Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Kinder sitzen im Kreis im Kindergarten Hirzbrunnen in Basel am Montag, 9. August 2010. Gemaess HarmoS-Konkordat ist der Kindergarten Teil der Primarstufe und damit auch Teil der Volksschule. Alle Schuelerinnen und Schueler, die jetzt den Kindergarten oder die 1. oder 2. Klasse der Primarschule besuchen, durchlaufen bereits die neue Schullaufbahn. (KEYSTONE/ Georgios Kefalas)

Bild: KEYSTONE

Mundart-Initiative im Kanton Aargau

Gegner-Komitee hat sich formiert: Nein zum «Mundart-Zwang»

Eine nennenswerte Kampagne für die Mundartinitiative ist bis jetzt nicht auszumachen. Dafür hat sich auf der Gegenseite ein breit abgestütztes Komitee formiert. Es warnt davor, dass die Initiative pädagogisch schädlich ist.

urs moser, aargauer zeitung

Im Kindergarten soll kein Hochdeutsch mehr gesprochen werden dürfen. Das verlangt die Initiative «Ja zur Mundart im Kindergarten». «Nein zum Mundart-Zwang», sagt dazu das gegnerische Komitee. Darin sind SP, FDP, CVP, Grüne, Grünliberale, BDP und EVP vertreten, also praktisch alle Parteien ausser der SVP und den Schweizer Demokraten, die die Initiative lanciert haben. 

Trotz dieser seltenen Einigkeit über die Parteigrenzen hinweg geht Komitee-Co-Präsident Thomas Leitch (SP) davon aus, dass es in der Bevölkerung eine breite Sympathie für das Anliegen der Initiative gibt, der Titel töne ja auch gut. Darum wolle man mit sachlichen Argumenten gegen allfällige Ängste vor der Verdrängung der Mundart antreten. 

Eine solche finde nicht statt, im Gegenteil: Mundart werde deutlich mehr eingesetzt als früher. In Radio und Fernsehen zum Beispiel, von Jugendlichen beim Schreiben von SMS. Den Gebrauch auch von Hochdeutsch als Unterrichtssprache schon im Kindergarten zu untersagen, sei nicht nur überflüssig, sondern pädagogisch unsinnig, so Leitch. Eine Annahme der Initiative würde die sprachliche Förderung der Kinder sogar behindern. 

Verpasste Chance in früher Sprachförderung

Das sieht FDP-Präsident Matthias Jauslin genauso. Kinder würden einen spielerischen Umgang mit dem Hochdeutschen ohne Berührungsängste pflegen, es problemlos verstehen und selber spielerisch anwenden. Für Jauslin steht deshalb fest: Würden Kinder im Kindergarten ausschliesslich in Mundart unterrichtet, wäre das eine verpasste Chance in der frühen Sprachförderung und würde den Kindern die Umstellung auf Hochdeutsch im Primarschulunterricht erschweren. Die Sprachkompetenz sei aber von zentraler Bedeutung für eine spätere erfolgreiche Schulkarriere.  

«Maulkorb für die qualifizierten Lehrpersonen an Kindergärten.»

BDP-Grossrätin Maya Bally Frehner über die Initiative

Für BDP-Grossrätin Maya Bally Frehner ist die Mundart-Initiative ein «Maulkorb für die qualifizierten Lehrpersonen an Kindergärten», einen solchen wolle man auf keinen Fall. Ihr war es beim Medienauftritt des Nein-Komitees wichtig, etwas klarzustellen: Die Verpflichtung, teilweise Hochdeutsch zu sprechen, gelte nur für die Lehrpersonen, kein Kind werde im Kindergarten dazu gezwungen. 

Den Kindern sei es auch heute freigestellt, ob sie sich auch in der Schriftsprache versuchen oder bei der Mundart bleiben möchten. Daneben macht Bally Frehner auch formelle Bedenken geltend: Lehrplaninhalte gehörten nicht ins Gesetz. Eine Annahme der Initiative würde Tür und Tor für weitere Forderungen zu diversesten weiteren Lehrplaninhalten öffnen.

Ein Artikel der Aargauer Zeitung



Abonniere unseren Newsletter

2
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Hüendli 15.04.2014 21:46
    Highlight Highlight Watson, im Gegensatz zu Eurem 'Mutterhaus' AZ seid Ihr ein nationales Medium. Da erwarte ich, dass Artikel nicht einfach blind übernommen werden (wie beim Spiegel ja auch nicht). Im konkreten Fall wäre ein Hinweis angebracht, dass es sich um eine kantonale Aargauer Volksinitiative (benötigt nur 3000 Unterschriften) handelt.
    • Daria Wild 15.04.2014 22:00
      Highlight Highlight Das war tatsächlich zu unklar deklariert. Danke für den Hinweis!

Wutbürger nehmen Grossrätin wegen Baby ins Visier– und so reagiert der Grossvater 

Wegen ihres zehn Wochen alten Kindes flog die Basler Grossrätin Lea Steinle aus dem Basler Grossrat. Jetzt wendet sich der Grosspapa an die Öffentlichkeit. 

Dutzende Hassmails, Medienrummel und Anschwärzungen. Die Basler Grossrätin Lea Steinle (Grüne) hätte wohl kaum gedacht, dass ein Ausflug mit ihrem Baby ins Rathaus dermassen hohe Wellen schlägt. 

Die 31-jährige Mama hatte am Mittwoch ihr zehn Wochen altes Kind in einem Tuch dabei, um an einer wichtigen Abstimmung teilzunehmen. Der Ratspräsident warf sie wegen des Babys aus dem Saal. Es kam zur Rudelbildung. Nach Protesten von Parlamentskollegen durfte Steinle später zurückkehren. 

Ausgestanden …

Artikel lesen
Link to Article