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Guillaume Hoarau soll seine Berner – sofern er fit ist – in die Europa League ballern. Bild: KEYSTONE

Die Young Boys müssen, Thun will in die Europa League – der Gegner kommt jeweils aus dem Osten

Für die Young Boys und den FC Thun geht es heute Abend darum, sich in den Hinspielen der Europa-League-Playoffs eine gute Ausgangslage zu verschaffen. YB empfängt Karabach Agdam aus Aserbaidschan, Thun spielt in Prag.

20.08.15, 15:57 20.08.15, 16:43

Die Europa-League-Playoffs können für YB zweierlei Wirkung haben. Das Weiterkommen gegen Karabach Agdam aus Aserbaidschan ermöglicht dem Nachfolger des am 6. August entlassenen Uli Forte einen sauberen Aufbau für seine Amtszeit. Es wäre nach turbulenten Wochen mit dem durchzogenen Start in die Meisterschaft, dem klaren Out in der Champions-League-Qualifikation gegen Monaco und dem 2:1-Sieg im Cup in Kriens gewissermassen ein Neustart unter Mister X. Dieser wird seit Montag offiziell gesucht, seitdem sich gemäss «Berner Zeitung» der Sportchef Fredy Bickel und der Sportausschuss auf eine Liste von Kandidaten geeinigt haben.

Richtig jubeln konnten die Berner schon lange nicht mehr. Bild: Urs Lindt/freshfocus

Was aber passiert, wenn die Young Boys den vierten Einzug in die Gruppenphase verpassen, mag man sich in Bern lieber nicht ausmalen. Es wären sportlich ziemlich ungünstige Voraussetzungen für die «reglementskonforme Lösung», die gemäss dem Schweizerischen Fussballverband spätestens 20 Tage nach dem Wechsel präsentiert werden muss. Sollte sich YB dafür entscheiden, dem interimistisch zum Chef beförderten Assistenten Harald Gämperle die Verantwortung dauerhaft zu übertragen, würde eine Sonderregelung greifen, weil der Ostschweizer nächstens die UEFA-Pro-Lizenz erhalten soll.

Gämperle und Bertone äussern sich zur Ausgangslage. YouTube/YBchannel

Die möglichen Startformationen:

Young Boys: Mvogo; Sutter, Vilotic, von Bergen, Lecjaks; Gajic; Sulejmani, Bertone, Kubo, Nuzzolo; Tabakovic

Thun: Favire; Bigler, Sulmoni, Reinmann, Wittwer; Hediger, Sutter; Ferreira, Frontino, Rojas; Rapp​

Karabach ist kein Zuschauermagnet

Für YB geht es neben Prestige und dem Zurückgewinnen des Vertrauens des Publikums um rund fünf Millionen Franken, die der Verein zur Reduzierung des Defizits gut gebrauchen könnte. Bis gestern wurden für das Heimspiel gegen Karabach (20.00 Uhr) aber erst 5000 Tickets abgesetzt. Eine fünfstellige Zuschauerzahl wird es angesichts des unbekannten und wenig attraktiven Gegners nicht geben. Die Young Boys setzten als Richtwert die 7927 Fans, die vor einem Jahr das Playoff-Heimspiel gegen die Ungarn aus Debrecen im Stadion verfolgt hatten.

Karabach Agdam mag für zentraleuropäische Ohren exotisch tönen, eine Rarität sind Europacup-Auftritte des fünffachen Meisters und Cupsiegers aus Aserbaidschan aber längst nicht mehr. Jener im Stade de Suisse wird der 55. sein. Von sich reden machte der temporäre Arbeitgeber des Schweizer Stürmers Innocent Emeghara (fünf Tore in acht Liga-Spielen der ersten Saisonhälfte 2014/15) primär in seinen Heimpartien. Im «Exil» in Baku, wohin der Verein nach der Zerstörung der Stadt vor 22 Jahren ausgewichen ist, hat die Mannschaft aus der weltgrössten Geisterstadt seit 2009 in 22 Spielen nur gegen drei Teams verloren: gegen Borussia Dortmund, Eintracht Frankfurt und gegen den diesjährigen Finalisten Dnjepr Dnjepropetrowsk.

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56 Votes zu: Qualifizieren sich YB und Thun für die Europa League?

  • 13%Ja, Karabach und Prag sind keine ernstzunehmenden Hürden
  • 32%Die Young Boys kommen weiter, Thun scheitert an Prag
  • 30%Thun macht das Rennen, YB schafft die Hürde nicht
  • 20%Beide Berner Clubs scheiden aus
  • 2%Mir egal, ich spiele lieber Ego-Shooter

Europäisch Top, in der Super League Flop

Wie 2013 will auch der FC Thun, der Kantonsrivale der Young Boys, in die Gruppenphase der Europa League vorrücken. Um bei Sparta Prag eine gute Ausgangslage für das Rückspiel von nächster Woche in der Stockhorn-Arena zu schaffen, müssen die Thuner ihre individuellen Fehler in der Abwehr abstellen.

Sportlich hat Thun grössere Sorgen als die Europa-League-Playoffs gegen Sparta Prag. Nach vier Niederlagen in fünf Runden liegen die Berner Oberländer am Ende der Super-League-Rangliste - erstmals seit sieben Jahren. Das Heimspiel vom Sonntag gegen Vaduz ist deshalb bereits in Tschechien im Hinterkopf präsent.

In der Europa League ist Sforza mit seinen Thunern auf Kurs. Bild: KEYSTONE

Finanziell gesehen aber sind die beiden Partien gegen Sparta Prag die bedeutendsten der Saison. Qualifiziert er sich für die Gruppenspiele der Europa League, verdient der FC Thun - vorsichtig kalkuliert - netto mindestens zwei Millionen Franken. «Dann hätten wir bis Ende Saison keine finanziellen Sorgen mehr», sagte Sportchef Andres Gerber.

Prag der angenehmste Gegner

Thun geht gegen das tschechische Spitzenteam Sparta Prag als Aussenseiter ins Duell. Doch weil auch Borussia Dortmund oder Panathinaikos Athen mögliche Gegner waren, sind die Berner Oberländer mit dem Los zufrieden. Sparta scheint in Reichweite, auch wenn die Prager in der heimischen Liga in vier Spielen zehn Punkte holten und auf Platz 1 klassiert sind.

Die Thuner schöpfen ihre Hoffnung aus der Tatsache, dass sie trotz misslungenem Saisonstart in den ersten zehn Pflichtspielen dem Gegner meist auf Augenhöhe begegneten - ausser während der ersten Halbzeit im Spiel gegen GC (1:5, Schlussresultat 3:5).

Glorreiche Zeiten: Vor 10 Jahren spielte Ferreira mit Thun gegen Senderos und Arsenal in der Champions League. Bild: KEYSTONE

Sforza und das neue System

Einige Niederlagen wurden erst in der Schlussphase erlitten und meist nach individuellen Fehlern. 14 Gegentore in fünf Super-League-Spielen stellen der im Prinzip eingespielten Thuner Abwehr ein schlechtes Zeugnis aus. Die Gründe für dieses Malaise sind unter anderem in der unter dem neuen Trainer Ciriaco Sforza veränderten Spielweise zu orten.

Unter dem früheren Captain der Nationalmannschaft wollen die Berner Oberländer einen gepflegten Fussball spielen und auch in der Verteidigung die Probleme spielerisch lösen. Dabei unterlief den Thunern bislang der eine oder andere Fehler zu viel.

Diese Fehlerquelle muss in Prag im elften Spiel innerhalb von 34 Tagen versiegen. Sonst dürften der Sparta-Topskorer David Lafata (41 Tore in der letzten Saison) und seine Kollegen die Thuner Hoffnungen auf den üppigen UEFA-Zahltag schon im Hinspiel zerstören. (rst/si)

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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