Schweiz

Hier gehen wir bewusst mit Tieren auf Sympathiefang: Kurt Felix hat 1987 im Schweizer Fernsehen Schwein und Hund. Bild: KEYSTONE

«Mini Schwiiz, mis Färnseh»: Wieso SRF unsere Gebühren wert ist (mit Tier-Tweets von TV-Promis)

Im Abstimmungskampf um die RTVG-Revision kann es die SRG und besonders SRF keinem recht machen. Dabei ist SRF super. Ein sentimentales Plädoyer für unsere liebste und nervigste Institution.

31.05.15, 10:46 01.06.15, 11:22

Stjepan ist jetzt also ein Drogenhändler. Und Benjamin ein Neonazi. Dies ist die Mai-Bilanz von zwei Schweizer Privatfernsehsendern und ihren Kandidaten-Sendungen, von 3+ mit der «Bachelorette» und Tele Züri mit dem «SwissDinner». 3+ spielt jetzt das Theäterchen der rechtschaffenen Empörung.

Tele Züri kommentierte am letzten Samstag den letzten Auftritt von Benjamin Lingg nicht. Als Zuschauerin hätte ich es geschätzt, wenn irgendwo eine trockene Stellungnahme eingeblendet worden wäre. Oder wenn man selbstkritisch und konsequent auf die Ausstrahlung verzichtet hätte. Es wäre ein guter TV-Moment gewesen. 

SRF wären Stjepan und Benjamin nicht passiert. Ein Background-Check bei SRF muss dem Vetting amerikanischer Präsidentschaftsanwärter gleichen, denn von keinem Kandidaten aus «MusicStar», «Voice of Switzerland», «Die grössten Schweizer Talente» etc. ist irgendwas über ein Vorleben, das man ihm später zum Vorwurf machen könnte, bekannt. Gelegentlich liefern die Leute dem Boulevard ein Nachleben und rasen mit dem Auto in die Eingangstür vom «Blick» wie Piero Esteriore. Aber dafür kann SRF nichts.

Denn SRF tut, was Medien tun müssen: Es arbeitet sorgfältig. Ist verlässlich. Egal ob im Radio, online oder am TV. SRF liefert die beste, weil logischerweise am besten finanzierte Ausland-Berichterstattung. Und umfassenden Inlandjournalismus. Und lebendigen Debattenjournalismus. Sendungen wie das «Echo der Zeit», die «Tagesschau», die «Arena» und «Reporter» sind Felsen im Wildwasser des Infotainments. Und seit 2002 der Slogan «Geiz ist geil» in die Welt gesetzt wurde, ist der «Kassensturz» geizgeil avant la lettre. Und hab ich schon den Zweikanalton erwähnt? Diese einzigartige Serviceleistung, dank der sich auf SRF und RTS alle eingekauften Filme und Serien (auf RTS oft 24 Stunden nach der Erstausstrahlung in Amerika) auch im Originalton schauen lassen? Göttlich!

Gut, die Sache mit dem hausgemachten Entertainment, die beherrscht SRF nicht wirklich, da kommt dem Trash, auf den wir seit der Jahrtausendwende konditioniert worden sind, die Redlichkeit des Unternehmens in die Quere. Da wird SRF behäbig, ländlich, altmödelig. Jünger sollte es unbedingt werden (vielleicht könnte SRG-Generaldirektor de Weck da mal seine vielen Kinder zu Rate ziehen?). Und urbaner. Und überraschender. Und wenn sich SRF mal dazu entschliesst, eine TV-Serie zu drehen, reden so viele Leute von oben nach unten in die kreativen Prozesse rein, dass am Ende alles aussieht wie der Aargau im Nebel. Das welsche Fernsehen macht das besser

Aber egal: Das ganze Francine-Roman-Sven-Segment hat neben restlos allen Schweizer Altersheimen auch meinen behinderten Bruder schon so oft beglückt, dass ich nicht ernsthaft an seiner Berechtigung zweifle. Ich stell ja auch die Übertragung von Fussballspielen nicht in Frage. Ich schau halt einfach lieber Skirennen. Nur dass Roman Kilchsperger, einst der Don Draper unserer Castingshows, sich jetzt ausgerechnet bei Jass-Sendungen am wohlsten fühlt, will mir nicht in den Kopf.

Mir bietet SRF genügend andere Anker und Anchor-People. Die «Tagesschau»-Sprecherinnen und -Sprecher, die arbeiten bis zum Umfallen, sind meine liebsten und effizientesten Welterklärer unter den Journalisten, und Mona Vetsch könnte meinetwegen gerne noch viel mehr Sendungen moderieren als Sven Epiney. Ich war ein Fan von «Arena»-Moderatorin Sonja Hasler, aber Jonas Projer macht es auch hervorragend. Und manchmal wär ich einfach gerne Sandro Brotz.

Ab und zu freu ich mich sogar, Nik Hartmann zu sehen. Nicht, weil ich Dorffeste und Wandersendungen mag, aber weil Nik Hartmann ganz einfach kein unsympathischer Mensch ist. Wie man ja von Twitter weiss. Wo sowieso alle sind: Die Mona, der Mike, der Viktor, die Franziska, die Andrea, der Reeto, der Reto, der Sandro, der Sascha, die Sonja, die Sabine, der Gabriel, der Jonas, der Matthias, die Eva, die Anna, der Pascal, die Cornelia. Und dass Christian Zeugin, mit dem ich im Gymnasium Theater spielte, auf Radio SRF1 moderiert, ist nichts als richtig, er redete schon immer viel, gut und gern.

Manchmal jaulen meine Gebührengelder aber auch laut auf, wenn mal wieder etwas lustig Gemeintes im totalen Abseits des Humors gelandet ist. Aber grundsätzlich ist ihnen wohl, und ich habe den dummen Spruch «mini Schwiiz, mis Färnseh» gründlich verinnerlicht. Ich bin damit aufgewachsen, ich häng daran, es ist eine verdammte Gewohnheits-, Gefühls-, Beziehungs- und also Liebesgeschichte. Und wenn ich irgendwann mal im Pflegeheim zum Hundertsten «Paparazzi» von Lady Gaga und eine Gratulation übers Internet ausgerichtet kriege, werde ich wahrscheinlich tot umfallen vor Wonne. Ich will, dass das so bleibt. Dass Service public auch Service privé ist. 

Und ja, ich konsumiere auch Online-Journalismus immer öfter via SRF. Sie machen das dort noch nicht besonders virtuos, aber besonnen und zu einhundert Prozent verlässlich. Und ich liebte die lustigen Grüsel aus «Güsel». Was liegt näher, als dass die elektronisch geborenen Medien Radio und TV mit der dritten elektronischen Kommunikations-Gewalt zusammenwachsen? Und? Fühl ich mich beim kleinen watson, das «sein Geld privat zusammenkratzen muss» (mein Chef) dadurch bedroht? Nein. Aber souverän herausgefordert.

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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49Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Stephan Locher 31.05.2015 17:23
    Highlight Netter Artikel.

    Mona Vetsch hat übrigens bis zum umfallen gearbeitet, deshalb ist Susanne Kunz bei 1 gegen 100 eingesprungen und Mona hat sich danach mehr aufs Radio konzentriert.
    11 1 Melden
  • Jol Bear 31.05.2015 14:17
    Highlight Während der Schulzeit hatten wir in jeder Klasse ein, zwei Kinder, welche zuhause kein TV hatten. Diese waren jeweils überdurchschnittlich gute Schüler, sozial kompetent und über das aktuelle Geschehen genauso gut im Bild wie die andern. TV ist überhaupt nicht lebensnotwendig und eine eigentlichen "Service-Public"-Auftrag kann man höchstens dem Radio zuschreiben, z.B. für dringende Mitteilungen in Katastrophenfällen oder Übermittlung von andern, für die Öffentlichkeit notwendige Informationen. Staatlich produziertes Fernsehen ist o.k., sollte aber über ein "pay-per-vier"-System abgerechnet werden, also durch jene, die es nutzen.
    24 46 Melden
    • goschi 31.05.2015 15:02
      Highlight Ja, solche einfachen Plattitüden zeigen auch immer die einzige Wahrheit. ;-)
      33 13 Melden
    • Jol Bear 31.05.2015 19:20
      Highlight @Goschi: es geht darum, dass die Gesellschaft nicht ausschließlich aus "SRF-Kindern und -Erwachsenen" besteht, die alle Sendungen und ihre Moderatorinnen kennen. Es gibt auch solche, die das alles keinen Deut kümmert und die gewollt ohne den ganzen SRF-Firlefanz ganz gut und zufrieden zurecht kommen. Und diese sehen eben keine Notwendigkeit, alljährlich dem SRF Hunderte von Franken in den Allerwertesten zu schieben.
      16 15 Melden
  • Crecas 31.05.2015 14:07
    Highlight Das grösste Problem ist, dass der Fernsehkomsument in fast jedem Bereich bessere Angebote als diejenigen von SFR zur Verfügung hat. Als Deutschschweizerkonsument bekomme ich Unterhaltungssshows in deutlich besserer Qualität bei vielen Deutschen TV Stationen, Sport bspw. die Tour de France oder die Fussball WM Übertragungen sind bei ARD/ZDF lichtjahre besser, Serien und Filme gibts Online, bei Netflix oder den TV Sendern mehr und besser als bei SF und auch Dokus & Reality TV sind in einer besseren Qualität verfügbar. Eine Berechtigung für diese über eine Milliarde an Subventionen von rund 1.2 Mrd für Schweizer Infos/Reportagen und Sport finde ich ziemlich hoch und unnötig.
    22 33 Melden
    • Oban 31.05.2015 14:46
      Highlight Sie vergessen das für ARD/ZDF die Gebührenzahler aus unserem Nachbarland bezahlen.
      Das sie diese Sender überhaupt bekommen, haben sie einer tollen Regelung in unserem RTVG zu verdanken, die besagt das ein Ch-Kabelnetz alle Sender unentgeltlich einspeisen darf, die sie mit vertretbaren Aufwand empfangen kann. Sprich wenn ausländische Sender beschliessen ihr Sender zu verschlüsseln, dann ist vorbei mit Gratis TV. Als Beispiel ORF macht das bei ihren HD-Sender derzeit und verklagt jeden Kabelnetzbetreiber der die verschlüsselung umgeht
      24 8 Melden
    • goschi 31.05.2015 15:03
      Highlight Ihre Lösung ist also SRF aufzulösen, sich bei ARD/ZDF einzukaufen und dort ein kleines Schweizer Fenster Nachmittags um 3 einzubauen?
      29 6 Melden
    • Gelöschter Benutzer 31.05.2015 17:11
      Highlight @Crecas: Also soll man am besten alle staatlichen TV Sender abschaffen? Die deutschen Gebührenzahler könnten ja gleicher Meinung sein wie Sie. Eine ziemlich kurzsichtige Sichtweise. Und mit Netflix, so gut das Angebot auch sein mag, unterstützt man wieder mal einen amerikanischen Multi. Wer das will soll das gerne tun. Aber bestimmt nicht auf Kosten des Schweizer Fernsehens.
      24 11 Melden
    • Crecas 01.06.2015 12:34
      Highlight Nein. Sie verstehen dies falsch. Ich hab gesagt, dass 1.2 Mrd Subventionen für Schweizer Infos/Sports zu hoch seien. Zu hoch. Ich hab nicht gesagt, dass SF total abgschafft gehört.

      Das man für seine Dienstleistungen aber bezahlen muss ist klar. Aber das machen wir ja auch bereits heute. Jedes Jahr fliessen aus der Schweiz rund 400 Mio an Werbegeldern an ausländische TV Stationen. Darum wird man diese auch nicht einfach abschalten. Und darum ist es auch nicht kurzsichtig. Ard, Zdf und Orf allerdings haben keine Schweizer Werbefenster. Hier sehen wir im Moment tatsächlich fast gratis zu.
      3 3 Melden
    • Gelöschter Benutzer 01.06.2015 15:40
      Highlight @Crecas: Und warum ist das zu hoch? Wer bestimmt was wieviel kosten darf? Einfach Pi mal Schuhsohle gerechnet?

      Ich rede eben genau von den öffentlichrechtlichen Sendern ARD, ZDF und ORF. Die Privaten werden so oder so durch Werbung finanziert. Davon ist nicht die Rede.
      1 3 Melden
    • Crecas 01.06.2015 18:49
      Highlight Wer bestimmt? Das Verhältnis zu anderen Sendern ist ein guter Indikator. Auch der Marktanteil. Die Qualität kann man bewusst ausklammern.

      Nicht SF: 70% Marktanteil
      SFR: 30% Marktanteil

      Nicht SF: 400 Mio Werbeein.
      SFR: 400 Mio Werbeein.

      Nicht SF: wenig/keine Subventionen
      SF: 1.2 Mrd Subventionen

      Nicht SF: Sendungen, Unterhaltung, Infos, Sport, Filme in allen Sprachen
      SF: Sendungen, Unterhaltung, Infos, Sport, Filme in allen Sprachen

      SF zusätzlich: Schweiz spezifische Infos/Dokus/Randsportarten, welche sonst niemand abdeckt.

      Dafür ist 1.2 Mrd definitiv zu viel. Insbesondere wenn man dies mit den Budgets anderer TV Stationen vergleicht. Insbesondere klar wird das Misverhältniss, wenn man nach Deutschland sieht: Die RTL Gruppe Deutschland (RTL, RTL2, SuperRTL, Nitro, etc.) operiert mit einem Budget von 2 Mrd! Also nur 400Mio mehr als das SF!
      5 6 Melden
    • goschi 01.06.2015 19:26
      Highlight " Die Qualität kann man bewusst ausklammern."
      Kann man das?
      Wieso denn?

      Genau um die Qualität geht es doch bei dem System des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.
      Die Unterhaltungsshows sind nur ein Bruchteil der Kosten von SRF, einer der grössten Kostenträger ist die Informationssparte, vor allem auch die gut ausgebildeten Journalisten dort und die vielen hochwertigen Auslandskorrespondenten und Lokalkorrespondenten, dazu regional zugeschnittenes programm in vier Landessprachen.
      Alles Dinge, die sich die RTL-Gruppe nicht leisten muss und will.
      Sie vergleichen Äpfel und Sauerkraut miteinander.
      5 3 Melden
    • Crecas 01.06.2015 20:28
      Highlight Ist deine Frage ernst gemeint?

      Die Qualität hab ich ausgeklammert, weil diese nicht objektiv messbar ist. Ich finde sie im Vergleich zu anderen TV Sendern schlecht bis grottenschlecht. Aber weil's eben eine Subjektive Meinung ist, wollte ich es ausklammern. Und man muss keine Experte sein, um zu sehen, dass die Eigenproduktionen, die Sportübertragung, Entertainment jeder Art bei bspw. RTL klar bessere Qualität haben und aufwendiger produziert sind.

      Und SF lässt sich nicht mit der RTL Gruppe vergleichen, da man 8 Mio Menschen in 4 Sprachen unterhalten muss? Das Deutschland aber 10x grösser ist und RTL selber 10 Sender unterhält klammern sie aus. Dies sollte den grossen Unterschied vom Aufwand her wohl mehr als ausgleichen :):):):)
      4 4 Melden
    • goschi 01.06.2015 21:45
      Highlight Sie verstehen es wirklich nicht... *Kopfschüttel*
      4 4 Melden
    • Crecas 01.06.2015 22:33
      Highlight Jetzt sind dir wohl die Argumente ausgegangen. :)

      Anyway, nochmals eine Liste von Sendern, welche RTL mit dem 2 Mrd Budget unterhält:

      RTL
      RTL2
      VOX
      Super RTL
      RTL Nitro
      N-TV
      RTL Crime
      Passion
      RTL Living
      Geo Television

      Der Vergleich hinkt also offensichtlich wirklich nicht... Oder sagst du, dass die RTL Gruppe mit all ihren Info Sendungen und einem 24h Nachrichtensender wirklich so viel weniger macht und machen muss als SF? :):)
      3 4 Melden
    • goschi 02.06.2015 08:41
      Highlight Soll ich Ihnen jetzt alle Sender der SRF-Mediengruppe aufschreiben? Wo bringt uns dies hin?
      nirgends, es ist schlicht irrelevant.
      Relevant ist vor allem der Aufwand der betrieben werden muss fürs Programm, denn Aufwand = Kosten und hierbei ist schon nur von der Grundkonstellation, dem Auftrag und die Ausrichtung relevant und die unterscheiden sich nunmal gewaltig zwischen SRF und RTL.

      Deswegen nochmal: Sie verstehen es schlicht nicht und wollen es auch gar nicht verstehen, denn Ihre Argumentation ist festgefahren "SRF kostet zuviel, basta".
      2 2 Melden
    • Oban 02.06.2015 09:39
      Highlight @crecas
      Qualitätsdiskussionen in dem RTL vorkommt sind sowieso zum scheitern verurteilt, Natürlich kann man 30 Sender aufmachen mit geringem Budget, aber wo kann man überall Kosten sparen. dafür ist RTL ein gutes Beispiel.
      -Löhne der Mitarbeiter, die sind vielfach nur für die Drehtage angestellt, sind 2-3 Monate Pause, gehen sie zum Arbeitsamt.
      - Filme in HD, kauft RTL erst seit kurzem ein, RTL HD besteht aus 90% hochskaliertem Material, da kann man auch gut sparen, wenn die FIlmrechte nur in SD kauft.
      ....

      4 1 Melden
    • Oban 02.06.2015 09:43
      Highlight Teil 2...
      -Super RTL,RTL Nitro, RTL Crime,Passion, RTL Living: sind die Wiederverwertungssender für Material, dass man mal günstig eingekauft hat oder selbst Produziert hat, diese Sender kosten beinahe nichts.
      -RTL 2 ein Sender mit übelstem Trash TV und Serien die selten Erfolg haben. Wenn eine Serie flopt, dann kannst du dir beinahe sicher sein, das sie irgendwann mal bei RTL 2 zu sehen ist.
      -Originalton bei RTL? zweite Tonspur? Formel 1 ohne mehrfache Werbeunterbrechung? usw....
      5 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 02.06.2015 11:04
      Highlight RTL ist von A-Z Schrott. Dafür sind auch 2 Mia zuviel.
      3 0 Melden
  • alingher 31.05.2015 13:16
    Highlight Kein schlechter Artikel - aber leider liefert er keine Antwort auf die Frage, wie es möglich sein kann, dass ein Sender eine Informationssparte auf dem weltklasse Niveau einer BBC führt und gleichzeitig eine Unterhaltungssparte die so grottenschlecht ist, dass man kaum Worte dafür findet.
    Naja, vermutlich macht es schon einen riesen Unterschied für das spätere Schaffen, ob man mit Giacobbo & Müller oder mit Fry & Laurie sozialisiert wird...
    32 2 Melden
  • Zeit_Genosse 31.05.2015 13:06
    Highlight Originell für SRF ins Zeug gelegt.
    12 23 Melden
  • Likos 31.05.2015 12:41
    Highlight Immer diese Entweder-oder Artikel. Mir ist die Qualität der Sender völlig egal, da ich einfach keinen TV habe. Ich zahle also die heute unvermeidbare Radiogebühr, die aber zumindest deutlich billiger ist. Selbst 400.- oder 350.- sind mehr als doppelt so teuer wie die aktuellen Radiogebühren.

    Ich hab ein Beamer (der technisch eh kein TV Anschluss hat) und ich habe Internet. Was interessiert mich da noch SRF, 3+ und Co.?

    Zweifelsfrei bin ich eher die Ausnahme als die Regel, aber ich hab dadurch bei der Initiative mehr Schaden als Nutzen...
    16 38 Melden
    • Adrian Bürgler 31.05.2015 13:02
      Highlight Das ist das typische kleinkarierte Denken. Nur weil es einem persönlich gerade nichts bringt ist man dagegen. Aber ratet mal: Mit unseren Steuern finanzieren wir die ganze Zeit Dinge, die wir selbst nicht benutzen/kriegen. Oder auch mit den AHV Zahlungen. So funktioniert es halt einfach in unserem tollen Land. Und ja, es gibt bei den TV Gebühren Verbesserungspotential (Beispielsweise, dass diese nicht über eine Zweitfirma erhoben werden). Fakt ist: Eine Demokratie braucht starke öffentlich-rechtliche Medien. Und der Aufwand die Gebühren einzeln einzutreiben ist viel zu gross und kostet mehr.
      39 11 Melden
    • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 31.05.2015 13:11
      Highlight @Likos: im Moment bist du noch eine Ausnahme, aber meine Kinder werden gar nie wissen, was ein Fernshekanal ist.
      15 6 Melden
    • Gelöschter Benutzer 31.05.2015 17:13
      Highlight @Likos: Aber Sie haben anscheinend einen internetfähigen PC, Smartphone, Tablet oder was auch immer mit dem man auch TV schauen kann.
      10 5 Melden
    • Dewar 31.05.2015 17:18
      Highlight Der Punkt ist doch, dass jeder durch entsprechend ausgestattete Geräte Zugang zu Radio und TV hat. Und das sind heutzutage 99.99...% der Leute. Ich glaube es gibt kaum jemanden, der weder Radio noch Fernsehen noch sonst ein internetfähiges Gerät besitzt. Da man den Konsum nicht überprüfen kann, ist es für mich logisch, dass jeder seinen Beitrag leistet. Strassen finanziere ich ja auch unabhängig davon mit, ob ich sie benutze. Und mal ehrlich: Es gibt wohl Dümmeres, wofür man 35 Fr. im Monat ausgeben kann.
      17 8 Melden
    • Gelöschter Benutzer 31.05.2015 17:41
      Highlight @Alias: So ist es genau. Diejenigen die keines dieser Geräte besitzen gibt es wohl noch vereinzelt. Das sind aber meist schon sehr alte Leute.
      7 3 Melden
    • Dewar 31.05.2015 18:17
      Highlight @Grufti: Ja, sehr vereinzelt. Gerade ältere Leute (diejenige die ich kenne) hören oft Radio, weil sie damit als einzige und wichtigste tägliche Informationsquelle aufgewachsen sind. Somit reduziert sich die Zahl wohl auf wenige Dutzend oder Hundert in der ganzen Schweiz.
      7 3 Melden
    • Likos 31.05.2015 20:54
      Highlight @Adrian Bürgler
      In den letzten 10 Jahren hat sich die Bewegtbildindustrie so stark geändert, dass man sowas wie SFR erst mal neu definieren muss, bevor man die Finanzierung ändert (wollen sie auch, aber wird dann wieder von anderen Medien juristisch unterbunden, siehe Internetnews). Sie reden von Informationen für Demokratie, aber das meiste Geld fliesst doch eher in die Unterhaltung. Gibt es z.B. auch bei Spotify und Netflix die zusammen sogar weit weniger kosten. Unterhaltung ist ein persönliches und kein gesellschaftliches Anliegen.
      Die Billag ist m.M.n. das kleinste Problem..
      9 2 Melden
    • Citation Needed 01.06.2015 00:11
      Highlight Ich hab auch keinen Fernseher und zahle bloss Radio. Und obwohl es für mich teurer wird, werde ich ja stimmen.
      9 2 Melden
  • NoraDrenalin 31.05.2015 11:58
    Highlight Danke! So ein toller Artikel! :)
    37 10 Melden
    • Cox 31.05.2015 13:07
      Highlight Und die Tier-Tweets erst!
      15 3 Melden
  • Gelöschter Benutzer 31.05.2015 11:30
    Highlight Ob und wieviel die SRG bekommt soll jährlich im Bundesbudget erfasst werden. Ich denke nicht dass die Diskussionen darum gehen ob Geld für SRG ja oder nein. Aber ich finde diese Gebühreneintreiberei voll daneben, wir zahlen die über 200 Billagmitarbeiter mit und auch der CEO der mehrere 100k pro Jahr verdient. Wenn alle zahlen sollen dann gibts nur eine Option: Budget Posten über der das Parlament im Rahmen des Hausrats Budget bestimmt. Billag muss weg
    40 7 Melden
    • SanchoPanza 31.05.2015 12:03
      Highlight ja da hast du recht! Aber darum
      geht es nicht in dieser Abstimmung. Sagst du jetzt nein bleibt es auf 4-7 Jahre so wie es ist und du zahlst anstatt ca 350chf bis 500chf. UND die nächste Abstimmung wird die Billag ganz abschaffen wollen damit Ricklis Firma ihren Umsatz vervielfachen kann. Toll...
      Also Ja stimmen und dann eine korrigierende, nicht abschaffende, Initiative auf den Weg bringen!
      39 8 Melden
  • Gelöschter Benutzer 31.05.2015 11:22
    Highlight Und da regt man sich über die FIFA auf. Der Anteil an sinnvollen Service Public Angeboten, die hier durchaus genannt wurden, beträgt wohl nicht mehr als 20%, den Rest kann man den Privaten überlassen. Wenn die mehr vom Werbekuchen erhalten, den heute das SRF auch noch wegschnappt, wird da die Qualität auch steigen.
    18 36 Melden
    • SanchoPanza 31.05.2015 12:04
      Highlight srf schnappt niemanden den werbekuchen weg. der Werbeanteil beträgt geschätzte 10%, bei 3plus sinds wohl um 35-40%!
      20 10 Melden
    • Crecas 31.05.2015 13:47
      Highlight @Sancho
      Dies ist natürlich ganz falsch. Der TV Werbemarkt hat in der Schweiz eine Grösse von rund 1 Mrd pro Jahr. Die Hälfte davon geht ans SFR, die andere Hälfte an Private (der grösste Teil and RTL/ProSieben).
      10 2 Melden
    • Oban 31.05.2015 14:53
      Highlight @crecas
      Und wer vermarktet jetzt die Werbung für RTL &Co.?
      Ach ja richtig, Goldbach Media, die Firma wo Rickli im Kader sitzt, somit sollte es klar sein welche Motivation einge Politiker haben., die eine wirtschaftet in die eigene Tasche, die Andern lassen sich von der Blondine um den Finger wickeln.
      18 5 Melden
    • Gelöschter Benutzer 31.05.2015 15:37
      Highlight Ist doch völlig egal, welche Motivation jemand hat, der das Richtige tut. In Bern wimmelt es auch von Nationalräten und Lobbyisten, die dem Staat und SRF zudienen.
      9 14 Melden
    • Gelöschter Benutzer 31.05.2015 17:15
      Highlight Sollte es mal nur noch Privatfernsehen mit nerviger Unterbrecherwerbung geben, werde ich auf TV ganz verzichten. Der ganze RTL, SAT1 usw. Schrott kann man meinetwegen abschalten. 15 Minuten Programm, 15 Minuten Werbung, 15 Min. Programm.... geht gar nicht.
      15 2 Melden
    • Dewar 31.05.2015 17:23
      Highlight Es sollte vielleicht noch erwähnt werden, dass SRF (wegen Gebührenempfang) Werbeeinschränkungen auferlegt sind, die Privatsender nicht haben. Ausserdem hat SRF in der Schweiz einfach den grössten Marktanteil, logisch wollen die Firmen lieber da werben, wo mehr Zuschauer erreicht werden. Der hohe Marktanteil spricht auch dafür, dass der heutige Service public äusserst gefragt ist, im Gegensatz zu dem, was Rickli und Bigler uns glauben machen wollen.
      15 7 Melden
    • Crecas 01.06.2015 12:39
      Highlight Auch hier stimmt das Verhältnis einfach nicht. Das SFR hat in allen Landesteilen rund einen Anteil von 28-34%. Erhält durch Subventionen und Werbemarkteinnahmen dafür 1.6 Mrd pro Jahr. Alle anderen TV Sender haben gemeinsam dementsprechend einen Anteil von rund 65-70%, erhalten aber nur ca. 400mn an Eerbegeldern.

      SFR gehört nicht abgschafft, aber es ist klar, dass sie zu viel Geld erhalten.
      1 5 Melden
    • goschi 01.06.2015 13:05
      Highlight SRF hat auch einen anderen Auftrag (unter anderem Informationen für alle Landesteilen in allen Landessprachen, allein das vervielfacht die Kosten), als private Fernsehsender, die rein der Unterhaltung dienen, der Vergleich hinkt also gewaltig
      6 0 Melden
    • Crecas 01.06.2015 18:51
      Highlight Das der Vergleich nicht hinkt, zeigt ein Blick auf die Marktanteile und auch auf das Budget von RTL (wie auch in einem Post weiter oben erwähnt):

      Nicht SF: 70% Marktanteil
      SFR: 30% Marktanteil

      Nicht SF: 400 Mio Werbeein.
      SFR: 400 Mio Werbeein.

      Nicht SF: wenig/keine Subventionen
      SF: 1.2 Mrd Subventionen

      Nicht SF: Sendungen, Unterhaltung, Infos, Sport, Filme in allen Sprachen
      SF: Sendungen, Unterhaltung, Infos, Sport, Filme in allen Sprachen

      SF zusätzlich: Schweiz spezifische Infos/Dokus/Randsportarten, welche sonst niemand abdeckt.

      Dafür ist 1.2 Mrd definitiv zu viel. Insbesondere wenn man dies mit den Budgets anderer TV Stationen vergleicht. Insbesondere klar wird das Misverhältniss, wenn man nach Deutschland sieht: Die RTL Gruppe Deutschland (RTL, RTL2, SuperRTL, Nitro, etc.) operiert mit einem Budget von 2 Mrd! Also nur 400Mio mehr als das SF!
      1 3 Melden
  • Chaose 31.05.2015 11:14
    Highlight Endlich mal ein Artikel, der diese unsäglich gehässige Diskussion etwas runterholt. Bei anderen Medien könnte man wirklich langsam meinen, das sei die wichtigste Abstimmung der letzten 700 Jahre. Endlich mal ein Artikel, wo man beim Lesen nicht das Gefühl hat, der Verleger sei beim Schreiben mit der Knarre in der Hand hinter der Autorin gestanden (wie eigentlich immer z.B. beim Tagi). Und vor allem: endlich mal ein witziger Artikel zum Thema!
    67 6 Melden
  • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 31.05.2015 10:57
    Highlight Für mich und in meinem Umfeld geht es gar nicht um die Gebühren, sondern die aufdringliche und unfreundliche Billag. Die muss weg!
    35 15 Melden
    • Cyman 31.05.2015 11:57
      Highlight Und das passiert ja bekanntlich bei einem JA...
      33 6 Melden
    • ricardo 31.05.2015 12:19
      Highlight Leider scheinen viele nicht zu realisieren, dass die Billag Kontrollen bei einem Ja zum RTVG wegfallen werden. Heute behält Billag 50 Mio. für sich. Das wird künftig nicht mehr nötig sein.
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    • Gelöschter Benutzer 31.05.2015 17:16
      Highlight @andre: Absolut einverstanden und deshalb stimmt man Ja.
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Veganer wollen den Bauern die Gülle verbieten und präsentieren eine Alternative

Ein Grossteil der Schweizer Landwirte düngt ihre Felder mit den Fäkalien von Tieren. Es ginge auch ohne Gülle, findet der Geschäftsführer der grössten Schweizer Interessensorganisation für Veganer und Vegetarier und wirbt für die biovegane Landwirtschaft.

Die Kühe kacken, der Landwirt verteilt die Fäkalien auf den Feldern, die Pflanzen spriessen. Obwohl viele die Nase ab dem Gestank rümpfen, war bisher immer klar: Güllen gehört zur Landwirtschaft, so wie das Amen zur katholischen Kirche.

Renato Pichler, Geschäftsführer des grössten Schweizer Interessensvertreters von Vegetariern und Veganern (Swissveg), nervt sich darüber, wie selbstverständlich Güllen für die meisten ist. Auch für die Schweizer Bauern: «Viele von ihnen denken sogar noch …

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