USA
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Hier werden in Huntsville, Texas Verurteilte mit der Spritze hingerichtet. Bild: EPA

Höchstes US-Gericht berät über Giftmischung bei Hinrichtungen

29.04.15, 20:41

Nach dem qualvollen Tod von US-Häftlingen bei Hinrichtungen berät das höchste US-Gericht über die Zulässigkeit einer umstrittenen Giftmischung. Bereits zu Beginn der Beratungen am Mittwoch wurden Meinungsunterschiede deutlich.

Im Fokus steht das Beruhigungsmittel Midazolam, das Verurteilte zunächst betäuben soll, bevor weitere Drogen dann den Herztod herbeiführen sollen. Drei Häftlinge, die im Bundesstaat Oklahoma in der Todeszelle sitzen, wehren sich mit Klagen gegen den Einsatz des Mittels. Dabei geht es im Kern um die Frage, ob die Verurteilten bei der Exekution extreme Schmerzen erleiden - was laut US-Verfassung nicht sein darf.

Beim Auftakt der Beratungen am Mittwoch vor dem Supreme Court überraschte die Richterin Sonia Sotomayor mit einer sarkastischen Bemerkung: «Wir verbrennen sie auf dem Scheiterhaufen. Aber bevor wir das tun, benutzen wir ein Narkosemittel von zweifelhafter Wirksamkeit.» Über mögliche Qualen bei der Hinrichtung meinte die Richterin: «Sie können es spüren, sie können es nicht spüren. Wir wissen es nicht.»

Ein Anwalt der Kläger sagte, die Droge betäube die Verurteilten nicht wirksam und lasse diese bei der Hinrichtung qualvolle Schmerzen erleiden. Ein Anwalt der Verteidigung widersprach. Die Verurteilten seien nicht mehr bei Bewusstsein, wenn die eigentlich tödlichen Mittel mit weiteren Injektionen zugeführt werden.

Das Medikament war im vergangenen Jahr bei zwei Hinrichtungen in Oklahoma und Arizona verwendet worden, bei denen die Todeskandidaten Anzeichen qualvollen Erstickens zeigten. Die Probleme waren entstanden, seitdem europäische Hersteller sich weigern, Substanzen für Hinrichtungen zu liefern.

Die Nachschubprobleme führen dazu, dass eine Reihe von Bundesstaaten zu anderen Giftmischungen greifen. Eine Entscheidung des obersten US-Gerichts wird im Juni erwartet. (sda/dpa)

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Nach dem Giftgasangriff in Syrien will Trump Vergeltung – Was kann er tun?

Dutzende Menschen erstickten beim Giftgasangriff auf das syrische Duma, Donald Trump droht dem Assad-Regime mit Konsequenzen binnen 48 Stunden. Das sind die militärischen Optionen der USA.

In den sieben Jahren des syrischen Bürgerkriegs hat das Regime von Baschar al-Assad Hunderttausende Landsleute getötet. Ein paar Tausend von ihnen sind bei Giftgasangriffen der syrischen Armee ums Leben gekommen – insgesamt sind das weniger als ein Prozent aller Kriegstoten.

Obwohl also die allermeisten Kriegsopfer durch Artilleriebeschuss und Fliegerbomben getötet wurden, sind es die Chemiewaffenangriffe, die international für die grösste Empörung sorgen. US-Präsident …

Artikel lesen