Schweiz

Knall in Zürich: Leutenegger stellt Direktor des Entsorgungsamtes wegen Dienstauto frei

22.05.17, 14:08 22.05.17, 16:35

Filippo Leutenegger an der PK. Bild: KEYSTONE

Da stimmte was nicht. Der Direktor des Zürcher Entsorgungsamtes (ERZ), Urs Pauli, fuhr einen Dienstwagen im Wert von 127'000 Franken. Genehmigt hatte er ihn selber. 

Dies war für den zuständigen Stadtrat, Filippo Leutenegger, das Tröpfchen, welches das Fass zum Überlaufen brachte. Er stellt Pauli mit sofortiger Wirkung von allen Ämtern frei und erstattet Strafanzeige gegen den langjährigen Mitarbeiter.

Für Leutenegger, der den Entscheid heute vor den Medien bekannt gab, hat Pauli den teuren Dienstwagen widerrechtlich angeschafft. Die Genehmigung zur Nutzung des Fahrzeugs habe er sich selbst ausgestellt. Leuteneggers Vorgängerin im Stadtrat, Ruth Genner, habe ein solches Begehren abgelehnt.

Bereits zuvor war Pauli nicht unumstritten. So war er laut Berichten in einen Skandal um kaschierte Millionenbeiträge für den Bau des neuen Logistikzentrums für das Kehrichtheizkraftwerk Hagenholz involviert und kassierte im März dieses Jahres eine Rüge für die Abwicklung von Kreditabrechnungen. Zudem war laut nzz.ch Paulis Führungsstil nicht unumstritten.

Urs Pauli wird sich in Kürze zu den Vorwürfen äussern.

(aeg)

Korrektur

In einer früheren Version dieses Artikels haben wir von einer "fristlosen Kündigung" gesprochen. Dies ist so nicht korrekt. Urs Pauli wurde mit sofortiger Wirkung von allen Ämtern freigestellt. Wir entschuldigen uns für den Fehler und bedanken uns für den Korrekturhinweis. 

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
9
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Bijouxly 22.05.2017 18:28
    Highlight Herr Leutenegger macht Nägel mit Köpfen und droht nicht nur. Find ich gut! Ohne Konsequenzen hat sich noch nie jemand geändert.
    41 3 Melden
    • NucQB 22.05.2017 19:11
      Highlight Die Frage ist nur, wie wird es den Pauli verändern und wie wird es das ERZ verändern. Denn Pauli war ja trotz des BMW's ein ganz guter Direktor und machte auf mich auch einen vertrauenswürdigen Eindruck. Vieleicht hat Leutenegger einfach keine Ahnung wieso langfristige Investitionen immer an der Qualität stehen oder fallen und, dass Qualität immer ihren Preis hat.
      2 18 Melden
    • _kokolorix 22.05.2017 21:52
      Highlight Ich glaube eher der hat gerade noch den Kopf aus der Schlinge gezogen und einen Kumpel in die Pfanne gehauen. Wenn erst reagiert wird wenn in den Medien über Missstände berichtet wird, ist das nicht unbedingt ein Zeichen von Kompetenz
      6 5 Melden
  • Cerberus 22.05.2017 16:02
    Highlight Urs Pauli wurde nicht fristlos entlassen sondern freigestellt.

    https://www.stadt-zuerich.ch/content/ted/de/index/departement/medien/medienmitteilungen/2017/170522a.html
    19 1 Melden
    • Laurent 22.05.2017 16:34
      Highlight @Cerberus: merci, das stimmt natürlich, ist angepasst.
      19 6 Melden
  • äti 22.05.2017 15:54
    Highlight Könnte Leutenegger nicht mit ihm gehen?
    22 34 Melden
    • Platonismo 22.05.2017 19:32
      Highlight Warum?
      3 3 Melden
    • dä dingsbums 22.05.2017 20:47
      Highlight Nein. Leutenegger ist gewählt, nicht angestellt.
      10 1 Melden
    • äti 22.05.2017 22:07
      Highlight Hab's geahnt, da ist ein Haken. :)
      6 2 Melden

Vater taucht mit Kleinkind (3) unter – Polizei fahndet nach diesem Mann

Die Kantonspolizei Zürich fahndet nach einem 32-Jährigen, der offenbar mit seinem knapp drei Jahre alten Sohn untergetaucht ist. Der Mann entzog das Kind bei einem Besuch in Zürich aus der Obhut der Mutter.

Für den Besuch am Sonntagmorgen sei der Mann aus dem Ausland angereist, wie die Kantonspolizei Zürich am Sonntagnachmittag mitteilte.

Wo sich der Mann und das Kind aufhalten, ist derzeit unklar. Die beiden konnten trotz intensiven Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl und der …

Artikel lesen