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Roger Federer macht mit Stan Wawrinka kurzen Prozess und steht im Final von London.
Bild: Getty Images Europe

Federer nach dem Sieg: «Es war eine sehr gute Leistung in einem konstanten Jahr»

Roger Federer setzte sich im Halbfinal der ATP-Finals 7:5, 6:3 gegen Landsmann Stan Wawrinka durch. Der Romand war stark gestartet, baute dann jedoch ab. In seinem zehnten Masters-Final trifft Federer heute auf Novak Djokovic.

21.11.15, 22:59 22.11.15, 11:38

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Federer und Wawrinka boten den 17'800 Zuschauern in der Londoner O2 Arena nicht das gleiche Drama wie im vergangenen Jahr, als Federer nach fast drei Stunden und vier abgewehrten Matchbällen gewonnen hatte. Es war jedoch erneut der Jüngere, der besser ins Spiel startete. Mit zunehmender Dauer machte aber Federer, der im Gegensatz zu Wawrinka einen Tag Pause gehabt hatte, den frischeren Eindruck.

Wawrinka bleibt nichts anderes übrig, als Federer zu gratulieren.
Bild: WILL OLIVER/EPA/KEYSTONE

Nachdem der 30-jährige Waadtländer zum 3:2 vorgelegt hatte, profitierte Federer beim Re-Break zum 4:4 noch von einem Rückhandfehler seines Davis-Cup-Kollegen. Den entscheidenden Aufschlagdurchbruch zum 7:5 verdiente sich der vier Jahre ältere Basler aber mit zwei präzisen Vorhand-Passierbällen.

«Mein Break war eigentlich unnötig, doch die Reaktion darauf war wichtig und die ist mir gelungen», sagte Federer nach der Partie im Platzinterview.

Die Statistiken zum ersten Satz.
screenshot: srf

Nach 70 Minuten ist bereits Schluss

Mit einem schnellen Break zum 2:0 im zweiten Satz schaffte Federer bereits eine Vorentscheidung. Gleich im nächsten Spiel verpasste Wawrinka seine letzte Chance, ins Match zurückzukommen, danach hatte er bis zum Ende keinen Breakball mehr.

«Stan hatte eine wunderbare Saison, das habe ich ihm auch vorhin am Netz gesagt.»

Roger Federer

Beim Stand von 2:5 wehrte er noch einen ersten Matchball ab, mit einem Aufschlagspiel zu null machte Federer aber nach 70 Minuten den Sack zu.

Die Statistiken zum zweiten Satz.
screenshot: srf

Federer sagt nach dem Spiel: «Im zweiten Satz spielte ich dann mit mehr Variation und bin gut gestartet. Für ihn war es dann auch extrem schwierig in der Halle zurück zu breaken. Stan hatte eine wunderbare Saison, das habe ich ihm auch vorhin am Netz gesagt, Roland Garros war fantastisch.»

Wawrinka hatte am Abend zuvor gegen Andy Murray als letzter Spieler die Halbfinals erreicht und knüpfte gegen Federer zunächst nahtlos an seine starke Leistung gegen den Briten an. Er erlaubte es Federer nicht, das Diktat zu übernehmen, auch wenn dieser mit einer sehr offensiven Taktik und vielen Netzangriffen antrat, die sich letztlich auch auszahlten.

Einer der schönsten Punkte der Partie – natürlich mit dem besseren Ende für Roger.
gif: srf

Das erste Break gelang Wawrinka allerdings etwas glücklich, als zuerst ein Return von ihm via Netzkante in Federers Feld fiel und danach beim Breakball des Baslers knapp hängen blieb.

Wawrinka startete gut, wirkte danach aber ziemlich ratlos.
Bild: WILL OLIVER/EPA/KEYSTONE

Federer blieb jedoch ruhig und wartete geduldig auf seine Chance. Während Wawrinkas Schritte ein wenig langsamer wurden, drehte er immer mehr auf. Am Ende wies er mit 30 direkten Gewinnschlägen und 19 unerzwungenen Fehlern eine deutlich positive Bilanz auf.

Morgen kommt es zum Showdown

Federer erreichte damit zum zehnten Mal den Final des Jahresend-Turniers, wo er am Sonntag (19.00 Uhr) auf die Weltnummer 1 Novak Djokovic trifft.

In der Gruppenphase schlug Federer Djokovic ohne Mühe – wie sieht es Morgen im Final aus?
Bild: Getty Images Europe

Federer gewann das Masters sechsmal (2003, 2004, 2006, 2007, 2010 und 2011), verlor zweimal im Final (2005 gegen David Nalbandian und 2012 gegen Djokovic) und konnte im vergangenen Jahr wegen seiner Rückenverletzung nicht zum Final antreten. In diesem Jahr treffen die beiden bereits zum achten Mal aufeinander, Federer hat Djokovic dabei drei seiner nur sechs Niederlagen zugefügt.

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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