Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Muslime in der Schweiz bekennen sich in einer Charta zu Laizismus und Rechtsstaat

20.03.17, 18:08 20.03.17, 18:41


Die zwei wichtigsten Vereinigungen von albanischen Muslimen in der Schweiz haben gemeinsam ein Bekenntnis zum Laizismus und zur Trennung von Religion und Staat abgelegt. Gemäss dieser Charta steht die Schweizer Gesetzgebung über allen religiösen Regeln.

Die Charta unterzeichneten zwei Dachorganisationen am Montag in Bern: die Albanische Islamische Gemeinde der Schweiz und die Union der Albanischen Imame der Schweiz. Anwesend waren Delegationen der Schweizer Behörden sowie der Staaten Albanien, Kosovo und Mazedonien, wie Bashkim Iseni von der Agentur albinfo.ch der Nachrichtenagentur sda auf Anfrage bekanntgab.

Den Anstoss für das Treffen und die Erklärung gab Naim Malaj, der frühere Botschafter von Kosovo in der Schweiz. Im Text bestätigen die zwei Verbände ihr Engagement gegen ein Ausnutzen ihrer Religion für politische oder extremistische Zwecke. «Es ist der Anfang eines Prozesses, aber es gibt noch Arbeit zu tun», sagte Iseni.

In der Schweiz leben rund 300'000 Albanerinnen und Albaner. Die Mehrheit von ihnen sind allerdings keine praktizierenden Muslime, wie Naim Malaj gegenüber mehreren Westschweizer Zeitungen sagte.

Die Charta solle dem Islam, den die Albaner in der Schweiz praktizieren, ein anderes Gesicht geben. «Es ist ein Islam, der die nationale Identität immer über die Religion gestellt hat.» Das erkläre auch die Verbundenheit mit einem laizistischen Staat und mit der Gewaltentrennung.

Die Zentren der albanischen Gemeinschaften sollen sich gemäss der Charta, die in einer Übersetzung der Nachrichtenagentur sda vorliegt, dafür einsetzen, dass der interreligiöse Dialog überall in der Schweiz verstärkt wird. Diese Zentren sollen allen offenstehen, ungeachtet von Staatsangehörigkeit, Glaubensrichtung oder Geschlecht.

Rechte der Frauen

In der Charta ist auch der Respekt gegenüber Frauen verankert sowie die Gleichberechtigung von Frau und Mann gemäss der Bundesverfassung. Wolle eine Frau den Schleier tragen, sei sie frei, dies zu tun, sagte Malaj dazu. Keinesfalls aber dürfe der Schleier von religiösen Verantwortlichen aufgezwungen werden.

Mit der Charta habe er auch die Verbundenheit der Diaspora mit der Schweiz und den Schweizer Werten zeigen wollen, führte Malaj aus. Das Papier solle die Dankbarkeit bezeugen für all das, was das Land für die Balkanstaaten getan habe und noch tun werde. (sda)

Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

Abonniere unseren Daily Newsletter

Themen
14
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Roterriese #NotMyNati 21.03.2017 05:59
    Highlight Wie hier etwas abgefeiert wird, dsss eigentlich selbstverständlich sein sollte
    8 3 Melden
  • Judge Dredd 20.03.2017 22:31
    Highlight Das sind genau die richtigen Zeichen, die es in diesen Zeiten braucht.
    7 2 Melden
  • slashinvestor 20.03.2017 22:22
    Highlight Awesome

    11 0 Melden
  • LeCorbusier 20.03.2017 21:57
    Highlight 😍
    3 0 Melden
  • lilie 20.03.2017 20:59
    Highlight Ein tolles Zeichen! 😃

    Hoffentlich dringt diese Aktion auch wirklich zu den Schweizern durch - und zu den paar Muslimen, die sich noch nicht sicher sind (bei den Sturköpfen auf beiden Seiten ist hingegen vermutlich eh nichts zu erreichen).
    8 1 Melden
    • AlteSchachtel 21.03.2017 13:48
      Highlight Die grössten Stur- oder Hitzköpfe tragen Familiennamen wie Illi und Blanco...
      3 0 Melden
  • Spooky 20.03.2017 19:48
    Highlight Der Hausabwart in dem Wohnblock, wo ich wohne, ist Albaner. Der behandelt seine Frau wie eine Prinzessin. Die hat keinen Schleier. Und im Auto ist immer sie am Steuer, nicht er. Aber ich glaube, das sind eine Art Künstler, also nicht allgemeingültig.
    6 3 Melden
  • chrisdea 20.03.2017 19:41
    Highlight Prima - aber der Titel ist irreführend da er sich auf alle Muslime bezieht, aber tatsächlich nur einen Teil davon meint.
    5 1 Melden
    • AlteSchachtel 21.03.2017 13:51
      Highlight Die VIOZ hat schon früher einige Stellnahmen zu verschiedenen Religionsthematiken veröffentlicht. Beispielsweise zu Weihnachten etc.
      Das Problem ist nur, dass die nie wirklich gelesen wurden oder gelesen werden wollten....
      2 0 Melden
    • Andreas Kyriacou 22.03.2017 06:32
      Highlight Ja, die VIOZ nimmt immer wieder mal Stellung: sie protegiert die islamistischen Gruppen in Volketswil und anderswo, und erklärt sich für ausdrücklich nicht zuständig, wenn ihre Mitglieder ein Extremismusproblem haben…
      1 1 Melden
  • α Virginis 20.03.2017 19:41
    Highlight Das ist schon mal eine Ansage, welche ich lange erwartet habe. Der blinde Muslimhass bringt gar nichts. Viele sind Muslime, scheren sich aber nicht um die Islamisten oder Erdogan oder... Leider fehlt bei der Charta die Türkische Gemeinde, aber vermutlich sind diese total eingeschüchtert von ihren Erdogan-Anhänger-Landsleuten.
    7 1 Melden
  • Stachanowist 20.03.2017 18:29
    Highlight Super!
    113 6 Melden

Schweizer Spitäler haben ein Problem – immer mehr Medikamente sind nicht lieferbar

Spitäler und der Bund verzeichnen eine markante Zunahme nicht lieferbarer Arzneimittel. Explosionen in China und Hurrikane in Puerto Rico könnten das Problem in Zukunft noch verstärken. 

Intensiver Pollenflug und starke Winde setzten den Allergikern im April und Mai besonders zu. Die Nachfrage nach Heuschnupfen-Medikamenten stieg dadurch sprunghaft an. Dies hat dazu geführt, dass mehrere Präparate nicht mehr lieferbar waren und es teilweise bis heute noch nicht sind.

Betroffen ist etwa der Wirkstoff Fexofenadin, wie das SRF-Konsumentenmagazin «Espresso» berichtete. Dieser ist teilweise wieder erhältlich. Daneben sind aber drei weitere Heuschnupfen-Mittel derzeit nicht …

Artikel lesen