in den Kopf. Wie kann man dafür sein, 2.8 Milliarden in eine 2. Röhre zu investieren, wenn gleichzeitig überall gespart werden muss (ausser Landwirtschaft und Militär). Die zweite Röhre bringt praktisch keinen Mehrwert, dass ist doch Geld aus dem Fenster schmeissen!
    54 22 Melden
    • Perseus 20.01.2016 13:25
      Highlight Ganz einfach... Weil das Militär, abgesehen vom Finanzsektor, das EINZIGE Departement ist das über die Jahre gespart hat... Man spart besser mal bei den dermassen hohen Sozial- und Auslandhilfen!
      18 21 Melden
    • trio 20.01.2016 13:52
      Highlight Es geht hier gar nicht drum wo man besser sparen könnte. Die 2. Röhre bedeutet 2 Milliarden Mehrausgaben und die müssen anschliessend wieder irgendwo gespart werden. Nicht nur jetzt, schliesslich hätten wir dann 2 Röhren die Unterhalten werden müssen, also auch höhere Folgekosten. Das sind alles zusätzliche Kosten!
      8 3 Melden
    • Perseus 20.01.2016 14:04
      Highlight Genau so ist es! Und ich (und viele andere Bürger) sind halt nicht bereit ständig überall zu sparen und zu verzichten nur damit der aufgeblähte Sozialsektor weiterhin soviel Geld in den Rachen geworfen bekommt. Ein Drittel der Bundesausgaben gehen für das drauf (Tendenz steigend) und so was ist doch einfach nur krank. Man stelle sich vor es wäre das Militär das soviel Geld verpulvert, dass hätte man schon lange unterbunden.
      4 14 Melden
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  • kobL 20.01.2016 12:28
    Highlight Und wie immer, eine Geschwindigkeitsreduktion (z.B. auf 60 km/h) ist ausgeschlossen. Niedriges Tempo vermindert die Unfallfolgen massiv und erhöht sogar durch den kürzeren Sicherheitsabstand sogar noch die Kapazität. Aber fünf Minuten längere Fahrzeit sind natürlich unzumutbar.
    46 18 Melden
    • Donald 20.01.2016 13:16
      Highlight 80 km/h sind auf einer Strecke ohne Einfahrt etc. schon ziemlich optimal. Um das geht es aber nicht. Es geht um die Sanierung.
      9 1 Melden
    • Perseus 20.01.2016 13:26
      Highlight Denk doch mal ein bisschen weiter... wenn plötzlich von 120 auf 60 abgebremst werden muss hat das einen ziemlich langen und mühsamen Stau zur Folge...
      8 12 Melden
    • trio 20.01.2016 14:03
      Highlight @Perseus wenn die Kapazität wirklich höher ist bei 60km/h ist der Stau kürzer, egal ob jetzt von 80 oder 60 runtergebremst werden muss.
      7 2 Melden
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