Unvergessen
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Der Zuercher Iulian Filipescu, 2. links, schiesst das Siegestor gegen Basels Torhueter Pascal Zuberbuehler, rechts, im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Basel und dem FC Zuerich am Samstag, 13. Mai 2006, in Basel. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Zuberbühler streckt sich zu spät: Filipescu (links) hat den Ball hinter dem FCB-Goalie im Tor versorgt. Bild: KEYSTONE

Filipescu schiesst den FCZ mit einem Tor in der 93. Minute gegen Basel zum Titel

13. Mai 2006: Spektakulärer kannst du nicht Meister werden! Der FC Basel ist nach 35 Runden und nach 92:45 Minuten im letzten Spiel Champion. Dann schiesst Iulian Filipescu das 2:1 für den FCZ, der dadurch den Kübel holt.



Der 13. Mai 2006 rangiert bei jedem FCZ-Anhänger ganz, ganz weit oben in der Hitliste der schönsten Tage des Lebens. Nach 25 Jahren wird der Klub erstmals wieder Schweizer Meister. Und zwar auf eine Art und Weise, die dieses Spiel unvergesslich macht.

Tabelle vor dem letzten Spieltag

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bild: screenshot weltfussball

Zürich braucht in Basel einen Sieg, wenn es den Titel holen will. Aber bis zur 93. Minute steht es 1:1 unentschieden – damit ist der FCB Meister. Auf der Ersatzbank sind die entsprechenden Shirts schon bereit. Doch mit dem allerletzten Angriff der Saison krallt sich der FCZ den Meisterkübel. Alain Nef wirft ein (weiter vorne als erlaubt), Florian Stahel flankt vors Tor, dort steht Iulian Filipescu, der den 2:1-Siegestreffer erzielt.

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Filipescus Tor für die Ewigkeit. Video: streamable

«Es war unbeschreiblich, was in mir vorging. Die Gefühle explodierten.»

Iulian Filipescu tages-anzeiger

Es ist das erste Tor des Verteidigers für den FCZ – und auch das letzte. Denn der Rumäne verlässt den Klub nach dem Titel, da sein Vertrag ausgelaufen ist und man ihn nur mit reduziertem Gehalt weiterbeschäftigen will.

Meisterschuetze Julian Filipescu mit Meisterpokal vor Tausenden von Fans nach dem triumphalen Einzug in die Zuercher Maag - Eventhall am Samstag, 13. Mai 2006. Der FC Zuerich gewann die Schweizer Meisterschaft gegen den FC Basel mit 2:1, durch ein Tor in den letzten Sekunden des Finalspiels. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Filipescu jubelt mit dem Pokal. Bild: KEYSTONE

Krawalle danach

59 Heimspiele lang hat der FC Basel nicht verloren – und jetzt endet diese eindrückliche Serie ausgerechnet im entscheidenden «Final». Zu viel für einen Teil des Anhangs. Eine Hundertschaft Basler Hooligans stürmt aus der Muttenzerkurve auf den Rasen und attackiert die Zürcher Spieler.

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Die Ausschreitungen nach dem Spiel. Video: YouTube/Peter Knechtli

Meisterschütze Filipescu muss den kleinen Alhassane Keita verteidigen. Für seine Karatekicks gegen einen Schläger wird der Rumäne mit 500 Franken gebüsst. Sein Verhalten habe «die Grenzen der Notwehr überschritten». Bezahlt habe er die Busse nicht, sagt Filipescu heute: «Ich war ja weg.»

ARCHIV --- ZUR ABSEGNUNG DER HOOLIGAN-MASSNAHMEN DURCH DAS BUNDESGERICHT STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILD ZUR VERFUEGUNG --- Basler Chaoten aus der Muttenzerkurve stuermen auf den Platz nach dem  Fussballspiel der Super League zwischen dem FC Basel und dem FC Zuerich am Samstag, 13. Mai 2006, im Basler St. Jakob Park in Basel. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Vermummte Basler Fans stürmen den Platz. Bild: KEYSTONE

Erinnerungen an die 93. Minute

«Mein Kollege und ich konnten in letzter Sekunde noch Tickets auftreiben. Zwei 15-jährige Züribuebe, die schon auf der Hinreise heimlich an einem Bier schlürften, um der Nervosität Abhilfe zu leisten: Unsere Eltern hatten uns die Auswärtsfahrt nicht erlaubt. Aus Nervosität wurde Räuschchen wurde Träumerei: Was, wenn Züri die Sache doch packt?! Und dann in der DREIUNDNEUNZIGSTEN MINUTE: Pescu!!! – der alte Gala(tasaray)-Mann! Das war irgendwie auch mein Erfolg.

Ich war eine ganze Woche lang heiser. All das mit der Schande ging irgendwie an mir vorbei. Daran kann ich mich trotz aller Anstrengung überhaupt nicht mehr erinnern. Dafür umso genauer an den babyblauen Lastwagen, der die Meisterlichen und den Pokal auf den Helvetiaplatz trug. Zuhause gab's übrigens nur Schelte von der Mutter. Der Papa – selber vom 93'-Zauber gepackt und daher völlig ausser sich – spürte uns erst am Helvetiaplatz auf und feierte pronto mit.»

Can Külahcigil, Marketing watson, FCZ-Fan

Die Spieler des FC Zuerich fahren auf einem Truck zu Tausenden von FC Zuerich Fans auf dem Zuercher Helvetiaplatz, am Sonntag, 14. Mai 2006. Sekunden vor Saisonschluss hat der FC Zuerich dem FC Basel am Samstagabend im Basler St. Jakob-Stadion dem FCB den sicher geglaubten Meisterpokal entrissen. Fuer den FC Zuerich ist es der erste Meistertitel nach 25 Jahren.  (KEYSTONE/Walter Bieri)

FC Zuerich' s soccer players are being driven on a truck to their fans a day after FC Zurich won the Swiss soccer championship Super Leage against FC Basel, Sunday, May 14, 2006 in Zurich, Switzerland.  (KEYSTONE/Walter Bieri)

Tags darauf: Tausende Fans feiern auf dem Helvetiaplatz mit den FCZ-Helden. Bild: KEYSTONE

«Ich habe das Spiel in der legendären Flachpass-Bar im alten Letzigrund gesehen. Je näher der Schlusspfiff rückte, umso angespannter wurde die Stimmung. Einer sagte: ‹Lieber Gott, bitte gib uns ein Tor, dann gehe ich morgen auch in die Kirche!›

Als das Tor fiel und der Titel feststand, war die Begeisterung grenzenlos. Die Krawalle in Basel trübten die Stimmung kaum. Ich zündete mir genüsslich eine Siegeszigarre an, die ich, ganz Optimist, mitgebracht hatte. Ob der erwähnte Fan dann wirklich in die Kirche ging, bezweifle ich.»

Peter Blunschi, Redaktor watson, FCZ-Fan

Alhassane Keita, rechts, und Teamkollegen mit Meisterpokal vor Tausenden von Fans nach dem triumphalen Einzug in die Zuercher Maag - Eventhall am Samstag, 13. Mai 2006. Der FC Zuerich gewann die Schweizer Meisterschaft gegen den FC Basel mit 2:1, durch ein Tor in den letzten Sekunden des Finalspiels. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Gökhan Inler und Alhassane Keita feiern. Bild: KEYSTONE

«Nach dem 1:1 dominiert der FC Basel die Partie und wir sind bereit, die Titelverteidigung mit Bier zu begiessen. Doch dann kommt diese verflixte 93. Minute. Der Ball kommt in den Strafraum und ich kann mich nur noch an den Eierkopf Filipescu erinnern, der den Ball an Zubi vorbeibringt. F******ck – Schockstarre!!!! Ein Wechselbad der Gefühle.

Ein bitterer Tag für den FC Basel, aber so ist der Fussball. Die Ausschreitungen nach dem Spiel haben dagegen wenig damit zu tun. Spannung bis zum Schluss der Saison gehört leider der Vergangenheit an und die einst so grossen Rivalen dümpeln im Tabellenkeller herum.»

Damian Fischer, Verkauf watson, Basel-Fan

Konsternierte Basler Spieler und Fans nach dem Tor zum 1:2 fuer den FC Zuerich im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Basel und dem FC Zuerich am Samstag, 13. Mai 2006, in Basel. (KEYSTONE/Patrick Straub)

Sekunden nach dem fatalen Gegentor: Die FCB-Spieler konsterniert, die FCB-Fans ausser sich. Bild: KEYSTONE

«Ich war in Verona, Kulturreise mit der Latein-Klasse. Wir sassen gerade in einem Café an der Piazza delle Erbe, als ich das SMS erhielt. Der genaue Wortlaut ist mir entfallen, mein Euphorieausbruch aber noch in guter Erinnerung. Die Klassenkameraden teilten meine Begeisterung nur bedingt: Ein Haufen GC-Sympathisanten und Fussballabstinenzler.»

William Stern, Redaktor watson, FCZ-Fan

FCZ-Sportchef Fredy Bickel, links, FCZ-Trainer Lucien Favre, Mitte, und FCZ-Praesident Sven Hotz, rechts mit dem Pokal, feiern den Titel nach dem Fussballspiel der Super League zwischen dem FC Basel und dem FC Zuerich am Samstag, 13. Mai 2006, im St. Jakob Park in Basel. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Freude bei der Führungsriege: Sportchef Fredy Bickel, Trainer Lucien Favre, Präsident Sven Hotz (von links). Bild: KEYSTONE

Wie hast du den 13. Mai 2006 erlebt? Teile deine Erinnerungen im Kommentarfeld unten!

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Die Zusammenfassung des 2:1-Siegs des FC Zürich in Basel. Video: YouTube/ZwoelfMagazin

Unvergessen

In der Serie Unvergessen blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei. 
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15.11.2009: Die Schweiz ist Fussball-Weltmeister! Die U17-Nati setzt ihrem Höhenflug die Krone auf

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22.02.2004: St.Gallens Kultfigur «Zelli» muss in der Not ins Tor und kratzt den Ball in «seiner» Ecke

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30.09.2009: Dank Tihinens Hackentrick, «abgeschaut bei einem finnischen Volkstanz», bodigt der FC Zürich das grosse Milan

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07.12.2011: Der FC Basel schmeisst Manchester United aus der Champions League und Steini, der Glatte, schiesst den Ball an die Latte

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ThisIsTazZ 15.05.2017 20:30
    Highlight Highlight Ich han Träne i de Auge
  • Passierschein A38 13.05.2017 21:23
    Highlight Highlight Sicher einer der einschneidendsten Erlebnisse im Stadion - nicht unbedingt positiv, aber sicher ein Erlebnis...!
  • chnobli1896 13.05.2017 15:30
    Highlight Highlight Bester (Fussball-)Tag ever. Beste Meisterparty die ich jemals erlebt habe.

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